Bischofsburg Wittstock: Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg

•24. Juni 2009 • Kommentar schreiben
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Im Turm der Burg Wittstock befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges

Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?

Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der Dosse das einzige Museum Deutschlands, das sich ganz dem Dreißigjährigen Krieg widmet (das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster jetzt mal außen vorgelassen).

Die Ausstellung auf den sieben Ebenen des 32 Meter hohen Turms ist klar strukturiert und nicht mit Infos überfrachtet. Ich finde sogar, die Auswahl ist ein wenig arg ausgedünnt, ein paar Exponate mehr hätten sicher nicht geschadet. Die Bischofsburg ist eines der wenigen Museen, das man wahrscheinlich auch mit quengelnden Kindern besuchen kann – sofern diese nichts gegen Treppensteigen haben.

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Die Ausstellungsebenen: Wenige Exponate, dazwischen einige Infotafeln

Die Gliederung:
Ebene 1 Mythen und Wahrheiten
Ebene 2 Ursachen des Krieges
Ebene 3 Lebensfreude und Lebensnot
Ebene 4 Das Leben in der Armee
Ebene 5 Technik und Mensch im Krieg
Ebene 6 Die Schlacht
Ebene 7 Der langersehnte Frieden

Besonders interessant fand ich die Schlachten-Dioramen mit hunderten Zinnsoldaten, in denen die Taktiken der Kontrahenten erklärt wurden. Dort erklärten sich auch die dauernden Erfolge der beweglichen und feuerstarken, weniger tief gestaffelten Schweden über die träge operierenden, dicht zusammenstehenden kaiserlichen Gevierte.

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Mini-Soldaten schlagen die Schlacht bei Wittstock

Unter einem Mikroskop wartet hier auch ein “Pestfloh” auf neugierige Betrachter. Ein Hinweis darauf, dass letztlich mehr Menschen an Seuchen und Krankheiten starben als durch die direkten Kriegseinwirkungen.

Unter den zeitgenössischen Quellen (Briefe, Flugblätter), die gezeigt werden, sticht besonders eine Lohnliste hervor, die transparent macht, was einfache Soldaten und Spezialisten so berdienen konnten. Während Obristen auf 80 bis 200 Reichstaler pro Woche kamen, musste sich der einfach Soldat mit 3/4 bis einem Taler zufrieden geben.

Der “Hurenwäbel”, der im Tross unter den Prostituierten der jeweiligen Kompanie für Ordnung zu sorgen hatte, verdiente nur unwesentlich mehr: 1 1/4 Taler. Fachkräfte wie Wagen- und Proviantmeister waren dagegen mit vier Talern dabei.

Die Soldzahlen stammen von einem Flugblatt zut Anwerbung von Söldnern und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Ob der versprochene Sold dann auch in klingender Münze ausgezahlt wurde, steht auf einem anderen Blatt…

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Restaurierte Türme mit Burgmauer

An medizinischen Gerät ist das wichtigste Utensil der Feldscher ausgestellt: die Knochensäge. Ohne Antibiotika mussten schwer verletzte Gliedmaßen allzu häufig amputiert werden, wenn man nicht an einer Infektion zu Grunde gehen wollte. Gruselig!

Die Burg selbst entstand ab 1244 auf den Fundamenten einer slawischen Ringwallburg (bei der Ostkolonisation nahm man eben, was man kriegen konnte). Sie sollte dem Schutz der wachsenden Siedlung dienen, die sich aus einem ehemals slawischen Dorf entwickelt hatte. Die Grenze zu den Slawen verlief praktisch direkt vor der Burgmauer.

1271 ließen sich die Bischöfe von Havelberg auf der Burg nieder und blieben 270 Jahre (daher auch der Name Alte Bischofsburg). Entsprechend prächtig muss auch dien Burgkapelle gewesen sein. Wittstock war die lokale Metropole. Die Festung galt als uneinnehmbar. Sie bestand aus zwei Teilen, der Oberburg zum Wohnen und der Unterburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Mit der Reformation fiel der Bischofssitz an das Fürstentum Brandenburg und wurde 1596 aufgehoben. Bereits die Brandernburger hatten kein Interesse mehr am teuren Erhalt der Burg.

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Blick vom Burgturm auf Wittstock

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage schwer zerstört. Vor der Stadt tobte am 4. Oktober 1636 die Schlacht bei Wittstock. Dabei siegten 16.000 Schweden gegen 22.000 Kaiserliche und schossen sich so den Weg in die Mitte Deutschlands frei. Bei der Schlacht starben etwa 6000 Menschen, noch 2007 entdeckte man ein Massengrab mit den Überresten von rund hundert Soldaten.

Nach dem Krieg sind noch mehrere Hochzeiten in der Burgkapelle nachgewiesen, doch während eines Sturms zur Jahreswende 1703/04 stürzten wesentliche Teile der Burg ein. Im 19. Jahrhundert wurden die Reste der Ruine zum Teil abgebrochen. 1930 enstand neben dem Burgturm ein Fachwerkbau.

Zur DDR-Zeit wurde im Turm ab 1957 eine Schau des Kreisheimatmuseums gezeigt. Auch als Jugenherberge wurde die Burg genutzt. 1995 bis 1998 wurde die Burganlage im Rahmen eines EU-Förderprojekts restauriert und schließlich 1998 das Museum des Dreißigjährigen Krieges eröffnet. Außerdem beherbergt die Anlage noch das heimatkundliche Ostprignitz-Museum.

Lage: Amtshof 1-5
16909 Wittstock/Dosse
(an der A24/A19 Hamburg-, bzw. Rostock-Berlin)

Links: Museumsseite, Wikipedia-Eintrag über die Alte Bischofsburg

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Fotos: Meine

Schweriner Schloss: Großherzoglicher Luxus mit Seeblick

•8. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Das Schweriner Schloss mit seiner vergoldeten Kuppel

Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea…). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.

Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  gegen die lokalen Obodriten-Clanchefs, heute tagt im Schloss der Landtag von “Meck-Pom”. Überrannt wird bestenfalls das benachbarte Bundesgartenschau-Gelände.

Der erste Hinweis auf eine Befestigung auf der Insel stammt kurioserweise von einem Touristen. Der durchreisende Diplomat Abraham ben Jacov schaute 965 beim Burgenbau zu und schrieb darüber in sein Reisetagebuch (leider sind von diesem einzigartigen Bericht nur Fragmente erhalten).

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Der letzte Obodriten-Fürst Niklot als Reiterstandbild in der Schweriner Schlossfassade

Das Sagen hatten rund um das heutige Schwerin zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als 200 Jahren die Obodriten, ein slawischer Volksstamm, dessen Mitglieder bereits um 800 als heidnische Verbündete Karls des Großen gegen die Sachsen gekämpft hatten. Sie waren zwar zehn Jahre vor Abrahams Tour durch Kaiser Otto I. geschlagen, unterworfen und christianisiert worden, sannen aber gerade auf Rache. Dass sie da ihren Stützpunkt Schwerin massiv befestigten, ist da ziemlich logisch.

Die Revanche gegen die Franken sollte dann 983 im ersten großen Slawenaufstand kommen. Die Obodriten schlossen sich dabei der Rebellion der Liuitzen an und warfen kaierliche Beamte und Priester aus dem Land. Militärisch bestand ihre Beteiligung darin,983 Hamburg zu plündern. Der Aufstand war derart erfolgreich, dass die deutsche Ostsiedlung erstmal für 200 Jahre zum Stillstand kam und es sich auf der Schweriner Burg recht ungestört leben ließ.

Letzlich konnte sich das Obodriten-Fürstentum aber nicht gegen den mächtigen Sachsen-Herrscher Heinrich den Löwen halten. 1160 wurde der Clanchef Niklot von Männern Heinrichs getötet. Im Schloss erzählt ein Monumentalgemälde von seinem Tod im Hinterhalt. Angesichts ihrer aussichtslosen Lage brannten die Obodriten Burg Schwerin nieder. Heinrich fing neu an: Er gründete das Bistum Schwerin und begann den Neubau der Burg.

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Schlossfassade

Niklots Sohn Pribislaw gab seinen Widerstand bald auf, ließ sich taufen und wurde zu einem treuen Gefolgsmann Heinrichs des Löwen (der vorher noch schnell Pribislaws Bruder hinrichten ließ). Dafür erhielt der Niklot-Sohn große Teile des väterlichen Besitzes als Lehen (ohne Schwerin) und wurde Stammvater einer Dynastie, die erst 1918 von der Revolution hinweggefegt werden sollte. Standesgemäß verstarb er übrigens 1178 an einer Turnier-Verletzung.

Schwerin mit seiner Burg war derweil in den Händen der von Heinrich eingesetzten Grafenfamilie von Hagen – und blieb da auch. Erst 1358 kauften Pribislaws Nachkommen, seit zehn Jahren stolze Herzöge von Mecklenburg, schließlich ihren alten Stammsitz mitsamt Grafschaft zurück. Sie verlegten auch gleich ihre Residenz von Mikelenburg bei Wismar nach Schwerin. Sie bauten die wehrhafte Burg zum Schloss um, aus ihrer Zeit steht noch der Bischofsbau an der Seeseite.

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15 Türme nach französischem Vorbild

Herzog Johann Albrecht I. ließ das Schloss dann 1553 bis 1555 im Renaissance-Stil umbauen und erweitern. Der Herzog schaute auf Luxus: Rote Terrakottaplatten schmückten nun die Fassade. Alabasterreliefs und Sandsteinportale kamen hinzu. Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg war dann ein Totalumbau im Stil der niederländischen Renaissance geplant, allerdings kam der Krieg dazwischen.

Kaiser Ferdinand II. waren die protestantischen Obodriten ein Dorn im Auge, und er “entließ” sie 1628 kurzerhand, um das Land an seinen Feldherrn Wallenstein zu übertragen. Bei den Kurfürsten sorgte diese Selbstherrlichkeit für erheblichen Unmut. Wenn der Kaiser die Mecklenburger Herzöge so einfach enteignet, was könnte er dann als nächstes tun? Auf Druck der Fürsten folgte Anfang 1630 die Entlassung Wallensteins und die Rücknahme der umstrittenen Mecklenburg-Entscheidung. Die folgenden Kriegsjahre überstand Schwerin  relativ glimpflich, das Schloss blieb trotz schwedischen Durchmarschs stehen.

Infolge einer Reichsexekution gegen Herzog Karl Leopold waren nach 1719 die Hannoveraner einige Jahre die Herren im Schloss. Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhundert wurde die Anlage um einen Fachwerkbau für die herzögliche Gemäldesammlung erweitert.

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Blick vom Schloss auf den Schweriner See

Unter dem Eindruck der Prachtentfaltung des französischen Hofs in den Jahrzehnten vor der Revolution zog der herzogliche Haushalt 1763 ins Schloss Ludwigslust um, auch als “mecklenburgisches Versailles” bekannt.  Herzog Friedrich Franz I. wurde 1806 von den französischen Besatzern zunächst entthront.

Doch die Fähigkeit der Familie, ihre Fahne immer wieder – wenn auch leicht verspätet – nach dem momentanen politischen Wind zu drehen, rettete ihn. Nach einem Treffen mit Napoleon setzte ihn der Korse 1807 wieder ein, und der Mecklenburger trat soglich dem französisch dominierten Rheinbund bei.

Als das Pendel umschwang, fand sich Friedrich Franz denn auch auf der “richtigen” Seite wieder und stellte sich nach dem Russland-Debakel der Grande Armee auf die Seite der Alliierten. Zum Dank durften er und seine Nachfolger sich seit 1815 Großherzöge nennen. Nach seinem Tod zog es Sohn Paul Friedrich 1837 aus Ludwigslust wieder zurück in die alte Hauptstadt Schwerin.

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Prächtig: der Thronsaal (Foto: Wikipedia/Sky). Entstanden, als sich die Regierung auf die Drohung eines Eingreifens der preußischen Armee stützte.

Paul Friedrich wollte das heruntergekommene Gemäuer umbauen und einen neuen Flügel errichten. Um die Pläne umzusetzen, stützte er sich auf Hofbaumeister Georg-Adolf Demmler. Bevor jedoch allzuviel in die Tat umgesetzt war, starb der Großherzog 1842 im Alter von nur 41 Jahren an einer Erkältnung, die er sich beim Löschen eines Stadtbrands zugezogen hatte.

Auf den Thron kam sein erst 19-jähriger Sohn Friedrich Franz II.. Der wollte zunächst alles anders machen, und sah in den historischen Gebäuden in erster Linie alte Kästen, die seinen hochfliegenden Plänen im Weg standen. Demmler konnte dem jungen Monarchen jedoch die schlimmsten Ideen ausreden und seine eigenen Entwürfe durchsetzen.

Der Architekt orientierte sich am Renaissance-Loireschloss von Chambord (inzwischen Unesco-Welterbe). Elemente aus 16. und 17. Jahrhundert bezogen Demmler und sein Mitarbeiter Hermann Willebrand in das Ensemble ein. 1847 war als erstes prägendes Bauwerk der Hauptturm fertig. Dann kam die 1848er-Revolution. Noch 1849 erließ Friedrich Franz ein äußerst liberales Staatsgrundgesetz als  Verfassung für Mecklenburg-Schwerin¹), was seinen stockkonservativen Verwandten überhaupt nicht passte.

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Reich geschmückte Decke im Foyer des Schlossmuseums

Der Adel erzwang mit Hilfe der Preußen 1850 eine rigide Rolle rückwärts. Der so genannte Freienwalder Schiedsspruch erklärte die liberale Verfassung für ungültig und kehrte zum alten herzoglichen Landesgrundgesetz von 1755 zurück. Das gab die Macht in erster Linie in die Hände der im Landtag vertretenen Mecklenburgischen Ritterschaft.

Die mecklenburgischen Großherzogtümer (Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz) waren damit verfassungspolitisch die rückständigsten Gebiete Deutschlands.

Der harte Kurs gegen die Demokraten und “Arbeiterfreunde” schlug auch auf den Schloss-Umbau durch. Der liberale Baumeister Demmler, der es gewagt hatte, eine Kranken- und Unfallkasse für die Arbeiter einzurichten und sich für eine gerechte Entlohnung einzusetzen, wurde entlassen. Als seinen Nachfolger berief der Großherzog den Berliner Architekten Friedrich August Stüler, der sich bereits mit dem Wiederaufbau der schwäbischen Vorzeige-Ritterburg Hohenzollern einen Namen gemacht hatte.

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Prachtvolle Türme und die goldene Kuppel

Er veränderte den Demmler-Entwurf stark, fügte das Niklot-Reiterstandbild und die goldene Prunkkuppel hinzu. Auf ihn geht auch der von völlig überzogenem Luxus nur so triefende Ausbau der Räume und der Thronsaal zurück (mehr zur Einrichtung der diversen Räume auf den Seiten des Landtags). Dabei griffen die Raumausstatter auch ganz gern auf Billig-Material zurück, um den pompösen Eindruck zu erreichen: Die reichlich vorhandenen Decken-Intarsien sind nicht aus Marmor, Gips und seltenen Tropenhölzern, sondern aus bemaltem, in Formen gepresstem Pappmaschee. Eine durchaus praktische Lösung.

Als das Schloss 1857 fertig war, galt es als Hauptwerk des romantischen Historismus und steht damit architekturgeschichtlich in einer Reihe mit der Drachenburg bei Königswinter und Schloss Neuschwanstein. Die Idee mit den leicht brennbaren Baumaterialen hatte nur einen Haken: Es konnte schnell zur Katastrophe kommen. Die trat dann auch 1913 ein. Ein Drittel des Schlosses brannte ab. Der Wiederaufbau dauerte während des Ersten Weltkriegs noch an.

Nach Abdankung des letzten Großherzogs im Zuge der Novemberrevolution ging das Schloss in Staatsbesitz über. Bereits 1921 eröffnete im Schloss ein Museum. Auch den Zweiten Weltkrieg überstand die Anlage weitgehend unbeschadet. Die DDR ließ im 1913 ausgebrannten Burgseeflügel ab 1948 einen Plenardsaal einrichten und nutzte das Schloss ansonsten zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen und als Museum. Seit 1974 bemühte man sich sogar, die Innenräume zu erhalten (nicht unbedingt alltäglich, andere Schlösser ließ das Regime sprengen).

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Das Schloss im Stadtbild

Nach der Einheit wurde das Schloss zum Sitz des Landtags des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Seitdem müssen sich die Mecklenburger anhören, dass sie zwar den schönsten Parlamentssitz, aber den hässlichsten Plenarsaal haben. Nunja.

Seit dem Mauerfall hat sich das Bundesland Sanierung und Restaurierung des Schlosses stolze 87 Millionen  Euro kosten lassen. Speziell die Fundamente, die sich jährlich um bis zu zwei Millimeter in den schlammigen Boden senken, machen Probleme. Eine der Maßnahmen war die Sanierung des Glockenturms mit seiner vergoldeten Kuppel (23,75 Karat). 2003 waren an dem Bauwerk, dessen Kern vermutlich aus dem Jahr 1555 stammt, erhebliche Schäden festgestellt worden. Auch alle anderen Türme (es sind insgesamt 15) und die Schlossfassade wurden saniert. Ganz fertig mit der Fassade wird man voraussichtlich 2011.

Jetzt können aber erstmal die Buga-Gäste kommen…

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Das Schweriner Schloss hat einen guten Geist, das Petermännchen. Der Zwerg warnt vor Unheil. Auch vor dem Brand 1913 wurde er angeblich auf der Schlossbrücke gesehen. Aber man hörte nicht auf ihn.

Lage
Schloss Schwerin,
Lennestraße 1,
19053 Schwerin

Links: Wikipedia-Eintrag, Schlossmuseum Schwerin, sehr detailliert sind auch die Infos auf der Schloss-Seite des MVP-Landtags. Äuerst interessant ist übrigens auch die Geschichte der Herzoginnen.

¹) 1701 hatte sich die Familie so über die Thronfolge zerstritten, dass für die zu kurz gekommenen neben Mecklenburg-Schwerin ein eigenes Herzogtum (ab 1815 Großherzogtum) Mecklenburg-Strelitz aus der Taufe gehoben wurde, das bis 1918 erhalten blieb und für das die liberale 1848er-Verfassung nicht galt. Die beiden Mecklenburgs bildeten zusammen einen “Gesamtstaat”.

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Fotos: Meine, falls nichts anderes dabeisteht

“Die Gräfin”: Gedreht auf sächsischen Burgen

•6. Juni 2009 • 3 Kommentare
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Gräfin Bathory - Bild: Wikipedia/Prskavka

Am 25. Juni 2009 ist “Die Gräfin” (”The Countess”) in die deutschen Kinos gekommen. Erzählt wird die Geschichte der steinreichen aber leider äußerst blutrünstigen und gewissenlosen ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory (1560-1614), die – der Legende nach – zum Erhalt ihrer Schönheit im warmen Blut ihrer jungen, unschuldigen Opfer gebadet hat.

Das ist natürlich ein Stoff, der sich prima für die große Leinwand umsetzen lässt. Der Streifen mit reichlich Kunstblut spielt zu großen Teilen auf sächsischen Burgen und Schlössern. So drehten die Hauptdarsteller Julie Delpy und Daniel Brühl unter anderem auf Burg Kriebstein, der Albrechtsburg in Meißen und im Albrechtsdom.

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Der blutige Bruderzwist von Burg Wendelstein

•3. Juni 2009 • Kommentar schreiben
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Prima Fotomotiv: Die Ruine von Burg Wendelstein thront auf einem Felsen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt

Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die Himmelsscheibe von Nebra. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.

Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, dass auch die Germanen den Felsen als Festung und Kultstätte genutzt haben (sie wären blöde gewesen, wenn sie sich nicht dort oben festgesetzt hätten).

Im Frühmittelalter sicherte offenbar sächsische Stämme den Wendelstein, um die Grenze ihres Reichs gegenüber dem Herrschaftgebiet der Franken abzustecken. Die frühe Geschichte der Anlage liegt allerdings im Dunkeln.

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Oberburg: Sanierte Gebäude und Ruine grenzen aneinander

Erst 1312 wird eine Burg aktenkundig. Die Grafen von Rabenswalde hatten sie an die Brüder Hermann und Friedrich von Orlamünde vererbt, die sie weiter ausbauen. Die Orlamünder machen allerdings den Fehler, beim Thüringer Grafenkrieg in die Koalition gegen den Landgrafen Friedrich einzusteigen.

Die antigräfliche Koalition konnte sich nicht halten und musste hohe Entschädigungen an Friedrich zahlen, die ehemals unabhängigen Orlamünder Grafen gehen pleite und finden sich als Lehnsmannen des Landgrafen wieder. Aus latenter Geldnot verkaufen sie den Wendeltstein schließlich 1355 an den Hofrichter des Landgrafen, Christian von Witzleben.

Dessen Nachkommen bauen die Burg zur Festung aus. Um 1440 ist der Wendelstein je zur Hälfte im Besitz der Brüder Kerstan und Friedrich von Witzleben. Die ehrgeizigen Burggrafen sind heillos zerstritten und würden die Besitzfrage am liebsten mit der Waffe lösen.

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Einsturzgefahr: Risse durchziehen die schiefen, von der 1640er Sprengung gezeichneten Mauern.

Die Möglichkeit dazu bietet sich im Sächsischen Bruderkrieg. Kerstan stellt sich auf die Seite des sächsischen Kurfürsten Friedrich, sein Bruder Friedrich unterstützt Herzog Wilhelm. Die Witzlebens fechten nun ihren eigenen Bruderzwist innerhalb der landesweiten Familienauseinandersetzung der Wettiner aus, die große Teile des Landes zwischen Unstrut und Saale verwüstet.

Der Wendelstein wird belagert und fällt 1445 mit Hilfe von Kerstan an den Kurfürsten, der ihn nun in gänze an Kerstan überträgt. Nach dem Frieden 1451 muss er die ursupierte Hälfte allerdings wieder herausrücken. Die ganze blutige Angelegenheit war also letzlich völlig sinnlos.

Die Stimmung in der Familien dürfte nach dem Krieg reichlich desaströs gewesen sein. Friedrich Sohn Christoph hat dann auch 1471 keine Lust mehr auf die hälftige Verwaltung und tauscht seinen Anteil mit Bruno von Querfurt gegen Schloss Burgscheidungen.

Erst Anfang des 16. Jahrhunderts schaffen es die Witzlebens wieder, in den Besitz des gesamten Wendelsteins zu kommen. Der soll nun zeitgemäß ausgebaut werden. Da die Familien mal wieder heillos zerstritten ist, dauern die Bauarbeiten knapp 30 Jahre.

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Die Ruinen wachsen zu

Zusammengeschweißt werden die Adligen nur durch äußere Ereignisse. Als die Bauernmassen vor den Toren stehen und einige Vorschläge in Sachen Soziale Gerechtigkeit, Wochenarbeitszeit etc. recht deutlich vorbringen, verbarrikdieren sich die v. Witzlebens und andere Adelsfamilien in der Burg und sitzen den Bauernkrieg aus. Von oben sehen sie ihre umliegenden Besitzungen brennen. Nach der Niederlage der Bauern 1525 in der Schlacht bei Frankenhausen (gut 30 Kilometer vom Wendelstein) nimmt der Adel blutige Rache.

Auch im Schmalkaldischen Krieg wird die Burg nicht erobert – sondern an die Truppen von Kurfürst Johann Friedrich übergeben (und hinterher geplündert). Für den Wendelstein beginnt danach die wohl eindrucksvollste Zeit seiner Geschichte.

Die Witzlebens werfen das Geld ihrer Untertanen mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Heinrich und sein Sohn Wolf veranstalten Jagden, Feiern und bauen die Gemäuer großzügig aus. Der Wendelstein wird zum weithin bekannten Treffpunkt der adligen Gesellschaft. Heinrich wird wegen seines Gestüts und seiner Kenntnisse in der Falknerei von Kurfürst August von Sachsen geschätzt und ist ständig im Land unterwegs.

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Das Schloss ist wieder bewohnt

Wahrscheinlich hätte es aber nicht einmal das prassende Adelsgechlecht mit seinem aufwendigen Lebensstil geschafft, das reiche Land zu ruinieren. Aber Heinrich hatte eine verhängnisvolle Schwäche: Der Burggraf war spielsüchtig. 1547 soll er beim Landtag in Chemnitz mal eben 3100 Taler gegen einen einzigen Spielpartner verloren haben.

Nach seinem Tod 1561 setze der eher kulturell interessierte Wolf den spendablen Kurs fort. Kredite bedient er mit neuen, immer höheren  Krediten (man kennt das ja) und ließ 1596 sogar noch das Neue Schloss, den heutigen Ostflügel, der Burg errichten. Doch irgendwann riss auch bei den Gläubigern der Geduldsfaden.

1616, kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Kriegs sind die Witzlebens dann ihre Burg nach gut 260 Jahren wieder los. Kurfürs Johann Georg von Sachsen ist jetzt der neue starke Mann auf der Burg.

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Aussicht über Wendelsteiner Schleuse und die Unstrut-Niederung Richtung Thüringen

Erfreut über ihre strategisch gümstige Lage, lässt er sie weiter befestigen. Doch es hilft nichts. Für die durchziehenden Herhaufen mit ihrer weit tragenden Artillerie sind die Mauern auf der 30-Meter-Erhebung kein ernsthaftes Hindernis. Der Wendelstein fällt 1632, 1636 und 1639/40. Einmal durch die Truppen des Generals Pappenheim, zweimal durch die Schweden.

Die letzte, viertägige Belagerung, durch die Truppen der Generäle Wrangel und Königsmark, erweist sich als ruinös. Bergleute unterminieren die zwei Meter dicken Mauern im Auftrag der Schweden. Am 12. Dezember 1640 gehen die Sprengladungen in den Stollen hoch. Wälle stürzen ein, die kursächsische Besatzung ergibt sich. Die Schweden, verärgert, dass sie hier zum zweiten Mal kämpfenm müssen, schleifen die Befestigungen. Die aufwendig verzierten Räume der Witzlebens brennen aus, die Türme werden gesprengt.

wendelstein3Nur einige einfache Fachwerkhäuser werden anschließend wieder aufgebaut. Der Wendelstein wird nach Ende des Krieges zum Gestüt unter kursächsischer Leitung. Bis zu den napoleonischen Kriegen genießen die Pferde vom Stein einen hervorragenden Ruf. 1813 überrennt das Lützowsche Freikorps unter Theodor Körner die Besatzung und erbeutet sämtliche Pferde. Auch das Kapitel Gestüt Wendelstein ist damit beendet. Der Wendelstein und die dazugehörigen Güter fallen 1815 an Preußen.

Bis in die 1950er Jahre gab es Wohnungen im Schloss, die allerdings selbst für DDR-Verhältnisse bald unbenutzbar waren. In den 1980er Jahren wurden dann doch einige Räume saniert und erneut Wohnungen eingerichtet. Seit 2004 gehört der Wendelstein einem Berliner Architekten.

Die Ruine in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen ist öffentlich zugänglich (Vorsicht: Einsturzgefahr). Man kann über einen Treppenturm auf eine Plattform steigen und den Blick über Unstrut und das weite Umland schweifen lassen.

Links: Die ausführliche Geschichte des Wendelstein bei Unstrut-Web, Wikipedia-Eintrag. Eine Chronik gibt’s u.a. bei Blaues-Band.de.

Lage: Theodor-Körner-Straße, 06642 Memleben

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Bilder: Meine

Eitler Burgenbau-Boom in verschuldeten Städten

•2. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Ein Schloss Neuschwanstein hätten vielen Städte gern (Foto:Wikipedia/Softeis)

Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich “auch eine Burg haben”. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die Wiederwahl der Bürgermeisters).

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Schloss Sigmaringen – letzte Zuflucht des Vichy-Regimes

•25. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Dunkle Woken über Schloss Sigmaringen

Hätte man Harry Potters Abenteuer in Hogwarts nicht in der Kathedrale von Durham verfilmt – das schwäbische Schloss Sigmaringen wäre eine hervorragende Alternative gewesen. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das turm- und erkerreiche Schloss auf seiner Felsklippe über der Donau habe thronen sehen.

Was für eine Konstruktion, welche eine Kulisse! So etwas kann nur entstehen, wenn Generationen einer Familie Zeit, Muße und genügend den Untertanen abgepresstes Kleingeld haben, um grandiose Baupläne zu verwirklichen – und niemand auf die Arbeiten der Ahnen irgendwelche Rücksicht nimmt.

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Per Paddeltour zur Ruine von Burg Wachtendonk

•24. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Die Überreste von Burg Wachtendonk an der Niers (Foto: meins)

Die Erreichbarkeit von Burganlagen ist höchst unterschiedlich. Einige klammern sich an sturmumtoste Bergspitzen und sind nur nach beschwerlichem Aufstieg zu erklimmen, andere liegen bequem in Innenstädten und haben sogar Straßenbahnanschluss. Wer die traurigen Überreste von Burg Wachtendonk sehen will, kommt besonders gut per Paddelboot hin. Direkt davor lockt nämlich eine eigene Anlegestelle.

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Künstliches Mini-Erdbeben auf der Nürburg

•17. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Die Nürburg über dem gleichnamigen Ort am Nürburgring (Foto: meins)

Das Mega-Festival Rock am Ring ist einmal auch in den Dienst der Forschung getreten. Wissenschaftler vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) wollten zusammen mit dem Team der  der WDR-Sendung Quarks & Co. herausfinden, ob tausende Menschen, die gleichzeitig hüpfen, ein Erdbeben erzeugen können, das sich noch einen Kilometer entfernt messen lässt. Und gerade in der richtigen Distanz vom Ring befindet sich die Nürburg.

Als Testobjekte stellten sich im Sommer 2007 netterweise 50.000 Rock-am-Ring-Besucher und die Gruppe Wir sind Helden zur Verfügung. Motto: “science meets pop”.

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Schloss Heessen: Pauken beim Rauschen der Lippe

•12. Mai 2009 • 2 Kommentare
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Das Landschulheim und Privatgymnasium Schloss Heessen in Hamm (Foto: Meins)

Ein nobles Internat, das etwas auf sich hält, gehört auf eine zugige Ritterburg oder ein standesgemäßes Schloss. Zehntausende haben schließlich in den 80ern Oliver Hassencamps Abenteuer der Schüler auf Burg Schreckenstein verschlungen. Und welcher Personalchef wird schon angehende Führungskräfte abweisen, die ihr Abi auf Schloss Salem gebaut haben? Der 1988 verstorbene Erfolgsautor Hassencamp zählte übrigens dazu, womit zumindest klar ist, woher viele seiner ritterlichen Ideen stammten…

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Hollands Nationalheld Wilhelm von Oranien plante auf Schloss Dillenburg

•6. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Der Wilhelmsturm über den Kasematten von Schloss Dillenburg (Foto: Meins)

Dass die Vereinigten Provinzen der Niederlande gegen die übermächtigen Habsburger schließlich ihre Unabhängigkeit erkämpften, hat viel mit einem eher wortkargen Fürsten aus dem hessischen Dillenburg zu tun. Wilhelm von Oranien (1533-1584) kam im Dillenburger Schloss zur Welt.

Der elfjährige Wilgelm von Nassau-Dillenburg wurde durch den Kriegstod eines Onkels zu dessen Erben und somit zu einem der reichsten Adeligen der Niederlande. Kaiser Karl V. holte ihn aus dem engen Dill-Tal an seinen Hof nach Brüssel, zwecks Indoktrinierung Erziehung.

Später wird der junge Mann Statthalter in Holland, Zeeland und Utrecht und in dieser Position 1564 in den Beginn des 80-jährigen Krieges um die Freiheit der Niederlande hineingezogen. Im niederländischen Staatsrat führte Wilhelm die Reihen derjenigen an, die gegen die Inquisition protestierten. Er übernahm auch den Befel über aufständische Truppen.

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Burg Gleiberg: Geburtsstätte einer heiligen Kaiserin?

•4. Mai 2009 • 1 Kommentar
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Blick auf den 30 Meter hohen Bergfried von Burg Gleiberg (Foto: Meins)

Wer imposante Burgruinen sucht, wird rund um Gießen schnell fündig. Das weite, fruchtbare Lahntal ist mit allerlei Basaltkegeln gesprenkelt, wie geschaffen für den Burgenbau. Schon seit dem Jahr 930 ist der Gleiberg befestigt (treffender wäre die Bezeichnung Gleihügel, aber das hören die Einheimischen nicht so gern).

Dort oben saßen die Grafen von Gleiberg. Die Herren des beschaulichen Gleiberger Landes wurden durch eine Liebesheirat urplötzlich zu bedeutenden Leuten: Salier-Kaiser Heinrich II. dachte zur Jahrtausendwende nicht an den potentiell nahenden Weltuntergang, sondern ehelichte die Schwester des Dynastiegründers Friedrich I., Kunigunde. Wahrscheinlich war die spätere Kaiserin Kundigunde von Luxemburg um das Jahr 980 auch auf Burg Gleiberg geboren worden.

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