Die seltsam-seemännische Turmhaube von Gut Dyckhof

•3. Februar 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Gut Dyckhof im Winter

Am flachen Niederrhein sind Kirch- und Burgtürme weithin sichtbar. Eine entsprechend auffällige Landmarke ist die barocke Haube des Dyckhofs inmitten von Feldern bei Meerbusch-Büderich. Ein reichlich untypisches Bauwerk für diese Gegend, das man normalerweise eher nach Oberbayern verorten würde. Es ist wohl auch die aufwendigste Barockhaube des Rheinlands.

Hinter der Bauweise steckt eine interessante Geschichte: Die ehemalige Wasserburg wird erstmals 1393 in einer Neusser Urkunde erwähnt. 1666 entscheidet sich der damalige Besitzer Wolfgang Günther von Norprath für den Umbau von der trutzigen Festung zum Barock-Schloss. Nicht einfach, angesichts der dicken mittelalterlichen Mauern und der kantigen Formen, die seine Familie nun schon in der siebten Generation beschützten, und die so gar nichts Spielerisch-Leichtes hatten.

Die Lösung bestand darin, ein neues Herrenhaus an den trutzigen Turm anzubauen und diesen mit einer schwungvollen Haube zu krönen. Aber wer konnte so eine aufwendige Dachkonstruktion mit reichlich Rundungen errichten? Irgendjemandem muss eine Parallele zum Schiffbau der damaligen Zeit eingefallen sein, wo ebenfalls künstlich gerundete Hölzer für
Spanten, etc. gebraucht wurden.

Ehemalige Wasserburg mit Barock-Ausstrahlung

Bei der Rekonstruktion der Weltkriegsschäden stellte sich jedenfalls heraus, dass der Baumeister entweder ein Schiffszimmermann gewesen sein muss oder zumindest fundierte Kenntnisse von der Arbeit auf einer Werft hatte. Es gelang ihm, die Rundungen der tragenden Eichenbalken dadurch zu erreichen, dass er sie mithilfe eines Wasserbades zurechtbog – eine klassisch seemännische Technik. Der Name des Baumeisters ist unbekannt.

Die Häuslebauer der damaligen Zeiten errichteten zwar auch gerne die gerade schwer in Mode kommenden Runddächer, aber sie mogelten. Die Balken wurden nicht extra aufwendig zurechtgebogen, sondern so verarbeitet, wie es gerade passte. Zwischenräume wurden einfach so lange aufgefüllt, bis man die gewünschte Dachform hatte. Motto: “Das passt schon”.

Der Innenhof

Freiherr von Norprath hat sich mit dem ambitionierten Umbau übrigens keineswegs ruiniert. Er war wohlhabend genug, 1674 auch noch die naheliegende ehemalige Wasserburg Haus Schackum hinzuzukaufen. Den Dyckhof, sein barockes Schmuckstück, verkaufte er schließlich 1689.

Das Gut kam an das nahe gelegene Kloster Meer und wurde nach der Säkularisation von der Familie Werhahn gekauft, die das Gut aus Turm, Herrenhaus, Wirtschaftsgebäuden und einem großen Grundstück bis heute besitzt. Das Wappen der späteren Kaufhaus-Könige (zwei kämpfende Hähne) prangt über dem Turm. Laut Meerbuscher Denkmalgalerie war die Anlage noch bis 1890 vollständig von Gräben umgeben.

Die Privatstraße zum Gut

1997/98 wurden die Nebengebäude durch die Familie Verhülsdonk umfangreich saniert und der Weg für eine Nutzung als Restaurant und edles Hotel geebnet. Das Doppelzimmer kostet zwischen ca. 135 und 180 Euro die Nacht. Im Sommer wird die Hotelterrasse zum beliebten Biergarten.

Übrigens: Der Kreis Neuss hat die Baugeschichte des Dyckhofs sogar in einer kleinen Hörprobe für Kinder verewigen lassen – in der Reihe “kult(o)hr” erzählt der Hof seine Geschichte kurz und knapp im Nordlichter-Dialekt. Gedacht ist das zum Runterladen aufs Handy –> reinhören.

Link: Hotel Gut Dyckhof

Lage: Am Dyckhof 3, 40667 Meerbusch-Büderich

Bilder: Meine

Hammamet: Piratennest an der Barbaren-Küste

•23. Dezember 2009 • 2 Kommentare

Die Stadtmauer von Hammamet

Bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts war eine Schiffsreise auf dem Mittelmeer mit dem stets präsenten Risiko verbunden, dieselbe auf den Sklavenmärkten von Algier, Tunis oder Tripolis zu beenden. In den nordafrikanischen Häfen lauerten dutzende leichte Piraten-Galeeren, bereit die voll beladenen Handelsschiffe auf den Seewegen zwischen den christlichen Mittelmeer-Anrainern abzufangen.

Ein Stützpunkt der Piraten war das beschauliche Hammamet an der Küste des heutigen Tunesien, heute ein Touristen-Mekka mit garntiert badewannenwarmem Mittelmeer vor der Tür. Eine erste Befestigung entstand hier bereits im 9. Jahrhundert. Unter dem Hafsiden-Herrscher Uthman wurde sie um 1463 bedeutend erweitert. Die Mauern der Festung (Kasbah) hatten nun die Außenlänge von jeweils etwa 50 Metern. Auch die restliche Altstadt war (und ist) mit einer Mauer umgeben.

Die Mauer am Tor, das zur Altstadt hin zeigt

Dummerweise waren inzwischen durchschlagskräftige Feuerwaffen erfunden worden, weswegen die Anlage grundlegend umgebaut und mit Kanonenplattformen ausgerüstet werden musste. Statt sich auf massive Steinmauern zu verlassen, die bei Beschuss zersplitterten, setzte man auf Wälle aus festgestampftem Sand, gestützt von Mauerwerk.

Da blieben die Kanonenkugeln erst mal stecken, und den Verteidigrern flog nur noch der Sand um die Ohren. Die Mauern sind 12,50 Meter hoch und vier bis sechs Meter dick. Um 1610 sollen in dem Geviert 60 Mann stationiert gewesen sein.

Interessant wurde es hier in letzten Drittel des 17. Jahrhunderts. Der Militärbefehlshaber (Dey) von Tunis, Ali Laz, erhob sich gegen den Statthalter des türkischen Sultans Bey Murad und versuchte, die Macht an sich zu reißen.

Das ganze ging ordentlich schief, und türkische Statthalter verstanden damals auf diesem Gebiet keinerlei Spaß. Ali Laz wurde nach Hammamet ins Exil geschickt (nach anderen Quellen hingerichtet. Ich halte ja letzteres für glaubhafter), seine letzte Ruhe fand er ab 1673 in der Festung. Sein Putschversuch sollte nicht der letzte gewesen sein. Wenige Jahre später, 1705, wurden die Muradiden durch einen Militäraufstand gestürzt.

Das Grab des Heiligen Kriegers im Innenhof

Ali Laz’  Grabnachbar im Innenhof ist übrigens Sidi Bou Ali, ein Teilnehmer am “Heiligen Krieg” gegen die Christen des 15. Jahrhunderts. Sein Grabmal hat sich erhalten – im Gegensatz zu dem des Putschisten.

Im 18./19. Jahrhundert standen auf den Festungsmauern 2o großkalibrige Kanonen. Eine bedeutende Garnison hielt potenzielle Invasoren auf Abstand. Nach dem Ende der Piraterie um 1830 verfiel das Fort. Heute präsentiert es sich allerdings gut restauriert mit einem kleinen Andenken-Laden im baumbestandenen Innenhof.

Man kann auf die erhöhte Artillerieplattform hinaufsteigen und auf den breiten Mauern herumschlendern. Nicht wundern: Irgendwie haben viele Besucher leider Spaß daran gefunden, ihre Namen in die Innenseite der Mauern zu ritzen, die von Einkerbungen nur so übersäht sind.

Blick von der Festungsmauer: Werbeimpressionen...

Die Sanierung hat sich auch deshalb gelohnt, weil man von hier den besten Blick über eine Reihe blendend weißer Dächer und Kuppeln hat, die sich vor das tiefblaue Meer schieben. Jedes Foto, das hier gemacht wird, ist automatisch eine Tunesien-Werbung. Piratenschiffe sind (in diesem Teil der Welt) ja glücklicherweise keine mehr unterwegs, so dass man sich in der Medina mittlerweile voll dem Tourismus-Angebot hingeben kann.

Ich empfehle daher die Nebensaison…

Links: Wikipedia-Eintrag zu Hammamet

Literaturtipp zur Piratengeschichte in der Region: Salvatore Bono, Piraten und Korsaren im Mittelmeer, Seekrieg, Handel und Sklaverei vom 16. bis 19. Jahrhundert, Stuttgart 2004/2009

Fotos: Meine (Anklicken zum Vergrößern)

Die Schönburg: Mr. Rhinelanders Märchenschloss

•10. November 2009 • 4 Kommentare
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Die Schönburg (Rhein) mit der Schildmauer Hoher Mantel (links vorne)

Man nehme: einen der Burgenromantik verfallenen US-Millionär mit reichlich Dollar-Reserven plus Entschlusskraft. Diesen lasse man eine verträumte Ruine in malerischer Lage hoch über dem Rhein finden, die gerade als Schnäppchen zu haben ist – drumherum kreucht allerlei gutmütiges Landvolk in pitoresken aber etwas fadenscheinigen  Trachten (für die niederen Arbeiten und zum gelegentlichen Jubeln).

Jetzt die Zutaten einmal kräftig schütteln.

Das Resultat ist nun entweder ein verkitschtes 50er-Jahre Heimatfilm-Drehbuch, in dem irgendwo der unvermeidliche Heinz Erhardt durch Bild tapsen wird – oder es läuft auf die die wahre Geschichte des Wiederaufbaus der Schönburg hinaus.

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Hoteltrakt (Palas) mit Barbarossaturm

In die Historie tritt die Schönburg über Oberwesel mit einem Mord. Burggraf Hermann von Stahleck ließ hier um 1149 seinen Gefangenen Otto II. von Rheineck erdrosseln. Der Unglückliche hatte versucht, Hermann die Pfalzgrafschaft bei Rhein streitig zu machen. Dummerweise verstand der Szahlecker in der Beziehung keinerlei Spaß. Die Oberhoheit über die Burg wechselte zwischen den Kaiser und den Erzbischöfen von Magdeburg und Trier. Im 14. Jahrhundert blieb die Lehnsherrschat über die Anlage schließlich bei Trier.

Als Burggrafen blieben die von Schonenbergs am Ruder. Da sich die Familie aufgespalten hatte, aber alle Zweige am Stammsitz festhielten, wurde das Gemäuer zur so genannten Ganerbenburg (von mehreren Familien bewohnte und verwaltete Burg). Das erklärt auch, warum die Burg gleich drei Bergfriede bekam – was man heute noch sehen kann. 1340 sind 95 Mitbesitzer bezeugt. Eigentümerversammlungen zur Ritterzeit dürften ziemlich heftig geworden sein.

schoenburg2Man baute durchaus repräsentativ. In den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts entstand als letztes großes Bauwerk der Burg der so genannte Hohe Mantel. Eine dreifach gebogene Schildmauer vor den Bergfrieden, die die Burg zur Angriffsseite hin deckte – und dem Komplex einen kolossalen Anblick  verlieh (und bis heute verleiht). Im Zeitalter der Kanonen war so ein hoher Vorbau dann völlig sinnlos geworden, da nur noch Zielscheibe. Die Franzosen hatten daher 1689 keinerlei Mühe, die Burg zu erobern und zu zerstören.

Die bewegte Geschichte der Burggrafenfamilie (Friedrich von Schomberg wurde 1675 sogar Marschall von Frankreich) endete mit dem Tod ihres letztesn Sprosses im Jahr 1719, und die kurtrierische Ruine fiel in einen tristen Dämmerschlaf.

Ferdinand Freiligrath kam in den 1840er Jahren in diese abgelegene Ecke der damals preußischen Rheinprovinz und nannte die Oberwesel mitsamt Schönburg „der Romantik schönster Zufluchtsort am Rhein“. Lyrisch. Aber der Mann war Dichter und 1848er-Revolutionär, kein Denkmalschützer.

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Der "Hohe Mantel"

Ob Freiligrath wohl wusste, dass die Ruine zu diesem Zeitpunkt der verhassten preußischen Militär-Elite gehörte (1839 General von Stockhausen, seit 1842 Generaloberst Prinz Albrecht von Preußen)?

Der Prinz träumte von einem formidablen Ritterpalast “im byzantinischen Stil”, setzte seine ambitionierten Pläne aber glücklicherweise nicht um. Zumindest verhinderte der Hohenzoller einen weiteren Abriss und stieß die Mauerreste 1866 wieder ab.

Zwei Jahrzehnte später blieb dann besagter Deutsch-Amerikaner Major Rhinelander (ja, er hieß wirklich so) in Oberwesel hängen. Der Bankier und Makler hatte eine Nase für Filet-Grundstücke. Seiner Familie gehörte auch die Fläche, auf der heute die Wallstreet steht. Jedenfalls schickte er einen schweizerischen Bergführer vor,um die Schoenburg für ihn als Strohmann zu erwerben. 1885, als 27-Jähriger, begann er mit Wiederaufbau und Sanierung, was bis 1914 dauern sollte. 1901 war die Anlage teilweise wiederhergestellt. Insgesamt steckte der Burgen-Enthusiasten zwei Millionen Goldmark in die Restaurierung.

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Das Hotel. Die Farbe der Fassade soll historisch korrekt sein.

Zwei Monate im Jahr pflegte Rhinelander in seiner Burg zu residieren. Seine Ankunft per Schiff wurde mit Salutschüssen von der Burg aus angekündigt. Jubelndes Volk und der Bürgermeister erwarteten ihn. Bei seiner Ankunft hisste die Dienerschaft natürlich Rheinlanders Privatflagge über der Burg. Das Zeremoniell hatte er sich von der Visite des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm IV. auf Schloss Stolzenfels abgeschaut.

Dankenswerterweise hielt sich der Architekt weitgehend an den historischen Bauplan und versuchte keine Zuckerguss-Fantasieburg hochzuziehen. Schon das möglichst naturgetrau restaurierte Original war faszinierend genug. Zum Ärger seiner Angehörigen opferte Rhinelander auch allerlei Bequemlichkeiten der Moderne der Authentizität.

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Das rückwärtige Palas

Erster Weltkrieg und Wirtschaftskrise machten dem Mäzenatentum Rhinelanders ein Ende. Der Millionär blieb allerdings noch während der Zeit der Weimarer Republik am Zustand der Rheinischen Burgen höchst interessiert und machte noch 1932 die Deutsche Burgenvereinigung auf den schlechten Zustand anderer Burgen aufmerksam. Er starb 1947. Seine Erben konnten mit dem Besitz im besiegten Deutschland nichts mehr anfangen und verkauften an die Stadt Oberwesel.

Zwischen 1951 und 1953 entstand im nördlichen Teil eine Jugendburg des Kolpingwerks. Das Palas rund um den runden Barbarossaturm (der Kaiser soll die Burg mehrfach besucht haben) wurde 1957 zum Hotel umgebaut. Die rote Farbe der Fassade beruht auf entsprechenden Funden von Farbresten.

Das Hotel hat heute 20 Doppel- und Einzelzimmer und zwei Suiten. Einige Zimmer haben Balkone zum Rhein hin. Eine Übernachtung in so einem Doppelzimmer mit Rheinblick kostet 195 bis 250 Euro pro Nacht. Frühstück inklusive.

Links/Quellen:
Das Burghotel Auf Schönburg, Kolpinghaus auf der Schönburg

Mehr zur Geschichte von Major Rhinelander findet sich im Buch The castles of the Rhine. Recreating the Middle Ages in modern germany von Robert R. Taylor (via Google Book Search).

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Fotos: Meine

Quasr Ibn Ma’an: Dungeon-Burg über Tadmor

•7. Oktober 2009 • 1 Kommentar
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Blick aus Richtung der Ruinen von Palmyra auf die Burg Quasr Ibn Ma'an

Was machte man im Mittelalter in der Wüste mit dem einzigen Hügel weit und breit, der auch noch von Höhlen durchzogen ist? Na, man baute eine Burg darauf. Zum Schutz der syrischen Siedlung Tadmor (das antike Palmyra) und der Grenze des Fürstentums Homs entstand um 1230 die Burg Quasr Ibn Ma’an. Bauherr war wohl der Fürst von Homs, Sirkuh II. Nach der Machtübernahme der Mameluken um 1260 verstärkten diese die kleine Festung weiter.

Richtig gemütlich machte es sich hier oben (mit Blick auf die etwa zwei Kilometer entfernte Oasenstadt Tadmor und das Ruinenfeld von Palmyra) der libanesische Drusenfürst Fakhreddin (1585–1635). Er ließ die Burg schlossähnlich ausbauen.  Die Aussicht bekam ihm allerdings nicht gut. Sein Versuch, sich mit dem mächtigen Osmanenreich anzulegen, scheiterte kläglich. Die Türken nahmen ihn gefangen und richteten ihn 1635 in Istanbul hin.

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Burg, Sand und Trümmer...

Danach verfiel die Burg. Heute sind nur noch die Außenmauern gut zu erkennen. Drinnen sieht es eher trostlos aus. Von weitem gibt die Burg, gerade in Kombination mit den Ruinen von Palmyra, ein phänomenales Fotomotiv ab. Nachts wird die Anlage angestrahlt.

Der Komplex ist keilförmig und von einem Graben umgeben. Die Kernburg bestand aus mehreren Gebäuden, die über einer Zisterne errichtet wurden. Die Außenfronten wurden in engem Abstand mit schmalen Rechtecktürmen besetzt. Kurz nach der Erbauung der Kernburg wurde diese von einer turmbewehrten Mauer umgeben. Die 13 Türme sind maximal 7,5 Meter breit und so schmal, dass die Verteidiger keine größeren Schleudern oder ähnliches darauf aufstellen konnten.

palmyra5Wer die Burg erobern wollte, musste sich erst einmal durch ein unübersichtliches unterirdisches Labyrinth aus Gängen rund um die Zisterne hindurchkämpfen. Dieses bestand auch noch aus mehreren voneinander getrennten Abschnitten. So eine Art Dungeon mit diversen Leveln mitten in der Wüste, um mal die Adventure-Sprache zu bemühen.

Dummerweise waren damals aber weder Cheats noch Extra-Leben erfunden…

Links: Kurzer Wikipedia-Eintrag zur Burg

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Fotos: Meine

Château d’if: Auf der Insel des Grafen von Monte Christo

•21. September 2009 • 2 Kommentare
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Blick von Marseille auf das Chateau d'if

Marseille war im Mittelalter stark befestigt. Die schönen Stadtmauern und Türme hatten allerdings einen gewaltigen Nachteil: Sie schützten nur die Stadt, nicht den ausgedehnten natürlichen Hafen (“Vieux
Port”). Invasoren konnten also gemütlich ins Hafenbecken schippern, die Stadt von See her abschneiden und ihre Belagerungsgeräte bequem per Frachtkahn nachkommen lassen.

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Tangermünde: Wegen Streit ums Kuhschwanzbier nicht Deutschlands Hauptstadt

•13. Juli 2009 • 6 Kommentare
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Burg Tangermünde an der Elbe - heute ein Hotelkomplex (Fotos: Meine)

Um in Norddeutschland eine wehrhafte Burg zu bauen braucht man … viiiiele Backsteine (ersatzweise gehen auch Findlinge, aber da reicht die Zahl meist nicht). Die ersten, die an der Tangermündung in die Elbe eine Burg bauten, waren im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts die Askanier.

Das hatte den schönen Nebeneffekt reicher Steuereinnahmen. Burg Tanger in der Altmark auch strategisch bedeutsam. Hier war die sächsische Grenze, östlich begann das Land der Slawen, das man noch zu erobern gedachte.

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Bischofsburg Wittstock: Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg

•24. Juni 2009 • Hinterlasse einen Kommentar
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Im Turm der Burg Wittstock befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges

Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?

Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der Dosse das einzige Museum Deutschlands, das sich ganz dem Dreißigjährigen Krieg widmet (das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster jetzt mal außen vorgelassen).

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Schweriner Schloss: Großherzoglicher Luxus mit Seeblick

•8. Juni 2009 • 2 Kommentare
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Das Schweriner Schloss mit seiner vergoldeten Kuppel

Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea…). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.

Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  gegen die lokalen Obodriten-Clanchefs, heute tagt im Schloss der Landtag von “Meck-Pom”. Überrannt wird bestenfalls das benachbarte Bundesgartenschau-Gelände.

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“Die Gräfin”: Gedreht auf sächsischen Burgen

•6. Juni 2009 • 3 Kommentare
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Gräfin Bathory - Bild: Wikipedia/Prskavka

Am 25. Juni 2009 ist “Die Gräfin” (“The Countess”) in die deutschen Kinos gekommen. Erzählt wird die Geschichte der steinreichen aber leider äußerst blutrünstigen und gewissenlosen ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory (1560-1614), die – der Legende nach – zum Erhalt ihrer Schönheit im warmen Blut ihrer jungen, unschuldigen Opfer gebadet hat.

Das ist natürlich ein Stoff, der sich prima für die große Leinwand umsetzen lässt. Der Streifen mit reichlich Kunstblut spielt zu großen Teilen auf sächsischen Burgen und Schlössern. So drehten die Hauptdarsteller Julie Delpy und Daniel Brühl unter anderem auf Burg Kriebstein, der Albrechtsburg in Meißen und im Albrechtsdom.

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Der blutige Bruderzwist von Burg Wendelstein

•3. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Prima Fotomotiv: Die Ruine von Burg Wendelstein thront auf einem Felsen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt

Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die Himmelsscheibe von Nebra. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.

Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, dass auch die Germanen den Felsen als Festung und Kultstätte genutzt haben (sie wären blöde gewesen, wenn sie sich nicht dort oben festgesetzt hätten).

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Eitler Burgenbau-Boom in verschuldeten Städten

•2. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Ein Schloss Neuschwanstein hätten vielen Städte gern (Foto:Wikipedia/Softeis)

Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich “auch eine Burg haben”. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die Wiederwahl der Bürgermeisters).

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