Die Schönburg: Mr. Rhinelanders Märchenschloss

•10. November 2009 • 3 Kommentare
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Die Schönburg (Rhein) mit der Schildmauer Hoher Mantel (links vorne)

Man nehme: einen der Burgenromantik verfallenen US-Millionär mit reichlich Dollar-Reserven plus Entschlusskraft. Diesen lasse man eine verträumte Ruine in malerischer Lage hoch über dem Rhein finden, die gerade als Schnäppchen zu haben ist – drumherum kreucht allerlei gutmütiges Landvolk in pitoresken aber etwas fadenscheinigen  Trachten (für die niederen Arbeiten und zum gelegentlichen Jubeln).

Jetzt die Zutaten einmal kräftig schütteln.

Das Resultat ist nun entweder ein verkitschtes 50er-Jahre Heimatfilm-Drehbuch, in dem irgendwo der unvermeidliche Heinz Erhardt durch Bild tapsen wird – oder es läuft auf die die wahre Geschichte des Wiederaufbaus der Schönburg hinaus.

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Hoteltrakt (Palas) mit Barbarossaturm

In die Historie tritt die Schönburg über Oberwesel mit einem Mord. Burggraf Hermann von Stahleck ließ hier um 1149 seinen Gefangenen Otto II. von Rheineck erdrosseln. Der Unglückliche hatte versucht, Hermann die Pfalzgrafschaft bei Rhein streitig zu machen. Dummerweise verstand der Szahlecker in der Beziehung keinerlei Spaß. Die Oberhoheit über die Burg wechselte zwischen den Kaiser und den Erzbischöfen von Magdeburg und Trier. Im 14. Jahrhundert blieb die Lehnsherrschat über die Anlage schließlich bei Trier.

Als Burggrafen blieben die von Schonenbergs am Ruder. Da sich die Familie aufgespalten hatte, aber alle Zweige am Stammsitz festhielten, wurde das Gemäuer zur so genannten Ganerbenburg (von mehreren Familien bewohnte und verwaltete Burg). Das erklärt auch, warum die Burg gleich drei Bergfriede bekam – was man heute noch sehen kann. 1340 sind 95 Mitbesitzer bezeugt. Eigentümerversammlungen zur Ritterzeit dürften ziemlich heftig geworden sein.

schoenburg2Man baute durchaus repräsentativ. In den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts entstand als letztes großes Bauwerk der Burg der so genannte Hohe Mantel. Eine dreifach gebogene Schildmauer vor den Bergfrieden, die die Burg zur Angriffsseite hin deckte – und dem Komplex einen kolossalen Anblick  verlieh (und bis heute verleiht). Im Zeitalter der Kanonen war so ein hoher Vorbau dann völlig sinnlos geworden, da nur noch Zielscheibe. Die Franzosen hatten daher 1689 keinerlei Mühe, die Burg zu erobern und zu zerstören.

Die bewegte Geschichte der Burggrafenfamilie (Friedrich von Schomberg wurde 1675 sogar Marschall von Frankreich) endete mit dem Tod ihres letztesn Sprosses im Jahr 1719, und die kurtrierische Ruine fiel in einen tristen Dämmerschlaf.

Ferdinand Freiligrath kam in den 1840er Jahren in diese abgelegene Ecke der damals preußischen Rheinprovinz und nannte die Oberwesel mitsamt Schönburg „der Romantik schönster Zufluchtsort am Rhein“. Lyrisch. Aber der Mann war Dichter und 1848er-Revolutionär, kein Denkmalschützer.

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Der "Hohe Mantel"

Ob Freiligrath wohl wusste, dass die Ruine zu diesem Zeitpunkt der verhassten preußischen Militär-Elite gehörte (1839 General von Stockhausen, seit 1842 Generaloberst Prinz Albrecht von Preußen)?

Der Prinz träumte von einem formidablen Ritterpalast „im byzantinischen Stil“, setzte seine ambitionierten Pläne aber glücklicherweise nicht um. Zumindest verhinderte der Hohenzoller einen weiteren Abriss und stieß die Mauerreste 1866 wieder ab.

Zwei Jahrzehnte später blieb dann besagter Deutsch-Amerikaner Major Rhinelander (ja, er hieß wirklich so) in Oberwesel hängen. Der Bankier und Makler hatte eine Nase für Filet-Grundstücke. Seiner Familie gehörte auch die Fläche, auf der heute die Wallstreet steht. Jedenfalls schickte er einen schweizerischen Bergführer vor,um die Schoenburg für ihn als Strohmann zu erwerben. 1885, als 27-Jähriger, begann er mit Wiederaufbau und Sanierung, was bis 1914 dauern sollte. 1901 war die Anlage teilweise wiederhergestellt. Insgesamt steckte der Burgen-Enthusiasten zwei Millionen Goldmark in die Restaurierung.

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Das Hotel. Die Farbe der Fassade soll historisch korrekt sein.

Zwei Monate im Jahr pflegte Rhinelander in seiner Burg zu residieren. Seine Ankunft per Schiff wurde mit Salutschüssen von der Burg aus angekündigt. Jubelndes Volk und der Bürgermeister erwarteten ihn. Bei seiner Ankunft hisste die Dienerschaft natürlich Rheinlanders Privatflagge über der Burg. Das Zeremoniell hatte er sich von der Visite des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm IV. auf Schloss Stolzenfels abgeschaut.

Dankenswerterweise hielt sich der Architekt weitgehend an den historischen Bauplan und versuchte keine Zuckerguss-Fantasieburg hochzuziehen. Schon das möglichst naturgetrau restaurierte Original war faszinierend genug. Zum Ärger seiner Angehörigen opferte Rhinelander auch allerlei Bequemlichkeiten der Moderne der Authentizität.

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Das rückwärtige Palas

Erster Weltkrieg und Wirtschaftskrise machten dem Mäzenatentum Rhinelanders ein Ende. Der Millionär blieb allerdings noch während der Zeit der Weimarer Republik am Zustand der Rheinischen Burgen höchst interessiert und machte noch 1932 die Deutsche Burgenvereinigung auf den schlechten Zustand anderer Burgen aufmerksam. Er starb 1947. Seine Erben konnten mit dem Besitz im besiegten Deutschland nichts mehr anfangen und verkauften an die Stadt Oberwesel.

Zwischen 1951 und 1953 entstand im nördlichen Teil eine Jugendburg des Kolpingwerks. Das Palas rund um den runden Barbarossaturm (der Kaiser soll die Burg mehrfach besucht haben) wurde 1957 zum Hotel umgebaut. Die rote Farbe der Fassade beruht auf entsprechenden Funden von Farbresten.

Das Hotel hat heute 20 Doppel- und Einzelzimmer und zwei Suiten. Einige Zimmer haben Balkone zum Rhein hin. Eine Übernachtung in so einem Doppelzimmer mit Rheinblick kostet 195 bis 250 Euro pro Nacht. Frühstück inklusive.

Links/Quellen:
Das Burghotel Auf Schönburg, Kolpinghaus auf der Schönburg

Mehr zur Geschichte von Major Rhinelander findet sich im Buch The castles of the Rhine. Recreating the Middle Ages in modern germany von Robert R. Taylor (via Google Book Search).

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Fotos: Meine

Quasr Ibn Ma’an: Dungeon-Burg über Tadmor

•7. Oktober 2009 • 1 Kommentar
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Blick aus Richtung der Ruinen von Palmyra auf die Burg Quasr Ibn Ma'an

Was machte man im Mittelalter in der Wüste mit dem einzigen Hügel weit und breit, der auch noch von Höhlen durchzogen ist? Na, man baute eine Burg darauf. Zum Schutz der syrischen Siedlung Tadmor (das antike Palmyra) und der Grenze des Fürstentums Homs entstand um 1230 die Burg Quasr Ibn Ma’an. Bauherr war wohl der Fürst von Homs, Sirkuh II. Nach der Machtübernahme der Mameluken um 1260 verstärkten diese die kleine Festung weiter.

Richtig gemütlich machte es sich hier oben (mit Blick auf die etwa zwei Kilometer entfernte Oasenstadt Tadmor und das Ruinenfeld von Palmyra) der libanesische Drusenfürst Fakhreddin (1585–1635). Er ließ die Burg schlossähnlich ausbauen.  Die Aussicht bekam ihm allerdings nicht gut. Sein Versuch, sich mit dem mächtigen Osmanenreich anzulegen, scheiterte kläglich. Die Türken nahmen ihn gefangen und richteten ihn 1635 in Istanbul hin.

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Burg, Sand und Trümmer...

Danach verfiel die Burg. Heute sind nur noch die Außenmauern gut zu erkennen. Drinnen sieht es eher trostlos aus. Von weitem gibt die Burg, gerade in Kombination mit den Ruinen von Palmyra, ein phänomenales Fotomotiv ab. Nachts wird die Anlage angestrahlt.

Der Komplex ist keilförmig und von einem Graben umgeben. Die Kernburg bestand aus mehreren Gebäuden, die über einer Zisterne errichtet wurden. Die Außenfronten wurden in engem Abstand mit schmalen Rechtecktürmen besetzt. Kurz nach der Erbauung der Kernburg wurde diese von einer turmbewehrten Mauer umgeben. Die 13 Türme sind maximal 7,5 Meter breit und so schmal, dass die Verteidiger keine größeren Schleudern oder ähnliches darauf aufstellen konnten.

palmyra5Wer die Burg erobern wollte, musste sich erst einmal durch ein unübersichtliches unterirdisches Labyrinth aus Gängen rund um die Zisterne hindurchkämpfen. Dieses bestand auch noch aus mehreren voneinander getrennten Abschnitten. So eine Art Dungeon mit diversen Leveln mitten in der Wüste, um mal die Adventure-Sprache zu bemühen.

Dummerweise waren damals aber weder Cheats noch Extra-Leben erfunden…

Links: Kurzer Wikipedia-Eintrag zur Burg

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Fotos: Meine

Château d’if: Auf der Insel des Grafen von Monte Christo

•21. September 2009 • 2 Kommentare
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Blick von Marseille auf das Chateau d'if

Marseille war im Mittelalter stark befestigt. Die schönen Stadtmauern und Türme hatten allerdings einen gewaltigen Nachteil: Sie schützten nur die Stadt, nicht den ausgedehnten natürlichen Hafen („Vieux
Port“). Invasoren konnten also gemütlich ins Hafenbecken schippern, die Stadt von See her abschneiden und ihre Belagerungsgeräte bequem per Frachtkahn nachkommen lassen.

König Franz I. muss sich darüber ziemlich geärgert haben, als er 1516 hier vorbei kam (erst seit 1481 gehörte die Stadt zu Frankreich). Besonders erzürnte den Monarchen wohl, dass man das Problem relativ leicht hätte lösen können: Durch eine Befestigung einer der vorgelagerten Inseln des kleinen Frioul-Archipels, wie der Ile d’if. Das ordnete der Monarch auch sogleich an.

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Die Burg auf der Felseninsel

Der Befehl sorgte bei den immer noch ihrer Unabhängigkeit nachtrauernden Marseillern erstmal für Ärger. Eine königliche Festung 1 1/2 Kilometer vor ihrer Hafeneinfahrt? Da sie selbst für den Bau zuständig waren, passierte erstmal nichts. 1524 dann der Schock: Kaiser Karl V. belagerte die Stadt. Die konnte sich zwar mit Mühe und Not halten, aber jetzt war klar, dass die Burg auf der Insel lebensnotwendig für das weitere Schicksal der Stadt war.

Noch 1524 werden daraufhin die ersten Mauern auf der Insel hochgezogen. Sieben Jahre später war das Chateau d’if fertig. 200 Soldaten und 22 Kanonen waren dort stationiert. Die Artillerie war in Bastionen und auf drei Rundtürmen verteilt, der höchste 22 Meter hoch. Ein durchaus mächtiges Bollwerk.

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Innenhof mit Brunnen

Der nächste Angriff von Karl V. scheiterte 1536 prompt an der Seefestung, was die stolzen Einwohner nicht davon abhielt sich weiter über den Fremdkörper vor ihrem Hafen zu ärgern.

Die Lage prädestinierte die Insel als Gefängnis. 1580 kam wohl der erste Häftlinge in einer der Zellen unter (und wurde sogleich umgebracht). Rund 3500 Protestanten wurden in den folgenden Jahrzehnten vor Marseille interniert. Wer wohlhabend genug war konnte sich in der Burg übrigens eine geräumige Zelle mieten und das entsprechende Catering kommen lassen. Für die armen Schlucker gab’s nur zusammengepferchtes Dahinvegetieren in feuchten, luft- und lichtlosen Löchern.

Festungsbaumeister Vauban verewigte sich 1702 mit einem Wachtgebäude („Caserne de Vauban“). Während der Unruhen im Zuge des Untergangs des Kaiserreichs 1870/71 und des Deutsch-Französischen Krieges wurden aufständische Republikaner hier festgesetzt. Sie wollten Marseille wieder unabhängig machen. Ihr Anführer, Gaston Crémieux, wurde 1871 erschossen.

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Die Kapelle

International bekannt wurde dieses französische Alcatraz durch Alexandre Dumas’ Roman Der Graf von Monte Christo aus den Jahren 1844 bis 46. Darin wird die Geschichte von Edmont Dantes erzählt, der unschuldig auf der Insel eingekerkert über seine Flucht nachsinnt, um sich anschließend mit Hilfe der Reichtümer der Insel Montechristo an seinen Peinigern zu rächen. Der Roman wurde in Frankreich und international ein gigantischer Erfolg und bis heute unter anderem zu 23 Filmen verarbeitet. Seit 1890 ist die Festung öffentlich zugänglich.

Heute kann man mit einem kleinen Ausflugsboot vom Alten Hafen aus herüberschippern und beobachten, wie die Silouette der Burg, umgeben vom tiefblauen Wasser, immer größer wird. Die ehemaligen Zellen sind heute Ausstellungsräume zur Geschichte der Burg und zur Historie des Romans. Das ganze Gebäude macht einen umfassend restaurierten Eindruck. Der Blick vom Dach des höchstem Turms geht weit hinüber nach Marseille und auf die anderen Frioul-Inseln.

Die Gefangenen müssen es als besonders schrecklich empfunden haben, die Lichter von Marseille sehen zu können, aber die Stadt unerreichbar weit entfernt zu wissen: In Alcatraz war es ja auch so. Touristen nimmt das Boot glücklicherweise alle halbe Stunde wieder mit zurück.

Nachts wird die Burg angestrahlt. Ein Highlight im Meer vor der Stadt.

Link: Ausführlicher Wikipedia-Eintrag

Fotos: Meine

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Tangermünde: Wegen Streit ums Kuhschwanzbier nicht Deutschlands Hauptstadt

•13. Juli 2009 • 6 Kommentare
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Burg Tangermünde an der Elbe - heute ein Hotelkomplex (Fotos: Meine)

Um in Norddeutschland eine wehrhafte Burg zu bauen braucht man … viiiiele Backsteine (ersatzweise gehen auch Findlinge, aber da reicht die Zahl meist nicht). Die ersten, die an der Tangermündung in die Elbe eine Burg bauten, waren im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts die Askanier.

Das hatte den schönen Nebeneffekt reicher Steuereinnahmen. Burg Tanger in der Altmark auch strategisch bedeutsam. Hier war die sächsische Grenze, östlich begann das Land der Slawen, das man noch zu erobern gedachte.

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Bischofsburg Wittstock: Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg

•24. Juni 2009 • Kommentar schreiben
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Im Turm der Burg Wittstock befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges

Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?

Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der Dosse das einzige Museum Deutschlands, das sich ganz dem Dreißigjährigen Krieg widmet (das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster jetzt mal außen vorgelassen).

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Schweriner Schloss: Großherzoglicher Luxus mit Seeblick

•8. Juni 2009 • 2 Kommentare
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Das Schweriner Schloss mit seiner vergoldeten Kuppel

Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea…). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.

Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  gegen die lokalen Obodriten-Clanchefs, heute tagt im Schloss der Landtag von „Meck-Pom“. Überrannt wird bestenfalls das benachbarte Bundesgartenschau-Gelände.

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„Die Gräfin“: Gedreht auf sächsischen Burgen

•6. Juni 2009 • 3 Kommentare
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Gräfin Bathory - Bild: Wikipedia/Prskavka

Am 25. Juni 2009 ist „Die Gräfin“ („The Countess“) in die deutschen Kinos gekommen. Erzählt wird die Geschichte der steinreichen aber leider äußerst blutrünstigen und gewissenlosen ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory (1560-1614), die – der Legende nach – zum Erhalt ihrer Schönheit im warmen Blut ihrer jungen, unschuldigen Opfer gebadet hat.

Das ist natürlich ein Stoff, der sich prima für die große Leinwand umsetzen lässt. Der Streifen mit reichlich Kunstblut spielt zu großen Teilen auf sächsischen Burgen und Schlössern. So drehten die Hauptdarsteller Julie Delpy und Daniel Brühl unter anderem auf Burg Kriebstein, der Albrechtsburg in Meißen und im Albrechtsdom.

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Der blutige Bruderzwist von Burg Wendelstein

•3. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Prima Fotomotiv: Die Ruine von Burg Wendelstein thront auf einem Felsen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt

Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die Himmelsscheibe von Nebra. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.

Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, dass auch die Germanen den Felsen als Festung und Kultstätte genutzt haben (sie wären blöde gewesen, wenn sie sich nicht dort oben festgesetzt hätten).

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Eitler Burgenbau-Boom in verschuldeten Städten

•2. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Ein Schloss Neuschwanstein hätten vielen Städte gern (Foto:Wikipedia/Softeis)

Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich „auch eine Burg haben“. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die Wiederwahl der Bürgermeisters).

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Schloss Sigmaringen – letzte Zuflucht des Vichy-Regimes

•25. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Dunkle Woken über Schloss Sigmaringen

Hätte man Harry Potters Abenteuer in Hogwarts nicht in der Kathedrale von Durham verfilmt – das schwäbische Schloss Sigmaringen wäre eine hervorragende Alternative gewesen. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das turm- und erkerreiche Schloss auf seiner Felsklippe über der Donau habe thronen sehen.

Was für eine Konstruktion, welche eine Kulisse! So etwas kann nur entstehen, wenn Generationen einer Familie Zeit, Muße und genügend den Untertanen abgepresstes Kleingeld haben, um grandiose Baupläne zu verwirklichen – und niemand auf die Arbeiten der Ahnen irgendwelche Rücksicht nimmt.

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Per Paddeltour zur Ruine von Burg Wachtendonk

•24. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Die Überreste von Burg Wachtendonk an der Niers (Foto: meins)

Die Erreichbarkeit von Burganlagen ist höchst unterschiedlich. Einige klammern sich an sturmumtoste Bergspitzen und sind nur nach beschwerlichem Aufstieg zu erklimmen, andere liegen bequem in Innenstädten und haben sogar Straßenbahnanschluss. Wer die traurigen Überreste von Burg Wachtendonk sehen will, kommt besonders gut per Paddelboot hin. Direkt davor lockt nämlich eine eigene Anlegestelle.

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