Quasr Ibn Ma’an: Dungeon-Burg über Tadmor

•7. Oktober 2009 • 1 Kommentar
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Blick aus Richtung der Ruinen von Palmyra auf die Burg Quasr Ibn Ma'an

Was machte man im Mittelalter in der Wüste mit dem einzigen Hügel weit und breit, der auch noch von Höhlen durchzogen ist? Na, man baute eine Burg darauf. Zum Schutz der syrischen Siedlung Tadmor (das antike Palmyra) und der Grenze des Fürstentums Homs entstand um 1230 die Burg Quasr Ibn Ma’an. Bauherr war wohl der Fürst von Homs, Sirkuh II. Nach der Machtübernahme der Mameluken um 1260 verstärkten diese die kleine Festung weiter.

Richtig gemütlich machte es sich hier oben (mit Blick auf die etwa zwei Kilometer entfernte Oasenstadt Tadmor und das Ruinenfeld von Palmyra) der libanesische Drusenfürst Fakhreddin (1585–1635). Er ließ die Burg schlossähnlich ausbauen.  Die Aussicht bekam ihm allerdings nicht gut. Sein Versuch, sich mit dem mächtigen Osmanenreich anzulegen, scheiterte kläglich. Die Türken nahmen ihn gefangen und richteten ihn 1635 in Istanbul hin.

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Burg, Sand und Trümmer...

Danach verfiel die Burg. Heute sind nur noch die Außenmauern gut zu erkennen. Drinnen sieht es eher trostlos aus. Von weitem gibt die Burg, gerade in Kombination mit den Ruinen von Palmyra, ein phänomenales Fotomotiv ab. Nachts wird die Anlage angestrahlt.

Der Komplex ist keilförmig und von einem Graben umgeben. Die Kernburg bestand aus mehreren Gebäuden, die über einer Zisterne errichtet wurden. Die Außenfronten wurden in engem Abstand mit schmalen Rechtecktürmen besetzt. Kurz nach der Erbauung der Kernburg wurde diese von einer turmbewehrten Mauer umgeben. Die 13 Türme sind maximal 7,5 Meter breit und so schmal, dass die Verteidiger keine größeren Schleudern oder ähnliches darauf aufstellen konnten.

palmyra5Wer die Burg erobern wollte, musste sich erst einmal durch ein unübersichtliches unterirdisches Labyrinth aus Gängen rund um die Zisterne hindurchkämpfen. Dieses bestand auch noch aus mehreren voneinander getrennten Abschnitten. So eine Art Dungeon mit diversen Leveln mitten in der Wüste, um mal die Adventure-Sprache zu bemühen.

Dummerweise waren damals aber weder Cheats noch Extra-Leben erfunden…

Links: Kurzer Wikipedia-Eintrag zur Burg

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Fotos: Meine

Château d’if: Auf der Insel des Grafen von Monte Christo

•21. September 2009 • 2 Kommentare
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Blick von Marseille auf das Chateau d'if

Marseille war im Mittelalter stark befestigt. Die schönen Stadtmauern und Türme hatten allerdings einen gewaltigen Nachteil: Sie schützten nur die Stadt, nicht den ausgedehnten natürlichen Hafen („Vieux
Port“). Invasoren konnten also gemütlich ins Hafenbecken schippern, die Stadt von See her abschneiden und ihre Belagerungsgeräte bequem per Frachtkahn nachkommen lassen.

König Franz I. muss sich darüber ziemlich geärgert haben, als er 1516 hier vorbei kam (erst seit 1481 gehörte die Stadt zu Frankreich). Besonders erzürnte den Monarchen wohl, dass man das Problem relativ leicht hätte lösen können: Durch eine Befestigung einer der vorgelagerten Inseln des kleinen Frioul-Archipels, wie der Ile d’if. Das ordnete der Monarch auch sogleich an.

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Die Burg auf der Felseninsel

Der Befehl sorgte bei den immer noch ihrer Unabhängigkeit nachtrauernden Marseillern erstmal für Ärger. Eine königliche Festung 1 1/2 Kilometer vor ihrer Hafeneinfahrt? Da sie selbst für den Bau zuständig waren, passierte erstmal nichts. 1524 dann der Schock: Kaiser Karl V. belagerte die Stadt. Die konnte sich zwar mit Mühe und Not halten, aber jetzt war klar, dass die Burg auf der Insel lebensnotwendig für das weitere Schicksal der Stadt war.

Noch 1524 werden daraufhin die ersten Mauern auf der Insel hochgezogen. Sieben Jahre später war das Chateau d’if fertig. 200 Soldaten und 22 Kanonen waren dort stationiert. Die Artillerie war in Bastionen und auf drei Rundtürmen verteilt, der höchste 22 Meter hoch. Ein durchaus mächtiges Bollwerk.

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Innenhof mit Brunnen

Der nächste Angriff von Karl V. scheiterte 1536 prompt an der Seefestung, was die stolzen Einwohner nicht davon abhielt sich weiter über den Fremdkörper vor ihrem Hafen zu ärgern.

Die Lage prädestinierte die Insel als Gefängnis. 1580 kam wohl der erste Häftlinge in einer der Zellen unter (und wurde sogleich umgebracht). Rund 3500 Protestanten wurden in den folgenden Jahrzehnten vor Marseille interniert. Wer wohlhabend genug war konnte sich in der Burg übrigens eine geräumige Zelle mieten und das entsprechende Catering kommen lassen. Für die armen Schlucker gab’s nur zusammengepferchtes Dahinvegetieren in feuchten, luft- und lichtlosen Löchern.

Festungsbaumeister Vauban verewigte sich 1702 mit einem Wachtgebäude („Caserne de Vauban“). Während der Unruhen im Zuge des Untergangs des Kaiserreichs 1870/71 und des Deutsch-Französischen Krieges wurden aufständische Republikaner hier festgesetzt. Sie wollten Marseille wieder unabhängig machen. Ihr Anführer, Gaston Crémieux, wurde 1871 erschossen.

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Die Kapelle

International bekannt wurde dieses französische Alcatraz durch Alexandre Dumas’ Roman Der Graf von Monte Christo aus den Jahren 1844 bis 46. Darin wird die Geschichte von Edmont Dantes erzählt, der unschuldig auf der Insel eingekerkert über seine Flucht nachsinnt, um sich anschließend mit Hilfe der Reichtümer der Insel Montechristo an seinen Peinigern zu rächen. Der Roman wurde in Frankreich und international ein gigantischer Erfolg und bis heute unter anderem zu 23 Filmen verarbeitet. Seit 1890 ist die Festung öffentlich zugänglich.

Heute kann man mit einem kleinen Ausflugsboot vom Alten Hafen aus herüberschippern und beobachten, wie die Silouette der Burg, umgeben vom tiefblauen Wasser, immer größer wird. Die ehemaligen Zellen sind heute Ausstellungsräume zur Geschichte der Burg und zur Historie des Romans. Das ganze Gebäude macht einen umfassend restaurierten Eindruck. Der Blick vom Dach des höchstem Turms geht weit hinüber nach Marseille und auf die anderen Frioul-Inseln.

Die Gefangenen müssen es als besonders schrecklich empfunden haben, die Lichter von Marseille sehen zu können, aber die Stadt unerreichbar weit entfernt zu wissen: In Alcatraz war es ja auch so. Touristen nimmt das Boot glücklicherweise alle halbe Stunde wieder mit zurück.

Nachts wird die Burg angestrahlt. Ein Highlight im Meer vor der Stadt.

Link: Ausführlicher Wikipedia-Eintrag

Fotos: Meine

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Tangermünde: Wegen Streit ums Kuhschwanzbier nicht Deutschlands Hauptstadt

•13. Juli 2009 • 6 Kommentare
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Burg Tangermünde an der Elbe - heute ein Hotelkomplex (Fotos: Meine)

Um in Norddeutschland eine wehrhafte Burg zu bauen braucht man … viiiiele Backsteine (ersatzweise gehen auch Findlinge, aber da reicht die Zahl meist nicht). Die ersten, die an der Tangermündung in die Elbe eine Burg bauten, waren im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts die Askanier.

Das hatte den schönen Nebeneffekt reicher Steuereinnahmen. Burg Tanger in der Altmark auch strategisch bedeutsam. Hier war die sächsische Grenze, östlich begann das Land der Slawen, das man noch zu erobern gedachte.

1009 fand die Burg erstmals Eingang in eine Chronik. Tangermünde feiert daher in diesem Jahr 1000. Geburtstag, u.a. mit einer eigenen Briefmarke. Eigentlich etwas früh, denn der Ort im Schutz der Festung entwickelte sich erst im 13. Jahrhundert (erste Erwähnung: 1275) – dann aber rasant.

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Der Kapitelturm

Die blühende Burgstadt war Residenz der Markgrafen von Brandenburg. Selbst nach dem Aussterben der Askanuer (1320) ging der Aufstieg weiter.  Kaiser Karl IV. erwarb die Burg 1373 und baute sie zu einer veritablen Kaiserpfalz aus.

Sie wurde mit 115×150 Metern eine der größten Höhenburgen Norddeutschlands („Höhenburg“ heißt in diesem Fall sechs Meter über dem Stadt-Niveau). Auch ein gut 50 Meter hoher Wehrturm (der heutige Kapitelturm), mit 1,50 Meter dicken Mauern, stammt aus dieser Zeit.

Der Kaiser wollte von dieser starken Festung aus großte Teile des Reiches regiert sehen. 1368 triat die Kaiserstadt der mächtigen Hanse bei. Fünf Jahre später wurde sie offiziell zur Nebenresidenz des Kaisers, Hauptresidenz ist der Hradschin in Prag. Die Prager Burg war auch Vorbild für den Tangermünde-Ausbau.

Dummerweise starb der Monarch 1378, bevor seine großen Pläne Wirklichkeit werden können, und das Land versank erstmal im Chaos. Lokale Warlords Raubritter übernahmen das Kommando.

In Brandenburg kamen schließlich 1411 die Hohenzollern an die Macht, die ab 1414 auch die Kurwürde trugen und mit dem Durcheinander rabiat aufräumten. Tangermünde war ihre erste Residenzstadt in Brandenburg. 1414 wurde auf der Burg der spätere Kurfürst Albrecht Achilles geboren.

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Portal mit Brandenburger Wappen und Gefängnisturm

In den folgenden Jahrzehnten entanden prächtige Backsteingotik-Bauten wie Rathaus, Stadtmauer (fast vollständig erhalten) und Stadttore. Albrecht Achilles ließ auch den Rundturm („Gefängnisturm“) der Burg errichten – ein Signal an die nach Unabhängigkeit strebenden Bürger, es nicht zu übertreiben.

Wenn die Entwicklung dieses „Rotenburg des Nordens“ nahtlos so weitergelaufen wäre, hätte sich das spätere Königreich Preußen vielleicht von Tangermünde aus entwickelt – und Berlin wäre kleinstädtische Provinz geblieben.

Dass es anders kam und Burg Tanger doch nicht das Berliner Stadtschloss als Residenz der Dynastie ersetzte, hat mit Albrecht Achilles’ Sohn Johann Cicero und (zu einem guten Teil) der Biersteuer zu tun. Dem frischgebackenen Kurfürsten reichten die direkten Steuern und Zölle nicht mehr aus, und er kam auf die – überaus fortschrittliche Idee – der indirekten Besteuerung.

Dummerweise suchte er sich für sein fiskalisches Experiment das Lieblings-Kulturgut seiner Landeskinder aus: Er führte 1488 die Biersteuer ein. Das traf die Stadt hart: 84 Hausbrauereien produzierten im mittelalterlichen Tangermünde den Gerstensaft. Besonders beliebt war und ist) das Kuhschwanzbier.

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Stadtmauer und Stadttore sind zu gtoßen Teilen erhalten

Der Legende nach haben die Stadtoberen verfügt, dass an den Tagen, an denen die Brauer Wasser aus der Tanger holten, die Rindviecher gefälligst nicht im Fluss baden sollten. Der Hygiene wegen. Das funktionierte allerdings nicht. Mindestens „ein Kuhschwanz“ soll immer gleichzeitig mit den Fässern der  Brauer im Wasser gewesen sein. Gerade diese Kombination habe dem Bier seinen einprägsamen Geschmack beschert haben.

Nun sollte also das Bier teurer werden. Das passte Brauern und Trinkern überhaupt nicht. Es kam zur Rebellion gegen die Hohenzollern. Der Kurfürst hatte keinerlei Lust sich mit Leuten, die fürs Kuhschwanzbier auf die Barrikaden gingen, herumzustreiten – und verlegte seine Residenz in ein bis dahin reichlich unbedeutendes Kaff im Südosten: Die Doppelstadt Berlin-Cölln an der Spree.

Tangermünde hatte das Wohlwollen der Hohenzollern verloren, der Stadtrat verlor seine Selbstständigkeit und der Biersteuer-Monarch setzte sich letztlich durch. Im Wehrturm zogen die Soldaten aus: Er wurde vom 16. bis ins 18. Jahrhundert zum Getreidespeicher des Berliner Domkapitels (daher auch der Name Kapitelturm).

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Der Kapitelturm dient als Aussichtsturm (wenn er denn geöffnet hat)

Der Wohlstand schwand, ein verheerender Stadtbrand tat 1617 ein übriges. 486 Häuser wurden ein Raub der Flammen. Als geständige Branstifterin ließ die Obrigkeit eine gewisse Grete Minde auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Theodor Fonatane hat ihr später ein literarisches Denkmal gesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt erneut schwer getroffen, die Burg 1640 von schwedischen Truppen weitgehend zerstört. Tangermünde wurde zur bedeutungslosen Ackerbürgerstadt.

Preußens erster König Friedrich I. ließ 1699-1701 auf dem Burggelände ein Amtshaus errichten, wo er auch gelegentlich nächtigte. Die Franzosen hatten in der napoleonischen Epoche keinerlei Mühe, Stadt und Burg zwei Mal einzunehmen.

In den Erhalt der Burggebäude wurde nicht mehr investiert. Bei einem Besuch von Preußenkönig Freidrich Wilhelm IV. stürzt denn auch konsequenterweise die Brücke zum Burghof ein. Majestät sind entsetzt und spendet für die Verletzten.

Erst Kaiser Wilhelm II. nahm sich des Erbes seiner Dynastie wieder an. Er sorgte 1902/03 für den historisierenden Wiederaufbau, die Türme wurden dabei höher als die historischen Vorbilder, die Dächer ambitionierter. Beim Kapitelturm ergänzte der Architekt das oberste Stockwerk ergänzt und setzte ein steiles Walmdach (statt des flachen mittelalterlichen Vorbilds) auf. Und Denkmäler seiner Vorgänger Karl IV. und Friedrich I. mussten natürlich auch her.

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Stadtmauer und St.-Stephan-Kirche

Das 1000-Jahr-Jubiläum ist übrigens bereits die zweite Feier dieser Art. Die Nazis begingen 1933 anlässlich der Einweihung einer Autobahnbrücke über die Elbe bereits ihr eigenes Tangermünde-Millennium. Die Elbbrücke ging dann in den letzten Kriegstagen zu Bruch. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Burg, 1945 wurde die Stadt von den Amerikanern besetzt. Doch zu früh gefreut: Am 1. Juli 1945 rückten Russen und Sozialismus ein.

Während der DDR-Zeit interessierte man sich nicht sonderlich für die Burg. Die Elbstadt wurde eher durch den Tangermünder Tanolo (einen Riegel aius Nougat und weißer Schokolade) und die Tangermünder Nährstande (eine Margarine) bekannt.

Nach der Wende stand das Amtshaus leer. 1998 erwarb die Tangermünderin Melanie Busse das Haus und richtete ein Hotel ein. Es öffnete im August 2000 und bietet im Hauptgebäude und zwei Gartenhäusern 27 Zimmer und Suiten. Die Schlosshotel-Homepage ist mit dezenter Musik hinterlegt.

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Der Blick auf Hotel und Burg

Mit EU-, Bundes- und Landesmitteln wurde die Burganlage 2002 saniert. Seit 2003 bietet der Kapitelturm nun auch wieder eine Aussichtsplattform (als ich da war, war natürlich zu). Im ältesten erhaltenen Wohnhaus der Stadt (von 1543) an der Schlossfreiheit 5 liegt das Burgmuseum, das über die Geschichte des Bauwerks informiert.

Festwoche zur 1000-Jahr Feier
Vom 6. bis 15. September wird das 1000-jährige Bestehen der Burg (und damit der Stadt) mit Konzerten und einem Umzug gefeiert. Die „Stadt mit Flair“ (Eigenwerbung) hat dazu eine spezielle Homepage eingerichtet. Es gibt auch eine 544 Seiten starke Festschrift von Sigrid Brückner herausgegebene Festschrift. Die Deutsche Post hat eigens eine Jubiläums-Briefmarke herausgebracht, und die Stadt ein Lied in Auftrag gegeben.

Links
Tangermünde – 1000-jährige Kaiserstadt an der Elbe (NDR-Online),
Tangermünde – Kaiser Karls späte Liebe (Stuttgarter Zeitung)
Mehr Details zur Reichsburg bei Tangermünde.info
Den Wikipedia-Eintrag zur Stadt findet man hier.

Fotos: Meine

Bischofsburg Wittstock: Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg

•24. Juni 2009 • Kommentar schreiben
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Im Turm der Burg Wittstock befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges

Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?

Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der Dosse das einzige Museum Deutschlands, das sich ganz dem Dreißigjährigen Krieg widmet (das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster jetzt mal außen vorgelassen).

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Schweriner Schloss: Großherzoglicher Luxus mit Seeblick

•8. Juni 2009 • 2 Kommentare
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Das Schweriner Schloss mit seiner vergoldeten Kuppel

Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea…). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.

Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  gegen die lokalen Obodriten-Clanchefs, heute tagt im Schloss der Landtag von „Meck-Pom“. Überrannt wird bestenfalls das benachbarte Bundesgartenschau-Gelände.

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„Die Gräfin“: Gedreht auf sächsischen Burgen

•6. Juni 2009 • 3 Kommentare
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Gräfin Bathory - Bild: Wikipedia/Prskavka

Am 25. Juni 2009 ist „Die Gräfin“ („The Countess“) in die deutschen Kinos gekommen. Erzählt wird die Geschichte der steinreichen aber leider äußerst blutrünstigen und gewissenlosen ungarischen Gräfin Erzsébet Báthory (1560-1614), die – der Legende nach – zum Erhalt ihrer Schönheit im warmen Blut ihrer jungen, unschuldigen Opfer gebadet hat.

Das ist natürlich ein Stoff, der sich prima für die große Leinwand umsetzen lässt. Der Streifen mit reichlich Kunstblut spielt zu großen Teilen auf sächsischen Burgen und Schlössern. So drehten die Hauptdarsteller Julie Delpy und Daniel Brühl unter anderem auf Burg Kriebstein, der Albrechtsburg in Meißen und im Albrechtsdom.

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Der blutige Bruderzwist von Burg Wendelstein

•3. Juni 2009 • Kommentar schreiben
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Prima Fotomotiv: Die Ruine von Burg Wendelstein thront auf einem Felsen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt

Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die Himmelsscheibe von Nebra. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.

Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, dass auch die Germanen den Felsen als Festung und Kultstätte genutzt haben (sie wären blöde gewesen, wenn sie sich nicht dort oben festgesetzt hätten).

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Eitler Burgenbau-Boom in verschuldeten Städten

•2. Juni 2009 • 1 Kommentar
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Ein Schloss Neuschwanstein hätten vielen Städte gern (Foto:Wikipedia/Softeis)

Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich „auch eine Burg haben“. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die Wiederwahl der Bürgermeisters).

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Schloss Sigmaringen – letzte Zuflucht des Vichy-Regimes

•25. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Dunkle Woken über Schloss Sigmaringen

Hätte man Harry Potters Abenteuer in Hogwarts nicht in der Kathedrale von Durham verfilmt – das schwäbische Schloss Sigmaringen wäre eine hervorragende Alternative gewesen. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das turm- und erkerreiche Schloss auf seiner Felsklippe über der Donau habe thronen sehen.

Was für eine Konstruktion, welche eine Kulisse! So etwas kann nur entstehen, wenn Generationen einer Familie Zeit, Muße und genügend den Untertanen abgepresstes Kleingeld haben, um grandiose Baupläne zu verwirklichen – und niemand auf die Arbeiten der Ahnen irgendwelche Rücksicht nimmt.

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Per Paddeltour zur Ruine von Burg Wachtendonk

•24. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Die Überreste von Burg Wachtendonk an der Niers (Foto: meins)

Die Erreichbarkeit von Burganlagen ist höchst unterschiedlich. Einige klammern sich an sturmumtoste Bergspitzen und sind nur nach beschwerlichem Aufstieg zu erklimmen, andere liegen bequem in Innenstädten und haben sogar Straßenbahnanschluss. Wer die traurigen Überreste von Burg Wachtendonk sehen will, kommt besonders gut per Paddelboot hin. Direkt davor lockt nämlich eine eigene Anlegestelle.

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Künstliches Mini-Erdbeben auf der Nürburg

•17. Mai 2009 • Kommentar schreiben
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Die Nürburg über dem gleichnamigen Ort am Nürburgring (Foto: meins)

Das Mega-Festival Rock am Ring ist einmal auch in den Dienst der Forschung getreten. Wissenschaftler vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) wollten zusammen mit dem Team der  der WDR-Sendung Quarks & Co. herausfinden, ob tausende Menschen, die gleichzeitig hüpfen, ein Erdbeben erzeugen können, das sich noch einen Kilometer entfernt messen lässt. Und gerade in der richtigen Distanz vom Ring befindet sich die Nürburg.

Als Testobjekte stellten sich im Sommer 2007 netterweise 50.000 Rock-am-Ring-Besucher und die Gruppe Wir sind Helden zur Verfügung. Motto: „science meets pop“.

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