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	<title>Burgerbe-Blog</title>
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	<description>Nachrichten, Bilder und Geschichten von Burgen &#38; Schlössern</description>
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		<title>Al-Fahidi-Fort: Dubais Untergrund-Museum</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 22:46:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor Überfällen war man am Persischen Golf nie sicher. Die kleinen Küstenorte verbarrikadierten sich angesichts räuberischer Nachbarn und beutehungriger Piraten folgerichtig hinter Mauern aus Lehm, Korallensteinen und Muschelkalk und hielten Türme als Ausguck besetzt. Zentrum der Befestigung des alten Dubai ist das Al-Fahidi-Fort aus der Zeit kurz vor 1800. Mittlerweile ist es dass älteste Gebäude [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=3025&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3027" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort2.jpg"><img class="size-medium wp-image-3027" title="Dubaifort2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort2.jpg?w=300&#038;h=300" alt="Al-Fahidi-Fort: der große Wachturm" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Al-Fahidi-Fort: der große Wachturm von ca. 1787</p></div>
<p>Vor Überfällen war man am Persischen Golf nie sicher. Die kleinen Küstenorte verbarrikadierten sich angesichts räuberischer Nachbarn und beutehungriger Piraten folgerichtig hinter Mauern aus Lehm, Korallensteinen und Muschelkalk und hielten Türme als Ausguck besetzt. Zentrum der Befestigung des alten Dubai ist das Al-Fahidi-Fort aus der Zeit kurz vor 1800.</p>
<p>Mittlerweile ist es dass älteste Gebäude des gesamten Emirats und wird netterweise erhalten und als &#8211; didaktisch wirklich gut aufgebautes &#8211; Museum genutzt.</p>
<p>Vor Entdeckung der Ölquellen war der Ort am Dubai Creek ein staubig-heißes, verschlafenes Nest. Haupteinnahmequellen: Handel (Freihandelszone seit 19o1!) und die Perlenfischerei. Scheich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maktum_bin_Hascher">Maktum bin Hascher</a> soll um 1900 gerade mal hundert Bewaffnete aufgeboten haben können &#8211; in der Regel Einwohner, die ihre Flinten immer griffbereit hatten (man kann ja nie wissen, siehe oben).</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3028" title="Dubaifort3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort3.jpg?w=300&#038;h=300" alt="" width="300" height="300" /></a>Politisch hatte man auf die richtige Karte gesetzt sich zusammen mit den Nachbarscheichtümen vertraglich mit dem Britischen Weltreich verbunden. Familienmitglieder, denen der prowestliche Kurs nicht passte, wanderten auch schon mal ins Fort, bevor sie ins Exil abgeschoben wurden.</p>
<p>Als Großbritannien das Emirat schließlich 1971 in die Unabhängigkeit entließ, suchte die Regierung nach einem gemeinsamen historischen Symbol. Angesichts des mit dem Ölreichtum einhergehenden Baubooms war außer dem 41 x 33 Meter messenden Fort nicht mehr viel an historischer Bausubstanz übrig, also wurde es flugs zum Museum erklärt. Ausstellungsstücke waren ein paar Kanonen ein &#8222;Windturm&#8220; (eine Art natürliche Klimaanlage) und das Fort selbst mit seinen eindrucksvollen, metallbeschlagenen Türen, zum Teil auch mit Dornen gegen allzu aufdringliche Besucher.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3030" title="Dubaifort4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort4.jpg?w=300&#038;h=300" alt="" width="300" height="300" /></a>Das Museum mitten im Stadtverkehr litt jedoch zunehmend unter den Erschütterungen der vorbeibrausenden Lkw. Mitte der 80er Jahre entschied Scheich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raschid_bin_Said_Al_Maktum">Raschid bin Said Al Maktum</a>, das Museum einfach unter die Festung zu verlagern.  1987 war Wiedereröffnung, eine weitere Sanierung fand 1994 statt. Heute geht es nach einer fünf bis zehn Minuten-Runde durch den Innenhof in den Untergrund. Auf den 12,5 Meter hohen Hauptturm oder die Brüstung darf man leider nicht.</p>
<p>Das Untergeschoss ist üppig ausgestattet. Dort hat man mal eben einen historischen Souq nachgebaut, die Stände in Originalgröße mit viel Liebe zu Details und Gesichtszügen.</p>
<p>Eine Werft mit Spanten in Originalgröße gibt&#8217;s ebenso wie eine Perlentaucher-Szene. Dabei ist die lebensgroße Taucherfigur auf Höhe der Besucher dabei, den Grund nach Muscheln abzusuchen, während an der Decke in vier bis fünf Metern Höhe die Unterseite seines Bootes zu sehen ist. Das ganze ist auch noch in dezentem blauen (Untersee-)Licht gehalten.</p>
<div id="attachment_3031" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort5.jpg"><img class="size-medium wp-image-3031" title="Dubaifort5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort5.jpg?w=300&#038;h=300" alt="Perlentaucher-Figur &quot;bei der Arbeit&quot;" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Perlentaucher-Figur &quot;bei der Arbeit&quot;</p></div>
<p>Dazu kommt ein Filmchen über die Geschichte Dubais und Informationen über Tiere in der Wüste und archäologische Funde.</p>
<p>Für Ausländer und Einheimische dürfte das gleichermaßen anschaulich und interessant sein. Die Infotafeln beschränken sich auf das Notwendige. Wer durch ist, kann im Museumsshop goldfarbene Kamele oder Kugelschreiber mit Scheich-Konterfei erstehen. Eher Empfehlenswert ist allerdings der günstige Cola-/Wasserautomat kurz vor dem Ausgang, denn hinter der Tür warten wieder das schweißtreibende Klima und der wuselige Verkehr.</p>
<p>Gut 200 Meter weiter befindet sich übrigens die Anlegestelle der kleinen Holzboote, die zur anderen Seite des Creek übersetzen, wo der echte Souq liegt.</p>
<p><strong>Lage:</strong> Dubai-Stadt, zwischen Ali Bin Talib und al-Fahidi Road</p>
<p><strong>Link:</strong> Eine eigene Homepage scheint das Dubai Museum nicht zu haben. Es gibt Wikipedia-Artikel. Etwas ausführlicher als der deutsche ist da der englische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dubai_Museum">Eintrag</a>.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Fotos:</strong> Meine (Anklicken zum Vergrößern)</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3026 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort1.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort7.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3035" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort7.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort8.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3036 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort8.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort9.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3038 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort9.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort10.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3039 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort10" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort10.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort11.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3040 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="Dubaifort11" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort11.jpg?w=150&#038;h=147" alt="" width="150" height="147" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort14.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3049" style="border:0 none;margin:2px;" title="dubaifort14" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort14.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort13.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3043 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="Dubaifort13" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort13.jpg?w=150&#038;h=150" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort12.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-3042 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="Dubaifort12" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/10/dubaifort12.jpg?w=150&#038;h=150" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
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		<title>Schloss Hülchrath &#8211; Wo Wikinger und Werwölfe wüteten</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 21:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wikinger sind schuld. Die beutehungrigen Normannen schipperten in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhundert immer wieder den Niederrhein hinauf und hinunter. Gelegentlich überwinterten die Schwertträger auch in der Gegend. Angenehmer als in ihrer Heimat wars im Dauernieselregen des Trauerweidenlandes zwischen Xanten und Neuss allemal. Für die Bevölkerung war das nicht so lustig. Die flüchtete [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2992&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2993" class="wp-caption alignright" style="width: 248px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2993" title="Schloss Hülchrath: Der Turm ragt hoch in den niederrheinischen Himmel" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath1.jpg?w=238&#038;h=318" alt="chloss Hülchrath: Der Turm ragt hoch in den niederrheinischen Himmel" width="238" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Schloss Hülchrath: Der Turm ragt hoch in den niederrheinischen Himmel</p></div>
<p>Die Wikinger sind schuld. Die beutehungrigen Normannen schipperten in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhundert immer wieder den Niederrhein hinauf und hinunter. Gelegentlich überwinterten die Schwertträger auch in der Gegend. Angenehmer als in ihrer Heimat wars im Dauernieselregen des  Trauerweidenlandes zwischen Xanten und Neuss allemal. Für die Bevölkerung war das nicht so lustig. Die flüchtete in eilends errichtete Turmhügelburgen auf den wenigen natürlichen Erhebungen oder künstlichen Inseln.</p>
<p>Eine dieser so genannten Motten war (vermutlich) der Vorläufer von Schloss Hülchrath: heute eine Burg mit kleinem Biergarten bei Grevenbroich, etwa zehn Kilometer westlich von Düsseldorf.</p>
<p>Der örtliche Graf baute dann die erste Holzbefestigung des Fleckens  Holkerode zu einer Verteidigungsanlage aus Stein aus. Schon 1120 werden die Gebäude am Gillbach als „sehr stark befestigte Burg“ erwähnt. Die Anlage wechselte in der Folgezeit häufig den Besitzer. 1275 heiratete Dietrich Luf I. Lisa, die Witwe des Grafen Heinrich von Kessel aus Grevenbroich. Unter seiner Herrschaft erhielt der Ort Hülchrath Stadtrecht. Sohn Dietrich Luf II. verkaufte das Schloss 1314 an den Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg für 30.000 Pfund Silber.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2995" title="huelchrath2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath2.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a>Damit wurde die Burg allerdings auch in die diversen Händel der selbstbewussten Kölner Erzbischöfe hineingezogen. Sie stand an der Grenze des Kölner Territoriums und war damit strategisch wichtig. Kurz dahinter begannen die Lande der Grafen zu Jülich-Kleve-Berg. 1323 kamen daher Burgwälle und ein Graben hinzu. Als Baumaterial nutzte man unter anderem kurzerhand Grabsteine des Kölner jüdischen Friedhofs. Das hat zur Folge, dass heute an den Erkern jüdische Schriftzeichen eingeritzt sind.</p>
<p>Für 1499 ist eine vergebliche Belagerung durch die Herzöge von Jülich belegt. Übler für Schloss Hülchrath endete der Versuch des Erzbischofs Gebhard I. von Waldburg, zu den Protestanten zu wechseln und Erzbischof zu bleiben. I, dadurch ausgelösten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Truchsessischer_Krieg">Truchsessischen Krieg</a> wurde die Burg 1583 beschossen und nach siebentägiger Belagerung eingenommen. Das Schloss trug schwere Schäden davon, der völlig zerstörte Ort Hülchrath wurde erst 30 Jahre später in einiger Entfernung neu gegründet.Die Zwischenzeit nutzte man für diverse Hexenprozesse.</p>
<div id="attachment_2998" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclchrathhipsta1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2998" title="hülchrathhipsta1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclchrathhipsta1.jpg?w=300&#038;h=300" alt="Der Biergarten direkt am Burgturm" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der Biergarten direkt am Burgturm</p></div>
<p>Das machte der Obrigkeit solch einen Spaß, dass die Verfahren auch noch in den ersten zwölf Jahren des Dreißigjährigen Kriegs weitergingen. 1608 wurde das Schloss nochmals ausgebaut, diesmal im Renaissance-Stil. Doch der Krieg brachte der Burg wieder mehrere Belagerungen und Zerstörungen ein, unter anderem durch eine Beschießung 1642.</p>
<p>1687/88 machten sich dann während des französisch – niederländischen Krieges Truppen des Fürstbischofs von Osnabrück in der verfallenden Anlage breit und schleiften die Befestigungsweke.</p>
<p>Die Herrschaft der Kölner Erzbischöfe ging in Hülchrath dann 1794 mit dem Einmarsch der Franzosen endgültig zu Ende. Der Kirchenbesitz wurde verstaatlicht und Schloss Hülchrath 1803 für 4.929 Francs von der Familie von Pröpper gekauft. Die bewohnte das Schloss bis ins Jahr 1900, bis auch die Nachfahren der Käufer verstorben waren. Besitzerwechsel folgten.</p>
<div id="attachment_3004" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclckeraid-hc3bclchtrath_merian.png"><img class="size-medium wp-image-3004" title="Hülckeraid-Hülchtrath_Merian" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclckeraid-hc3bclchtrath_merian.png?w=300&#038;h=285" alt="Das Schloss vor 1583" width="300" height="285" /></a><p class="wp-caption-text">Das Schloss vor 1583 (Bild: Wikipedia)</p></div>
<p>Zuletzt machte sich Graf Rudolf von Bennigsen 1907 an den Ausbau. 1912 bekam der Schlosshof einen neoromanischen Innentrakt. Weiter Ausbauarbeiten verhinderte der Erste Weltkrieg.</p>
<p>Die Nationalsozialisten mit ihrer Vorliebe für trutzige, alte Gemäuer richteten 1937 eine &#8222;Reichsbauernschule&#8220; in der Burg ein. In der Endphase des Krieges sollen hier Guerillakämpfer für die Organisation Werwolf ausgebildet worden sein.</p>
<p>Bekannt ist, dass die Burg im Frühjahr 1945 als Hauptquartier für SS-&#8220;Obergruppenführer&#8220; Karl Gutenberger diente. Vermutlich wurde von dort aus die Ermordung des von den US-Truppen eingesetzten <a href="http://books.google.com/books?id=T1WX_MyLJVoC&amp;pg=PA127&amp;lpg=PA127&amp;dq=schloss+h%C3%BClchrath+werwolf&amp;source=bl&amp;ots=GR7Rb43mPw&amp;sig=wh7Yj3T1JvhDFU5oHRAj-c9PifM&amp;hl=de&amp;ei=GvB8Tu3zB4-l-gaSyoGSDQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=8&amp;ved=0CFYQ6AEwBw#v=onepage&amp;q=schloss%20h%C3%BClchrath%20werwolf&amp;f=false">Aachener Bürgermeisters Franz Oppenhoff vorbereitet</a>.</p>
<p>1947 wurden in den Mauern rund 600 Vertriebene untergebracht. Die heutigen Besitzer, die Familie Wennmacher, kaufte die Burg dann 1955.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3006" title="huelchrath3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a>Seit etwa acht Jahren ist die Gastronomie verpachtet. Die Homepage der Burg verspricht:<br />
&#8222;<em>Die Ruine bietet Raum für tolle Feste in frischer Luft oder im beheizten Veranstaltungzelt. Die tief gelegenen Kasematten bieten ein uriges Flair, hervorragend als Party-Location oder Dinnersaal geeignet. Die Möglichkeiten auf Schloss Hülchrath sind nahezu grenzenlos: vom 10 Personen &#8211; Live &#8211; Cooking mit Butlerservice bis hin zu Großveranstaltungen bis zu 8.000 Personen</em>&#8222;.</p>
<p>Ich fand den Biergarten zwischen Burgturm und Wasserlauf ganz urig, eine Butler habe ich allerdings nicht gesehen&#8230;</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclchrathhipsta21.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3015" style="border:0 none;margin:3px;" title="hülchrathhipsta2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/hc3bclchrathhipsta21.jpg?w=300&#038;h=300" alt="" width="300" height="300" /></a>Regelmäßig wird ein &#8222;Ritteressen&#8220; angeboten. Der Biergarten hat vom 1. Mai bis 1. Oktober geöffnet: wochentags (außer Montag) ab 17 Uhr, samstags ab 14 Uhr,<br />
sonn- und Feiertags ab 10 Uhr. Der Burghof mit seinen verfallenen, efeuumrankten Mauern ist nur für Veranstaltungen geöffnet.</p>
<p>Es gibt sogar einen eigenen <a href="http://www.youtube.com/user/SchlossHuelchrath">Youtube-Kanal</a> mit viel Mittelalter-Gedöns.</p>
<p>Wohnungen in der Vorburg (einem neben der Burg liegenden Gebäudeflügel) werden gerade <a href="http://www.architekten-bns.de/im-bau/umbau-vorburg-schloss-huelchrath.html">denkmalgerecht saniert</a>. In der Vorburg arbeitet auch der Künstler <a href="http://www.hintz-kunst.de">Matthias Hinz</a>.</p>
<p><strong>Burg-Homepage:</strong> <a href="http://www.schlosshuelchrath.com">www.schlosshuelchrath.com</a></p>
<p><strong>Lage:</strong> Schloss Hülchrath, 41516 Grevenbroich</p>
<p><strong>Quellen:</strong> Zur Historie siehe &#8222;<a href="http://www.sankt-sebastianus-huelchrath.de/schoener_dorf.html">Das Leben der Bürger in Hülchrath</a>&#8220; von Werner Amian in den Unterlagen zum Wettbewerb &#8222;Unser Dorf soll schöner werden&#8220; (der heute &#8222;Unser Dorf hat Zukunft&#8220; heißt, und den Hülchrath regelmäßig im Rhein-Kreis Neuss gewinnt). Es gibt auch eine kurze <a href="http://www.schlosshuelchrath.com/schloss-huelchrath/geschichte.html">Schlosschronik</a>.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath41.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3009" title="huelchrath4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath41.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath5.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3010" title="huelchrath5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath5.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath6.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3011" title="huelchrath6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/09/huelchrath6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine (Anklicken zum Vergrößern)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://burgerbe.wordpress.com/category/nordrhein-westfalen/'>Nordrhein-Westfalen</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2992/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2992/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2992&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Schloss Hülchrath: Der Turm ragt hoch in den niederrheinischen Himmel</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Der klotzige U-Boot-Bunker von Saint-Nazaire</title>
		<link>http://burgerbe.wordpress.com/2011/06/19/der-klotzige-u-boot-bunker-von-st-nazaire/</link>
		<comments>http://burgerbe.wordpress.com/2011/06/19/der-klotzige-u-boot-bunker-von-st-nazaire/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 22:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantikschlacht]]></category>
		<category><![CDATA[Bretagne]]></category>
		<category><![CDATA[Bunker]]></category>
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		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Besatzung 1941-1944/45 hat in Frankreich massive Spuren aus Beton hinterlassen. Geradezu monströs wirken die fünf gewaltigen U-Boot-Bunker in Brest, Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux: Die wichtigsten Stützpunkte der Schlacht im Atlantik. Die Kriegsgeschichte von St. Nazaire ist besonders blutig: 1940 versenkte die Luftwaffe vor der Stadt den als Truppentransporter genutzten britischen Passagierdamper [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2944&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2945" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2945" title="stnazaire1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="St. Nazaire: Der Bunker bot 14 U-Booten Platz" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Saint-Nazaire: Der Bunker bot 14 U-Booten Platz</p></div>
<p>Die deutsche Besatzung 1941-1944/45 hat in Frankreich massive Spuren aus Beton hinterlassen. Geradezu monströs wirken die fünf gewaltigen U-Boot-Bunker in Brest, Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux: Die wichtigsten Stützpunkte der Schlacht im Atlantik.</p>
<p>Die Kriegsgeschichte von St. Nazaire ist besonders blutig: 1940 versenkte die Luftwaffe vor der Stadt den als Truppentransporter genutzten britischen Passagierdamper <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Lancastria">Lancastria</a> (rund 4000 Opfer). 1943 griff ein alliiertes Kommandounternehmen den Hafen an (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Chariot">Operation Chariot</a>). Über 200 Tote und eine gesprengte Schleuse waren die Folge.</p>
<div id="attachment_2950" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2950" title="stnazaire3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Durchblick im Bunker" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Durchblick im Bunker</p></div>
<p>Die deutschen Besatzer machten den Handelshafen an der Loire-Müdung zur Festung. Mehrere tausend Arbeiter der Organisation Todt zogen zwischen Januar 1941 und Dezember 1942 den ca. 300 x 130 x 18 Meter messenden U-Boot-Bunker und diverse Nebengebäude hoch. 480.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut. Im Innern der Bunker wurde eine regelrechte U-Boot-Werft eingerichtet. Die Anlage ist heute frei zugänglich.</p>
<p>Während heute in anderen U-Bootbunker der Atlantikküste entweder immer noch das Militär das Sagen hat (Brest) oder Bootsschrauber und Fischer die &#8222;U-Boot-Garagen&#8220; okkupiert haben, stehen die riesigen Räume in St. Nazaire fast gänzlich leer &#8211; was den Bunker noch beeindruckender macht. Es ist ein bisschen so, als ob im nächsten Moment &#8222;Das Boot&#8220; einlaufen könnte (wird es nicht, Drehort für die Bunker-Szenen war La Rochelle).</p>
<div id="attachment_2949" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire.jpg"><img class="size-medium wp-image-2949 " title="stnazaire" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire.jpg?w=300&#038;h=226" alt="Bunker-Kunst" width="300" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Bunker-Kunst</p></div>
<p>Die Akustik und die spartanisch-gigantische Optik (nur hohe Bunkerwände, endlos lange Durchgänge und plätschernde Becken) schreien geradezu nach Kunstaktionen und Konzerten, die auch stattfinden. Beim Umbau 2007 wurde ein <a href="http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_U-Boot-Bunker_in_Saint_Nazaire_umgebaut_27336.html">Veranstaltungssaal für 600 Personen</a> eingerichtet.</p>
<p>Die Anlage ist allerdings weitgehend nicht mehr im Ursprungszustand: &#8222;<em>Leider hat man zur Vorbereitung des Umbaues als Touristenattraktion den Bunker nicht nur total entkernt, sondern auch einige Rückwande eingerissen, so dass das Bauwerk im Original heute nicht mehr zu sehen ist</em>&#8222;, heißt es auf der Seite <a href="http://www.deutschesatlantikwallarchiv.de/aw/france/f3_8040.htm">Deutsches Atlantikwall-Archiv</a> (wo auch diverse Fotos zu sehen sind).</p>
<div id="attachment_2952" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2952" title="stnazaire4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire4.jpg?w=300&#038;h=225" alt="U-Boot-Becken" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">U-Boot-Becken</p></div>
<p>Der Stahlbeton ist auch nicht mehr in bestem Zustand. Überall sind Löcher, die Stahlarmierungen liegen frei und rosten in der salzigen Seeluft vor sich hin. Sanierungs-Versuche sind nicht erkennbar. Ich fürchte, in ein paar Jahren wird die örtliche Bauaufsicht nicht umhinkommen, die Anlage zu sperren.</p>
<p>Für die NS-Marine war der Hafen höchst attraktiv, da er als einziger an der Atlantikküste über ein Dock verfügte, das Schiffe von der Größe der Bismarck hätte aufnehmen können. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den Krieg im Atlantik. Unter anderem gegen dieses Dock richtete sich das britische Kommandounternehmen von 1943.</p>
<div id="attachment_2946" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/schleusenbunker.jpg"><img class="size-medium wp-image-2946 " title="schleusenbunker" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/schleusenbunker.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Der Schleusenbunker" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Der Schleusenbunker (mit U-Boot Espadon)</p></div>
<p>Aufgrund der Marinebasis wurde die Stadt durch die Alliierten immer wieder angegriffen. Die an den Hafen grenzenden Wohnviertel mussten nach dem Krieg so gut wie komlett neu aufgenaut werden.</p>
<p>Angesichts der immer schwereren Bomben-Kaliber baute die Orgnaisation Todt massive &#8222;Betonfangroste&#8220; auf dem Dach auf, die das vier bis fünf Meter dicke Betondach noch widerstandsfähriger machen sollten. Bomben mit Aufschlagzünder sollten so zur Explosion gebracht werden, bevor sie das eigentliche Bunkerdach erreichten. Man kann das heute noch gut erkennen.</p>
<div id="attachment_2956" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2956" title="stnazaire2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire2.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Die Hafenseite des Werftbunkers" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Hafenbeckenseite des Werftbunkers</p></div>
<p>Angesichts der starken Schwankungen zwischen Ebbe und Flut konnte der Hafen nur durch eine Schleuse angefahren werden. Da aber in der Schleuse &#8222;festsitzende&#8220; U-Boote ein leichtes Ziel sind, bauten die Deutschen einen nicht minder gigantischen Schleusenbunker, von dessen Dach man heute einen  prima Blick über das Hafenbecken und auf den gegenüberliegenden U-Boot-Bunker hat.</p>
<p>St. Nazaire war übrigens der letzte Stützpunkt in Frankreich, der kapitulierte. Bis zum 11. Mai 1945 ließ sich die Besatzung damit Zeit.</p>
<p>Jahrzehntelang wussten die Franzosen nicht so genau, was sie mit dem vor sich hin bröckelnden Betontrumm anfangen sollen, das ihre Innenstadt wie ein breiter grauer Riegel vom Hafen abschneidet.</p>
<p>Mittlerweile ist der Koloss Teil des Konzepts <a href="http://visit-saint-nazaire.de/page_n3/1/28/ville-port-die-stadt-wendet-sich-dem-hafen-wieder-zu.html">&#8222;Ville Port&#8220;</a> des katalanischen Architekten Manuel de Sola, das Stadt und Hafen zusammenführen soll. Nun ja, Konzept hin oder her, ich habe so den Eindruck, dass der Riesenbunker trotz Schifffahrtsmuseum, diverser Infotafeln und einer überflüssigen, sanft ansteigenden Rampe zum Bunkerdach ein klotziger, wenn auch höchst eindrucksvoller Fremdkörper bleibt.</p>
<div id="attachment_2958" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2958" title="stnazaire5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Die Landseite des U-Boot-Bunkers" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Landseite des U-Boot-Bunkers</p></div>
<p>Zu besichtigen gibt es folgendes:</p>
<p>- Den kleineren Schleusenbunker (mit U-Boot <a href="http://visit-saint-nazaire.de/page/2/13/das-u-boot-espadon.html">Espadon</a>). Der Besuch der Dachterrasse ist kostenlos, Innenräume kosten Museums-Eintritt.</p>
<p>- In einem Extrabau ist das Stadtmuseum <a href="http://visit-saint-nazaire.de/page/2/14/stadtmuseum-ecomus%C3%A9e.html">Ecomusée</a> untergebracht.</p>
<p>- Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckenslieg liegt der Bunker mit 14 U-Boot-Liegeplätzen und dem Passagierdampfer-Erlebnismuseum <a href="http://www.welt.de/wams_print/article1920146/Ein_Ozeandampfer_als_Schifffahrtsmuseum.html">Escal&#8217;Atlantique</a>. Die Bunker-Besichtigung und der Besuch der Dachterrasse sind kostenlos.</p>
<p>Ich empfehle dringend, in einem der kleinen Restaurants am Hafen Fisch zu essen!</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/essen.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2990" title="essen" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/essen.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><strong>Lage:</strong> 44600 Saint-Nazaire, Frankreich, Boulevard de la Légion d&#8217;Honneur. Parkplätze z.B. neben dem Schleusenbunker an der Avenue de la Form Écluse.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire6.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2959" style="border:0 none;margin:2px;" title="stnazaire6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2960" style="border:0 none;margin:2px;" title="stnazaire7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire7.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire8.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2961" style="border:0 none;margin:2px;" title="stnazaire8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/stnazaire8.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine</p>
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		<title>Die Wartburg bröckelt: 3,8 Millionen Euro sollen helfen</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 23:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erinnerungsfotos von der Wartburg haben im Moment einen Schönheitsfehler: Gerüste und Planen am Bergfried stören die Burgenromantik-Idylle. Gerade ist der Bergfried (bzw. der Nachbau von 1857) eingerüstet. Nur das charakteristische goldfarbene Kreuz lugt oben heraus. Aber auch an anderen Stellen des Weltkulturerbes (seit 1999)  wird noch bis Ende 2013 gewerkelt. Grund ist letztlich die Wirtschafts- [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2916&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2917" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgturm.jpg"><img class="size-medium wp-image-2917" style="border:0 none;margin:2px;" title="wartburgturm" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgturm.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Wartburg mit eingerüstetem Bergfried" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wartburg mit eingerüstetem Bergfried</p></div>
<p>Erinnerungsfotos von der Wartburg haben im Moment einen Schönheitsfehler: Gerüste und Planen am Bergfried stören die Burgenromantik-Idylle. Gerade ist der Bergfried (bzw. der Nachbau von 1857) eingerüstet. Nur das charakteristische goldfarbene Kreuz lugt oben heraus. Aber auch an anderen Stellen des Weltkulturerbes (seit 1999)  wird noch bis Ende 2013 gewerkelt.</p>
<p>Grund ist letztlich die <a href="http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Loechrige-Wehrmauern-der-Wartburg-werden-saniert-742453951">Wirtschafts- und Finanzkrise von 2009</a> und das durch sie angestoßene Konjunkturprogramm. Aus den Mitteln landen 3,8 Millionen Euro (je zur Hälfte von Bund und Land) bei Thüringens Vorzeige-Burg.</p>
<div id="attachment_2922" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_bergfried.jpg"><img class="size-medium wp-image-2922" title="wartburg_bergfried" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_bergfried.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Ein Riesenplakat am Bergfried-Gerüst erzählt die Geschichte des Baus" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Riesenplakat am Bergfried-Gerüst erzählt die Geschichte des Baus</p></div>
<p>Das Problem sind die am Fuß bis zu vier Meter dicken und zehn Meter hohen Grundmauern, die zum Teil schon 800 Jahre auf dem Buckel haben. Zu schaffen machen dem Gemäuer Pflanzenwurzeln, die eine ungeahnte Sprengkraft entwickeln können, und eindringendes Regenwasser. Eine fatale Kombination, der selbst massivste Mauern auf Dauer nichts entgegenzusetzen haben. Das traditionelle Hilfsmittel &#8222;Maueranker&#8220; kann da nur einige Jahre überbrücken &#8211; am Ende wird alles nur noch schlimmer. Zurzeit ist besonders die Südflanke der Burg betroffen.</p>
<p>Die Wehrmauern selbst bestehen keineswegs durchgehend aus Mauerwerk. Um Material einzusparen, setzten die mittelalterlichen Baumeister gerne eine Mauer vor eine Felswand und füllten den Zwischenraum mit Erde und Geröll. Gerne wurde dort auch Bauschutt vergraben. Dummerweise zogen chemische Verbindungen aus dem Schutt ins Mauerwerk und machen den Steinen nun zusätzlich zu schaffen. Teile der südlichen Zinnen<a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Sanierung-saemtlicher-Wehrmauern-auf-der-Wartburg-1489687858"> drohten bereits abzustürzen</a>. Letztlich müssen nun sämtliche Wehrmauern saniert werden. Die Außenmauern des Palas sind glücklicherweise bereits 1993 bis 1997 entsprechend behandelt worden.</p>
<div id="attachment_2923" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburghof.jpg"><img class="size-medium wp-image-2923" title="Wartburghof" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburghof.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Im Burghof sind die Arbeiten kaum zu merken" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Im Burghof sind die Arbeiten kaum zu merken</p></div>
<p>Das Vorhaben ist in 15 Abschnitte gegliedert, ein Mal rund um die Burg. Allein für die Wehrmauer-Sanierung sind 2,5 Millionen Euro veranschlagt.</p>
<p>Spätenstens 2017 soll die Anlage in neuem Glanz erstrahlen: Dann feiert Thüringen 500-jähriges Reformations-Jubiläum. Auf der Wartburg soll aus diesem Anlass eine große <a href="http://www.luther2017.de/eng/382_809_ENG_HTML.htm">Luther-Ausstellung</a> gezeigt werden. Zur 500. Wiederkehr des Jahres von Martin Luthers Bibel-Übersetzung dauert es dann auch nicht mehr lange: Sie jährt sich 2021. Die Wartburg-Sanierung war immer auch eine hochpolitische Angelegenheit, im &#8222;Luther-Jahr&#8220; 1983 sonnte sich die DDR Prominenz im <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/kultur/kulturwelt/art617,239521">Glanz der herausgeputzten Anlage</a>.</p>
<p>Angesichts der anstehenden Jubiläen dürfte auch das Reizthema der angedachten <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2008/03/06/per-seilbahn-zur-wartburg-plan-stost-auf-kritik/">Seilbahn zur Wartburg</a> wieder hochkochen. Die Unesco verlangt ja glücklicherweise <a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Unesco-verlangt-Auskunft-ueber-Wartburg-als-Welterbestaette-1648228880">regelmäßiges &#8222;Reporting&#8220;</a> über Entwicklungen, die den Welterbe-Status gefährden könnten&#8230;</p>
<p><strong>Links:</strong><a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Sanierung-saemtlicher-Wehrmauern-auf-der-Wartburg-1489687858"><br />
&#8222;Sanierung sämtlicher Wehrmauern auf der Wartburg&#8220;</a>, Thüringer Allgemeine, 09/2010.<br />
&#8222;<a href="http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Loechrige-Wehrmauern-der-Wartburg-werden-saniert-742453951">Löchrige Wehrmauern werden saniert</a>&#8222;, Ost-Thüringer Zeitung, 07/2010.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgbrunnen3.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2927" title="wartburgbrunnen3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgbrunnen3.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgbrunnen1.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2928" title="wartburgbrunnen1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgbrunnen1.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgtc3bcr.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2929" title="wartburgtür" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburgtc3bcr.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_zugbruecke.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2930" title="wartburg_zugbruecke" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_zugbruecke.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_jan.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2931" title="wartburg_jan" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_jan.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_werbung.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2933" title="wartburg_werbung" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/06/wartburg_werbung.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder:</strong> Meine (Anklicken zum Vergrößern)</p>
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		<title>Hampton Court: Zu Gast bei der Hochzeit des königlichen Frauenmörders</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 21:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle reden über die Traumhochzeit von William und Kate. Da beschäftige ich mich lieber mit der Vermählung eines üblen Vorgängers des Windsor-Sprosses vor 468 Jahren. Die Briten feiern ja gern monarchische Jubiläen (100 Jahre Queen Mum, 408. Todestag von Queen Elisabeth I., etc.). Einer dieser Tage führte dazu, dass ich bei einer königlichen Hochzeit auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2717&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2887" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hamtoncourtwedding1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2887" title="hamtoncourtwedding1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hamtoncourtwedding1.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Gestatten: Heinrich, der Achte, und Kateryn Parr" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gestatten: Heinrich, der Achte, und Kateryn Parr</p></div>
<p>Alle reden über die Traumhochzeit von William und Kate. Da beschäftige ich mich lieber mit der Vermählung eines üblen Vorgängers des Windsor-Sprosses vor 468 Jahren.</p>
<p>Die Briten feiern ja gern monarchische Jubiläen (100 Jahre Queen Mum, 408. Todestag von Queen Elisabeth I., etc.). Einer dieser Tage führte dazu, dass ich bei einer königlichen Hochzeit auf Schloss Hampton Court (südwestlich von  London) dabeisein durfte &#8211; fast ein halbes Jahrtausend, nachdem das Ereignis stattgefunden hat.</p>
<p>Gefeiert wurde 2009 der 500. Jahrestag der Thronbesteigung von Heinrich VIII. Dabei gab es diverse Veranstaltungen in und um die Hauptstadt. Unter anderem stellten Schauspieler die Eheschließung zwischen dem notorischen Gattinen-Verschleißer und seiner letzten Gemahlin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Parr">Kateryn (Cathrine) Parr</a> nach. Und das alles am historischen Ort, dem Schloss Hampton Court. Wer vom Publikum wollte, konnte ebenfalls in einen historischen Umhang schlüpfen und wahlweise dem Pulk um den Bräutigam oder der Familie der Braut folgen.</p>
<div id="attachment_2889" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2889" title="hampton Court2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Von den Royals lernen: König und Nachwuchs" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Von den Royals lernen: König und Nachwuchs</p></div>
<p>So bekam man mit, wie Kateryn ihr Brautkleid aussuchte und mit der Verwandtschaft über den Ruf ihres künftigen Gatten debattierte. Einige der vorherigen Hinrichtungen sollen ja nicht ganz koscher gewesen sein, wagt da jemand leise einzuwerfen. Ich bin da besser ein paar Schritte auf Distanz gegangen und hab mal nach den Wachen Ausschau gehalten.</p>
<p>Die Braut wischt das vom Tisch. Er liebt sie schließlich, hat er ihr gesagt (dass sie ihn am Ende überlebt, hatte aber wohl eher etwas mit seinem Alter und ihrer Jugend zu tun).</p>
<div id="attachment_2718" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2010/12/hampton-court.jpg"><img class="size-medium wp-image-2718" title="hampton Court" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2010/12/hampton-court.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Die Schauseite von Hampton Court Palace " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Schauseite von Hampton Court Palace</p></div>
<p>Lustigerweise gab es auch immer wieder Fragen aus den Reihen der Darsteller ans Publikum, was man denn von diesem und jenem hielte. Nicht ganz einfach, da höflich und einigermaßen ehrlich zu antworten, ohne in Gefahr zu geraten, hinterher den Kopf zu verlieren&#8230;</p>
<p>Die Hochzeitszeremonie bekam man nicht mit, durfte den frisch Vermählten aber gleich anschließend gratulieren. Anschließend lief das Hochzeitspaar noch länger im Schloss herum und posierte von seltsam blitzenden und surrenden Geräten. Kameras wären den beiden bestimmt wie ein ketzerischer Zauber vorgekommen, und ER hätte sie dem gemeinen Volk sicher verboten (und für den eigenen Hausgebrauch natürlich erlaubt).</p>
<div id="attachment_2890" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2890" title="hampton Court3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Das Eingangstor von der Rückseite" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Eingangstor von der Rückseite</p></div>
<p>Hampton Court ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ein repräsentatives Schloss der großen Höfe. Es gibt deren drei, umgeben von kamingespickten Fassaden. Letzteres galt im 16. Jahrhundert als ungeheurer Luxus, schließlich bedeutete es, dass jedes der 500 Zimmer eine Feuerstelle &#8211; also eine eigene Heizung &#8211; hatte. Im nasskalten Klima zwischen London und dem Ärmelkanal ein klarer Pluspunkt.</p>
<p>Als Schloss ausgebaut hat den Landsitz an der Themse der Erzbischof von York, Lordkanzler und Kardinal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Wolsey">Thomas Wolsey</a>. Dieser hatte allerdings das Pech, besagte Heinrich VIII. als Monarchen über sich zu haben. Der Tudorkönig war von dem Anwesen so angetan, dass er es 1525 für die Krone einkassierte.</p>
<div id="attachment_2891" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2891" title="hampton Court4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court4.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Links die astronomische Uhr" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Links die astronomische Uhr</p></div>
<p>Das Schloss war eins von Heinrichs Lieblings-Bauprojekten. Der voluminöse Bartträger steckte innerhalb von zehn Jahren 62.000 Pfund (nach heutigem Wert 28 Millionen Euro) in An-, Umbau und Renovierung.</p>
<p>Leider ist aus dieser Zeit nicht mehr viel im ursprünglichen Zustand erhalten: &#8222;Echt Tudor&#8220; im Schloss sind eigentlich nur noch die Küche mit ihren 59(!) Räumen, die Kapelle und eine astronomische Uhr von 1540 im ersten Innenhof. Heinrich ließ auch bis heute erhaltene Tennisplätze anlegen, wo er zu trainieren pflegte, wenn gerade mal wieder eine Gattin den Kopf auf den Richtblock legte.</p>
<div id="attachment_2895" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2895" title="hampton Court6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Hier soll es spuken: Der Korridor vor der Kapelle" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Hier soll es spuken: Der Korridor vor der Kapelle</p></div>
<p>Das blutige Wüten des Königs führte dazu, dass das Schloss heute zu den <a href="http://www.suite101.de/content/hampton-court-palace---englands-bekanntestes-geisterschloss-a103155">bekanntesten Spuk-Orten in England</a> zählt. Berühmtester Geist soll die 1542 hingerichtete, fünfte Königsgattin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Howard">Catherine Howard</a> sein. Zeugen wollen ihren Geist mehrfach gesehen haben, wie er in höchster Verzweiflung zur Kapelle läuft, um doch noch Gnade zu erwirken. Der Weg wird heute &#8222;haunted Gallery&#8220;, also etwa Spuk-Korridor genannt. Auch die getötete Gattin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Seymour">Jane Seymour</a> soll hier umgehen.</p>
<p>Frauenmörder Heinrich VIII. starb übrigens offenbar mit sich völlig im reinen. Von ihm sind keinerlei Spukphänomene überliefert.</p>
<div id="attachment_2898" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2898" title="hampton Court7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court7.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Spukt bestimmt nicht: Drache in einem der Höfe" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Spukt bestimmt nicht: Drache in einem der Höfe</p></div>
<p>Bei meinem Besuch öffnete gerade eine kleine Fotoausstellung von passionierten Geisterjägern. Nunja, ich habe den starken verdacht, dass viel, was da zu sehen war auf übermässigen Zigarettenrauch oder Morgennebel zurückzuführen ist.</p>
<p>Auf meinen Langzeitbelichtungen aus dem langen &#8222;Spuk&#8220;-Korridor vor dem Kapelleneingang ist jedenfalls nichts Übernatürliches zu erkennen. Wer vor Ort mehr zu diesem Thema wissen will, es gibt eigene <a href="http://www.hrp.org.uk/HamptonCourtPalace/WhatsOn/Ghosttours.aspx">Ghost-Tours</a> durch Hampton Court.</p>
<p>Nunja, hoffentlich bleibt wenigstens der neuen Windsor-Generation das Schicksal als tragisches Scheidungskrieg-Opfer und anschließender Leidenszeit als gehetzter Schlossgeist im Blitzlichtgewitter erspart&#8230;<br />
<strong><br />
Link:</strong> <a href="http://www.hrp.org.uk/HamptonCourtPalace/">Seite des Schlosses</a></p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court81.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2909" style="border:0 none;margin:2px;" title="hampton Court8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court81.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2910" style="border:0 none;margin:2px;" title="hampton Court9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court9.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court9a.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2911" style="border:0 none;margin:2px;" title="hampton Court9a" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/hampton-court9a.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://burgerbe.wordpress.com/category/weltweit/'>Weltweit</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2717/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2717/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2717&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schloss Chillon &#8211; Inselburg mit düsterer Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 21:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Felseninsel in einem See nahe wichtiger Grenzen, Handelswege und Pässe. Eigentlich logisch, dass so eine Stelle schon früh befestigt wurde. Ein solcher Inselfelsen liegt wenige Meter vom Ostufer des Genfer Sees enfernt, umrahmt von Alpengipfeln: das schweizerische Chateâu de Chillon. Eine der malerischsten Lagen für eine Burg, die ich mir vorstellen kann. Der vielgereiste [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2838&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2839" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2839" title="chateaux_Chillon3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Blick aufs malerisch gelegene Châteaux Chillon" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick aufs malerisch gelegene Château de Chillon</p></div>
<p>Eine Felseninsel in einem See nahe wichtiger Grenzen, Handelswege und Pässe. Eigentlich logisch, dass so eine Stelle schon früh befestigt wurde. Ein solcher Inselfelsen liegt wenige Meter vom Ostufer des Genfer Sees enfernt, umrahmt von Alpengipfeln: das schweizerische Chateâu de Chillon. Eine der malerischsten Lagen für eine Burg, die ich mir vorstellen kann. Der vielgereiste Lord Byron sah das offenbar auch so, schrieb ein Gedicht &#8211; und ließ gleich im Kerker sein Autogramm da.</p>
<p><span id="more-2838"></span></p>
<p>Ausgrabungen brachten hier bereits Funde aus der Bronzezeit zutage. Die ältesten Bauten wie der Hauptturm stammen aus dem 11. Jahrhundert (damit ist der Kern der Burg stolze tausend Jahre alt).</p>
<div id="attachment_2840" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2840" title="chateau_Chillon2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon2.jpg?w=300&#038;h=223" alt="Schloss Chillon - von Norden" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Schloss Chillon - von Norden</p></div>
<p>Der Bergfried wurde noch zwei Mal aufgestockt und ist heute 25 Meter hoch. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1150. Zu dieser Zeit gehörte die Anlage den Grafen (später den Herzögen) von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Savoyen">Savoyen</a> und kontrollierte den Handelsweg entlang des Ostufers des Sees und somit die Straße zum Grossen St.-Bernhard-Pass.</p>
<p>Die Insel liegt nur etwa zehn Meter vom Ufer entfernt. Der See bildet also praktischerweise den Burggraben. Drei halbrunde, landseitige Türme stammen von 1255. Zu dieser Zeit war der heutige Aufbau der Burg mit drei Innenhöfen bereits festgelegt. Ab 1290 diente das Burggewölbe auch als Gefängnis.</p>
<div id="attachment_2846" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2846" title="chateau_Chillon5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon5.jpg?w=224&#038;h=302" alt="Schloss Chillon - von Süden" width="224" height="302" /></a><p class="wp-caption-text">Schloss Chillon - von Süden</p></div>
<p>Die Burg wechselte nur zwei Mal den Besitzer: 1536 verloren die Savoyarden die Anlage an die Berner (ein erster Angriff, 60 Jahre zuvor, war gescheitert). 1798 ging die Schlossinsel schließlich kampflos in den Besitz des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waadt">Kantons Waadt</a> über, dem sie noch heute gehört.</p>
<p>Die neuen Besitzer nutzen die (militärisch mittlerweile nutzlosen) Räumlichkeiten ab 1838 als Lager für Kriegsgerät, als Hospital und &#8211; wieder &#8211; als Gefängnis.  Ein Erwerbszweig der zur Aufsicht eingesetzten Gendarme war das Herumführen neugieriger Reisender, die sich die malerische Burg genauer ansehen wollten. Bereits im Juni 1816 war Lord Byron zu Besuch. Der Romantiker war offenbar hingerissen von dem Gemäuer und seiner Geschichte und schrieb einige Wochen später das 392-Zeilen-Gedicht &#8222;Der Gefangene von Chillon&#8220; (hier ein Link zum Originaltext: &#8222;<a href="http://en.wikisource.org/wiki/The_Prisoner_of_Chillon#Sonnet_on_Chillon">The Prisoner of Chillon</a>&#8222;).</p>
<p>Darin geht es um die historische Figur des schweizerischen Patrioten Francois Bonvivard (1493-1570). Der Prior von St. Victor in Genf hatte gegen die Herrschaft der Savoyer opponiert und war von diesen 1530 im Gewölbe von Schloss Chillon eingekerkert worden. Erst als die Berner 1536 Chillon eroberten, wurde der Geistliche befreit.</p>
<div id="attachment_2849" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2849 " title="chateau_Chillon6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Die Landseite" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Landseite</p></div>
<p>Beim Rundgang wird ein schwerer Eisenring an einer Säule gezeigt, an den der Gefangene die komplette Zeit angekettet gewesen sein soll. Da er keine Sicht nach draußen hatte, soll er jahrelang gedacht haben, er sei in einem feucht-kalten Verlies unterhalb des Wasserspiegels des Sees eingekerkert &#8211; und sich entsprechend panisch vor einer Überflutung gefürchtet haben. Gruselige Vorstellung.</p>
<p>Als der befreite Bonvivard zurückkam, fand er seine Priorei zerstört vor. Die Stadt Genf gewährte ihm eine Pension, nahm ihn in den Stadtrat auf und gab ihm den Auftrag, eine Geschichte der Stadt zu schreiben. Das gelang ihm auch, das Werk wurde dann allerdings erst 1831 veröffentlicht. Die Schweizer haben es halt nicht immer so eilig.</p>
<div id="attachment_2847" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/delacroix_007.jpg"><img class="size-medium wp-image-2847 " title="Delacroix_007" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/delacroix_007.jpg?w=300&#038;h=238" alt="Eugene Delacroix - Der Gefangene von Chillon (Wikipedia/gemeinfrei)" width="300" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Eugene Delacroix - Der Gefangene von Chillon (Wikipedia/gemeinfrei)</p></div>
<p>Byron machte daraus die Geschichte eines einsamen Märtyrers für die Freiheit und traf damit den Nerv der Zeit. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eug%C3%A8ne_Delacroix">Eugène Delacroix</a> fertigte 1834 ausgehend von Byrons Gedicht ein Gemälde an. Es hängt heute im Louvre und erinnert in seiner Art an eine Heiligen-Darstellung.</p>
<p>Lord Byron hinterließ auf Chillon auch noch eine dauerhaft sichtbare Spur. Er ritzte seinen Namen in die Säule, an die der arme Bonvivard angekettet gewesen sein soll. Da kann man ihn heute noch lesen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das stimmt, und dass da nicht irgendein Trinkgeld-gieriger Burgführer des 19. Jahrhunderts dem Byron-Schriftzug ein bisschen nachgeholfen hat&#8230; (siehe das kleine Foto ganz unten)</p>
<p>Als in den darauf folgenden Jahrzehnten die Eisenbahnlinie am Seeufer gebaut wurde, wäre Schloss Chillon dieser verkehrstechnischen Revolution fast zum Opfer gefallen und zum Steinbruch geworden. Glücklicherweise protestierte ein Abgeordneter der Nationalversammlung und verhinderte den Frevel.</p>
<div id="attachment_2850" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2850 " title="chataux_Chillon7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon7.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Blick vom Bergfried" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick vom Bergfried</p></div>
<p>Mit der archäologischen Untersuchung und Rekonstruktion der reichlich heruntergekommenen Anlage wurde dann ab 1897 Albert Naef (1862-1936) beauftragt, einer der ersten schweizerischen Burgenforscher, der sehr gute Arbeit leistete.</p>
<p>Heute ist Schloss Chillon eines der meistbesuchten (und fotografierten) historischen Gebäude der Schweiz: 2010 kamen 330.000 Besucher. Wobei ich nicht den Eindruck hatte, dass die Anlage überlaufen war&#8230;<br />
<strong><br />
Tipp:</strong> Nach dem Besuch empfiehlt sich ein Spaziergang am Seeufer, z.B. vier Kilometer nach Montreaux, von wo Züge nach Lausanne und Genf fahren.</p>
<p><strong>Link:</strong> Die Homepage der Burg gibt einen <a href="http://www.chillon.ch/de/index-La%2Bgrande%2Bhistoire-0-0.html">ausführlichen Überblick</a> über die Geschichte der Anlage unter der Herrschaft von Savoyen, Bern und Waadt.</p>
<p><strong>Lage:</strong> Château de Chillon, Avenue de Chillon 21, CH-1820 Veytaux</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon44.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2863" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon44" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon44.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2855" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon9.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon10.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2856" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon10" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon10.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2857" style="border:0 none;margin:2px;" title="chataux_Chillon11" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chataux_chillon11.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon12.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2858" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon12" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon12.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateaux_chillon14.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2859" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon14" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateaux_chillon14.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon16.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2860" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon16" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon16.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon99.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2861" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon99" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon99.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon55.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2864" style="border:0 none;margin:2px;" title="chateau_Chillon55" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/chateau_chillon55.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine (Anklicken zum Vergrößern)</p>
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		<title>Veste Coburg &#8211; Die Fränkische Krone fiel durch eine Kriegslist</title>
		<link>http://burgerbe.wordpress.com/2011/04/17/veste-coburg-ein-besuch-bei-der-fraenkischen-krone/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 21:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Blauer Turm]]></category>
		<category><![CDATA[Burgen in Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Burgen in Franken]]></category>
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		<description><![CDATA[Nahe der Grenze zwischen Franken und Thüringen erhebt sich eine der mit 25.000 Quadratmetern größten und besterhaltenen Burganlagen Deutschlands: Die Veste Coburg, auch bekannt als Fränkische Krone. Bereits mehr als hundert Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung (1225) dürfte sich hier ein befestigter Verwaltungssitz befunden haben. Zunächst im Besitz der Herzöge von Meranien fiel die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2801&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg-veste_panorama.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2808" style="border:0 none;margin:5px 2px;" title="Coburg-Veste_Panorama" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg-veste_panorama.jpg?w=497&#038;h=161" alt="" width="497" height="161" /></a></p>
<p style="text-align:left;">Nahe der Grenze zwischen Franken und Thüringen erhebt sich eine der mit 25.000 Quadratmetern größten und besterhaltenen Burganlagen Deutschlands: Die Veste Coburg, auch bekannt als Fränkische Krone.</p>
<p><span id="more-2801"></span></p>
<div id="attachment_2802" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2802" title="coburg1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg1.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Roter und Blauer Turm" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Roter und Blauer Turm</p></div>
<p style="text-align:left;">Bereits mehr als hundert Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung (1225) dürfte sich hier ein befestigter Verwaltungssitz befunden haben. Zunächst im Besitz der Herzöge von Meranien fiel die Burg 1353 an die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wettiner">Wettiner</a>, die sie bis 1918(!) behielten. Heute gehört sie dem Freistaat Bayern.</p>
<p>Eine so lange Historie macht es den Wissenschaftlern schwer, einen Blick auf den Aufbau der hochmittelalterlichen Anlage zu werfen. Die Jahrhunderte waren geprägt von unablässigen Neu- und Umbauten. Im 19./20. Jahrhundert gab es dann gleich zwei Versuche, die Burg wieder näher an ihren &#8222;ursprünglichen&#8220; Zustand zur Stauferzeit (oder das, was man architektonisch dafür hielt) heranzuführen. Heute beherbergt die Veste diverse <a href="http://www.kunstsammlungen-coburg.de/">Kunstsammlungen</a> (Gemälde und Kupferstiche, Glas, Kutschen, Waffen und Rüstungen)</p>
<div id="attachment_2803" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2803" title="Coburg3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Mächtige Mauern schützen die Anlage" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Mächtige Mauern schützen die Anlage</p></div>
<p>Aber zurück zu den Wettinern. Diese Markgrafen von Meißen waren ja ein streitbares Völkchen. Bereits 1387 und 1395 wird die Burg von einer Koalition aus Wettiner-Gegnern belagert, aber nicht eingenommen. Das wird in der Folgezeit auch immer schwieriger, denn seit 1420/3o umgibt ein im Zuge der Hussitenkriege hochgezogener, dreifacher Mauerring die Anlage.</p>
<p>Bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leipziger_Teilung">Teilung</a> der Wettiner Gebiete 1485 zwischen den Brüdern Ernst und Albrecht fiel Coburg an die Ernestinische Linie. Daraufhin rückten auf der Veste die Handwerker an. Auf der offiziellen Seite der Burg ist zu lesen: <em><br />
&#8222;Wahrscheinlich kam in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu den hochmittelalterlichen Kernbauten Blauer Turm, Bergfried, Kemenate, Küche, Palas und Kapelle das Hohe Haus &#8211; das Zeughaus der Veste &#8211; hinzu. (&#8230;) Kurz vor 1500 stehen mit Ausnahme der Bastionen alle Hauptbauten der Veste.&#8220; </em></p>
<div id="attachment_2806" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2806" title="Coburg5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg5.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Fürstenbau von der Bastei aus gesehen" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Fürstenbau von der Bastei aus gesehen</p></div>
<p>Der durch Silber- und Erzminen äußerst wohlhabende Kurfürst Friedrich der Weise schickt kurz nach 1500 auch seinen Hofmaler Lucas Cranach d. Ä.  mehrfach auf die Veste, wo dieser Grafiken und Malereien anfertigt. Das Ergebnis konnte sich knappe drei Jahrzehnte später Martin Luther ansehen. Im Schutz der Burgmauern beobachtete der Reformator den Augsburger Reichstag von 1530. Er konnte nicht mitreisen, da er unter Reichsacht stand, blieb von April bis September auf der Burg und korrespondierte dabei eifrig mit den Verhandlungsführern. Heute kann man hier, wie auf der Wartburg, ein <a href="http://www.kunstsammlungen-coburg.de/index.php?wohin=ausstellung/lutherzimmer.php&amp;nav=&amp;sp=">Lutherzimmer</a> sehen sowie eine Lutherkapelle.</p>
<p>Im Zuge der heraufziehenden Religionskriege wurde die Burg 1531 zur Landesfestung ausgebaut. 1533 entstand auf der Ostseite die Hohe Bastei als Kanonenplattform. In den Felsen wurden zweistöckige Gewölbe geschlagen. 1614, kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges sorgte der Ulmer Festungsbaumeister für den Bau mehrerer Bastionen &#8211; damals gerade der neueste Schrei derFortifikations-Technologie. 1632 zahlten sich die Arbeiten aus: Die Besatzung unter dem schwedischen Obristen Taupadel überstand eine Belagerung durch kaiserliche und bayerische Truppen unter Wallenstein.</p>
<div id="attachment_2811" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2811" title="Coburg2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg2.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Torturm (Bulgarenturm) und Hohes Haus (ganz links)" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Torturm (Bulgarenturm) und Hohes Haus (ganz links)</p></div>
<p>Zwei Jahre später kämpften sich die Kaiserlichen erneut an die Burg heran. Im Burgmuseum sind Relikte dieser Schlachten ausgestellt: Man bekriegte sich beispielsweise mit Frühformen von Handgranaten, brennenden Pechkränzen und Fußangeln. Diesmal hatten die Angreifer jedoch einen Brief dabei, in dem Herzog Johann Ernst die Übergabe befahl. Die Besatzung kam der Anordnung nach &#8211; und fiel damit auf eine Kriegslist des kaiserlichen Befehlshabers<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_de_Lamboy"> Graf von Lamboy</a> herein. Der Brief war nämlich gefälscht. Bereits ein Jahr später bekam der Herzog seine Burg übrigens wieder zurück &#8211; und ließ die Befestigungen gleich weiter verstärken.</p>
<p>Aber die Zeit der großen Festungen war vorbei. 1782 wurde das Hohe Haus zu einem Zuchthaus umfunktioniert, 1820 der Festungs-Status aufgehoben. Statt des Wallgrabens wurde nun ein Promenadenweg angelegt.Kanonen im Gesamtgewicht von 27 Tonnen hatten die Wettiner bereits 1802 nach Nürnberg verkauft.</p>
<div id="attachment_2815" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg9.jpg"><img class="size-medium wp-image-2815" title="Coburg9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg9.jpg?w=225&#038;h=300" alt="Torturm und steinerne Brücke" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Torturm und steinerne Brücke</p></div>
<p>Nach 1838 konnte man sich in der Festung Kunstsammlungen ansehen, z.B. die (noch heute gezeigte) &#8222;Türkenbeute&#8220; des Coburger Prinzen <a href="http://www.deutsche-biographie.de/sfz17465.html">Friedrich Josias </a>(1737-1815). Diese enthält Krummschwerter, eine ganze Dolchsammlung, Schilde, Helme etc., die der in österreichischen Diensten stehende Prinz 1789 bei einem Sieg über eine &#8211; so wird berichtet &#8211; fast fünfach überlegene türkische Übermacht bei Martinesti erbeutete.</p>
<p>Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Gotha (1784-1844) ordnete derweil die  Umgestaltung der verfallenden Veste im neugotischen Stil an und engagierte den  Architekten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Alexander_Heideloff">Carl-Alexander Heideloff</a>. Dieser Experte für &#8222;Altdeutschen Stil&#8220; (er baute z.B. das &#8222;romantische&#8220; <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2009/03/13/lichtenstein_schloss_aus_einem_roman/">Schloss Lichtenstein</a> bei Reuttlingen) ließ erstmal allerlei Fachwerkbauten einreissen. Dann ging er daran, die Veste neugotisch umzugestalten. Einprägsamstes Relikt dieser Zeit sind der Torturm (heute Bulgarenturm) und die steinerne Brücke zum Haupteingang (von 1857/1859).</p>
<div id="attachment_2816" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2816" title="Coburg7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg7.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Hohe Haus, Gefängnis von 1782 bis 1860</p></div>
<p>Gut 50 Jahre später ließ Herzog Carl Eduard einen großen Teil der historisierenden Umbauten wieder abreissen. In seinem Auftrag restaurierte von 1908 bis 1924 der Architekt Bodo Ebhardt die Burg (übrigens der Gründer der deutschen Burgenvereinigung) für sieben Millionen Mark. Nach der Revolution kaufte der Staat dem Herzog die Coburg schließlich 1919 für 1,5 Millionen Mark ab.</p>
<p>Das kriegerische Ereignis in der Geschichte der Burg fand dann in der Nacht vom 10. auf der 11. April 1945 statt. Vorrückende US-Truppen nahmen die Burg unter Artilleriefeuer und richteten erhebliche Gebäudeschäden an. Es sollte Jahrzehnte dauern, diese zu reparieren. Heute lockt die Burg mit ihren Gebäuden und Sammlungen jährlich tausende Besucher. Den Audioguide für die Kunstsammlungen kann man sich inzwischen auch <a href="http://www.np-coburg.de/regional/feuilleton/art83474,1520336">als App herunterladen</a>.</p>
<p><strong>Lage:</strong> Veste Coburg, Veste Coburg 1, 96450 Coburg</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.kunstsammlungen-coburg.de/">Kunstsammlungen der Veste Voburg</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Veste_Coburg">Wikipedia-Eintrag</a> zur Burg</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg8.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2817 alignnone" style="margin:2px;" title="Coburg8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg8.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg4.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2818" style="border:0 none;margin:2px;" title="Coburg4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg4.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg91.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2819" style="border:0 none;margin:2px;" title="Coburg91" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg91.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg92.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2820" style="border:0 none;margin:2px;" title="Coburg92" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg92.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg93.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2821" style="border:0 none;margin:2px;" title="Coburg93" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg93.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg94.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2822" style="border:0 none;margin:2px;" title="Coburg94" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/coburg94.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine (Anklicken zum Vergrößern). Das Panoramafoto über dem Beitrag stammt von Wikipedia/<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:St%C3%B6rfix">Störfix</a> (Zugeschnitten von mir). Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland lizenziert.</p>
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		<title>Burg Hochkraig und der Fluch des Hakenkreuzes</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 22:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hakenkreuz-Schmiereien kommen ja in den besten Gegenden vor. In der Regel hilft da ein Schuss scharfes Reinigungsmittel weiter. Auf Burg Hochkraig in Kärnten ist das Problem schon etwas größer. Und älter. Vor 77 Jahren, 1934, bemalten österreichische Nazis den romanischen Bergfried der Ruine mit einem riesigen und weithin sichtbaren, akuraten weißen Hakenkreuz. Es war das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2790&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2791" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.kleinezeitung.at/kaernten/sanktveit/2721594/hakenkreuz-koennte-turm-historischer-burg-fallen.story"><img class="size-medium wp-image-2791 " title="kleinezeitung1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/kleinezeitung1.jpg?w=300&#038;h=235" alt="Die Burg mit dem Hakenkreuz-Problem: Screenshot von www.kleinezeitung.at" width="300" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Die Burg mit dem Hakenkreuz-Problem: Screenshot von www.kleinezeitung.at</p></div>
<p>Hakenkreuz-Schmiereien kommen ja in den besten Gegenden vor. In der Regel hilft da ein Schuss scharfes Reinigungsmittel weiter. Auf Burg Hochkraig in Kärnten ist das Problem schon etwas größer. Und älter. Vor 77 Jahren, 1934, bemalten österreichische Nazis den romanischen Bergfried der Ruine mit einem riesigen und weithin sichtbaren, akuraten weißen Hakenkreuz. Es war das Jahr des gescheiterten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juliputsch">Juliputschs</a>. Der Aufstand hatte neben Wien auch in Kärnten einen Schwerpunkt.</p>
<p><span id="more-2790"></span></p>
<p>Das Relikt erinnerte nach dem Krieg auf äußerst unangenehme Weise daran, dass es in der Alpenrepublik bereits vor dem Anschluss an das Deutsche Reich 1938 eine höchst lebendige Nazi-Szene gegeben hatte. Natürlich wurde es flugs übermalt (und von schnell wachsenden Bäumen verdeckt). Wie in der Bundesrepublik ist das Zurschaustellen von NS-Symbolen zudem auch in Österreich strafbar.</p>
<p>Und nun ist das vermaledeite braune Kainsmal wieder da und droht allen Reinigungsversuchen zu widerstehen, schreibt die <a href="http://www.kleinezeitung.at/kaernten/sanktveit/frauenstein/2721594/hakenkreuz-koennte-turm-historischer-burg-fallen.story">Kleine Zeitung</a>. &#8222;Wir haben es zwar vor Jahrzehnten übermalt, aber das Kreuz ist wieder herausgebleicht und weithin sichtbar&#8220;, wird der Burg-Eigentümer von der Zeitung zitiert. Gerade sei ein neuer Pächter dabei die Burg zu renovieren. Dabei wurden auch diverse Bäume gefällt, was jetzt den Blick auf den Hakenkreuz-Turm erst recht freigibt.</p>
<p>Restlos entfernen ließe sich das Symbol wohl nur durch großflächiges Abkratzen. Aber davor warnt eindringlich der Denkmalschutz. Denn das könnte den Burgturm zerstören. Zudem ist die Stelle nur äußerst schwer zu erreichen. Was also tun?</p>
<p>Der Landeskonservator rät nun dazu, aus dem Hakenkreuz mit weiterer weißer Farbe einfach ein Quadrat zu machen. Anmerkung von mir: Das wäre zwar nicht schön, aber wenigstens nicht strafbar und vielleicht irgendwie touristisch nutzbar.</p>
<p>Mehr zur Geschichte von Burg Hochkraig auf <a href="http://www.burgenseite.com/a_Kraig_txt.htm">burgenseite.com</a> und im dortigen <a href="http://www.burgenseite.com/forum/viewthread.php?tid=567">Burgenforum</a>. In dem Forums-Eintrag ist auch ein Turm-Foto von 2006 zu finden, das zeigt, dass das Hakenkreuz zu diesem Zeitpunkt zwar sichtbar, aber etwas versteckt hinter Bäumen lag. Man hätte das Malheur also eigentlich kommen sehen können&#8230;</p>
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		<title>Okayama Castle: Japans einst goldene Krähenburg</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 22:26:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass viele Japaner Neuschwanstein so faszinierend finden, könnte damit zu tun haben, dass in ihrem Mutterland nur wenige Burgen überdauert haben. Das wiederum liegt an der bevorzugten japanischen Burgenbauweise: Fundament und Grundmauern aus Stein, der Rest aus Holz. So entstehen natürlich auch stolze, repräsentative Landmarken &#8211; die sich nur dummerweise bereits beim kleinsten Brand in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2764&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2765" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2765" style="border:0 none;margin:5px;" title="okayama1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama1.jpg?w=300&#038;h=241" alt="Okayama Castle" width="300" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Okayama Castle</p></div>
<p>Dass viele Japaner Neuschwanstein so faszinierend finden, könnte damit zu tun haben, dass in ihrem Mutterland nur wenige Burgen überdauert haben. Das wiederum liegt an der bevorzugten japanischen Burgenbauweise: Fundament und Grundmauern aus Stein, der Rest aus Holz. So entstehen natürlich auch stolze, repräsentative Landmarken &#8211; die sich nur dummerweise bereits beim kleinsten Brand in einen traurigen Haufen Asche verwandeln können.</p>
<p><span id="more-2764"></span></p>
<p>Glücklicherweise sind die Japaner sehr gut im Rekonstruieren. Und deshalb kann man heute Okayama Castle besichtigen &#8211; wegen seiner schwarzen Farbe auch als Krähenburg bezeichnet.</p>
<p>Stadt und Burg Okayama liegen etwa auf halbem Weg zwischen Osaka und Hiroshima.  Der Fluss Asahi trennt die Burg von einem historischen japanischen Garten, dem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/K%C5%8Draku-en">Korakuen</a>.</p>
<div id="attachment_2766" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2766" style="border:0 none;margin:5px;" title="okayama2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama2.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Torgebäude" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Torgebäude</p></div>
<p>Errichtet wurde die Burg zwischen 1573 und 1597, fertiggestellt unter Fürst <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ukita_Hideie">Hideie Ukita</a>. Die Grundmauern bilden ein asymetrisches Fünfeck. Der Bau selbst besteht aus drei übereinander gestapelten zweistöckigen Bauten. Es sieht alles etwas verschachtelt aus und soll das wohl auch. Die sechs Stockwerke messen laut Faltblatt 21 Meter. An den Turm schließt sich noch ein ehemaliger Salzspeicher an.</p>
<p>Die gesamte Anlage mitsamt Mauerring hatte früher 35 Türme und 21 Tore.  Heute steht nur noch ein Tor. Zur Anfangszeit soll man sogar von der goldenen Krähenburg gesprochen haben, da Teile des Dachs einst angeblich mit Gold gedeckt waren. Heute sind davon nur noch einige mit Plattgold überzogene Drachen (zur Dämonen-Abwehr) übrig geblieben</p>
<div id="attachment_2771" class="wp-caption alignright" style="width: 228px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2771" style="border:0 none;margin:5px;" title="okayama6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama6.jpg?w=218&#038;h=300" alt="Goldene Drachen auf dem Dach" width="218" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Goldene Drachen auf dem Dach</p></div>
<p>Viel Freude hatte der Ukita-Clan an seiner gerade fertig gestellten Burg nicht. Im Oktober 1600 beteiligte sich Hideie mit 17.000 Mann an der großen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Sekigahara">Schlacht von Sekigahara</a>. Allerdings auf der falschen Seite. Er verlor, was auch mit dem Verrat diverser Fürsten zusammenhing, und fand sich im Exil auf der Insel Hachijo-jima wieder.</p>
<p>Burg und Land gingen als Kriegsbeute zunächst an Hideaki Kobayakawa, einen früheren Gefolgsmann Hideies, der sich in der Schlacht gegen seinen Herrn gestellt hatte.</p>
<p>Das schlechte Gewissen könnte Hideaki dazu getrieben haben, seine neuen Untertanen zum Bau eines 1,6 Kilometer langen Burggrabens zu zwingen &#8211; dieser soll angeblich in der Rekordzeit von nur 20 Tagen ausgehoben worden sein. Hideaki starb bereits nach zwei Jahren plötzlich (wohl eines natürlichen Todes) und ohne Nachkommen, und die Burg fiel an die Ikeda-Familie.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama4.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2769" style="border:0 none;margin:5px;" title="okayama4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama4.jpg?w=300&#038;h=224" alt="" width="300" height="224" /></a> Diese schrieb Kontinuität groß: Zwölf Ikeda-Burgherren wechselten einander bis ins Jahr 1869 ab. Im Zuge der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Restauration">Meji-Restauration</a> wurde die Burg dann Staatsbesitz. Der Staat interessierte sich aber nicht sonderlich für die militärisch völlig unbedeutende Anlage und ließ 1882 dutzende Gebäude abreissen.</p>
<p>Erst 1930/32 wurden die verbliebenen vier Gebäude (die Burg selbst, zwei Türme und das Ishiyama-Tor) unter Schutz gestellt. Am 29. Juni 1945 beendeten amerikanische Brandbomben dann die Geschichte der historischen Burganlage. Nur ein Turm zur Mondbeobachtung (Tsukimi Yagura) überstand die Flammen.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama5.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2770" style="border:0 none;margin:5px;" title="okayama5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a>Was man heute sehen (und besichtigen) kann ist ein detailgetreuer Nachbau von 1966 aus Beton und Holz. Sogar mit Aufzug. Innen gibt es einige (hauptsächlich japanisch beschriftete) Exponate zur Geschichte der Burg und (interessantere) Wechselausstellungen. Am ehesten lohnt sich noch der Blick aus den oberen Fenstern. Auch ein Teil der Mauer und drei Tore wurden wieder errichtet. An der Burg finden gelegentlich Festivitäten mit Musik und Schattentheater statt.</p>
<p>Der Ikeda-Familie hat der Verlust der Burg nicht geschadet. Sie hat viele bedeutende Politiker, Wissenschaftker und Künstler hervorgebracht. Das aktuelle Familienoberhaupt Takamasa Ikeda ist immerhin mit einer Tochter von Kaiser Hirohito verheiratet.</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Okayama_Castle">Okayama-Castle-Eintrag bei Wikipedia</a> (engl.). Empfehlenswert ist der ausführliche Wikipedia-Artikel <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Japanese_castle">&#8222;Japanese Castles&#8220;</a>.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama7.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2773 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="okayama7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama7.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama8.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2774" style="border:0 none;margin:2px;" title="okayama8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama8.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2775" style="border:0 none;margin:2px;" title="okayama9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/04/okayama9.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine aus November 2010 (Anklicken zum Vergrößern)</p>
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		<title>Der Kanonengraf, Festung Wilhelmstein und das einzige U-Boot im Heiligen Römischen Reich</title>
		<link>http://burgerbe.wordpress.com/2011/03/01/der-kanonengraf-von-der-festung-wilhelmstein-und-das-erste-u-boot-des-heiligen-roemischen-reiches/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 00:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Erstes deutsches U-Boot]]></category>
		<category><![CDATA[Festung]]></category>
		<category><![CDATA[Festung Wilhelmstein]]></category>
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		<category><![CDATA[Kanonengraf]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumburg-Lippe]]></category>
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		<category><![CDATA[U-Boot]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm von Schaumburg-Lippe]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelmstein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Touristenkahn (mit Segel für die Optik) tuckert gemächlich vor sich hin, während die Wolken über dem Steinhudder bedrohliche Formationen bilden und die Insel Wilhelmstein nur quälend langsam größer wird. Was für eine blödsinnige Idee, in einem 1,50 bis drei Meter tiefen, eiszeitlichen Binnengewässer eine Insel aufzuschütten und auf diesem Matschklumpen auch noch eine Festung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&amp;blog=1861487&amp;post=2725&amp;subd=burgerbe&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2728" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2728" title="wilhelmstein3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein3.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Wo ist denn die Festung Wilhemlstein? Na, hinter der Bäumen." width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Wo ist denn die Festung Wilhelmstein auf der Mini-Insel? Na, hinter der Bäumen.</p></div>
<p>Der Touristenkahn (mit Segel für die Optik) tuckert gemächlich vor sich hin, während die Wolken über dem Steinhudder bedrohliche Formationen bilden und die Insel Wilhelmstein nur quälend langsam größer wird. Was für eine blödsinnige Idee, in einem 1,50 bis drei Meter tiefen, eiszeitlichen Binnengewässer eine Insel aufzuschütten und auf diesem Matschklumpen auch noch eine Festung zu errichten. Und dann soll es da ja noch so eine Geschichte mit einem U-Boot von 1770 geben&#8230;</p>
<p><span id="more-2725"></span></p>
<p>Nunja, zumindest gut 250 Jahre später ernährt das ganze ein paar Binnenkapitäne und die Dame vom Ticktverkauf. Auf der Insel gibt&#8217;s dann Kuchen und einen Unterstand&#8230;</p>
<div id="attachment_2732" class="wp-caption alignleft" style="width: 214px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelm_schaumburg-lippe.jpg"><img class="size-medium wp-image-2732 " title="Wilhelm von Schaumburg Lippe in der Uniform eines britischen Feldmarschalls" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelm_schaumburg-lippe.jpg?w=204&#038;h=250" alt="Wilhelm von Schaumburg Lippe in der Uniform eines britischen Feldmarschalls" width="204" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Wilhelm von Schaumburg-Lippe in der Uniform eines britischen Feldmarschalls</p></div>
<p>Rückblende: 1748 erbt der 24-jährige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_%28Schaumburg-Lippe%29">Graf Wilhelm Friedrich Ernst</a> das kleine, aber unabhängige Fürstentum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schaumburg-Lippe">Schaumburg-Lippe</a>. Das erstreckte sich auf 340 Quadratkilometern, was exakt der Größe des heutigen Las Vegas entspricht (Glücksspiel war in der streng protestantischen Hauptstadt Bückeburg allerdings verpönt). Bewohnt wurde es von gerade mal 17.000 Untertanen. Die bekamen die Obrigkeit in erster Linie in Form von Steuereintreibern zu sehen, denn Herr Graf hatte ein paar teure Marotten. Der Souverän liebte nämlich das Militär und die ganz großen Feldzüge.</p>
<p>Er kämpfte mit einem Kontingent seiner Landsleute recht erfolgreich für die Preußen im Siebenjährigen Krieg, stieg 1759 zum Oberbefehlshaber der Artillerie auf. 1762 wurde der &#8222;Kanonengraf&#8220; in das um seine Unabhängigkeit kämpfende Portugal gerufen und schlug als Feldherr eines portugiesisch-britischen Heeres einen spanischen Invasionsversuch zurück, woraufhin die britische Krone den geborenen Londoner zum englischen Feldmarschall ernannte. Die Portugiesen setzen dem Grafen mit dem <a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Forte_de_Nossa_Senhora_da_Gra%C3%A7a">&#8222;Fort Lippe&#8220;</a> bei Elvas ein Denkmal.</p>
<div id="attachment_2733" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2733" title="wilhelmstein4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein4.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Die Festung Wilhelmstein mit dem Kommandantenschlösschen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Festung Wilhelmstein mit dem Kommandantenschlösschen</p></div>
<p>Die kriegerischen Erfahrungen des Landesherrn hinterließen auch im heimischen Schaumburg-Lippe Spuren, wo der Graf ein stehendes Heer von (man darf das angesichts des Mini-Landes Größenwahnsinn nennen) 1000 Soldaten unterhielt. Außerdem kam ihm der Einfall, im Steinhuder Meer eine Insel aufschütten und darauf eine quasi uneinnehmbare Fortifikation zu errichten, was 1761 bis 1767 passierte: Die Festung Wilhelmstein.</p>
<p>Die Idee dahinter war, dass bei einer Besetzung des Kleinstaats durch einen seiner Nachbarn der Wilhelmstein als Fluchtpunkt dienen und noch monatelang Widerstand leisten und den Invasoren schrecklich auf die Nerven gehen sollte.</p>
<div id="attachment_2735" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2735 " title="wilhelmstein5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Ein paar Kanonenrohre sind noch da" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ein paar Kanonenrohre sind noch da</p></div>
<p>Die Festung wurde nach neuesten Erkenntnissen der Baukunst sternförmig angelegt, mit vier Schanzen und 16 Außenwerken, die zum Teil durch Zugbrücken miteinander verbunden waren. Den Mittelpunkt bildete das Kommandantenschlösschen. Bei der Ausstattung machte der Kanonengraf seinem Spitznamen alle Ehre: Die von diversen Mörsern unterstützten dort stationierten 166 Stück Artillerie konnten jeden Winkel der Umgebung bestreichen.</p>
<p>Für den Kriegsfall sollten die Wälle und Kanonen mit 800 Soldaten bemannt werden. Wenn gerade kein Feind im Anmarsch war sollte die Festung als Kriegsschule genutzt werden (auch der spätere preußische Militärreformer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_von_Scharnhorst">Gerhard von Scharnhorst</a> erhielt dort ab seinem 18. Lebensjahr eine erste militärische Ausbildung). Auch dann sollten dort immer noch 250 Soldaten Dienst tun.</p>
<div id="attachment_2737" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2737" title="wilhelmstein6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein6.jpg?w=224&#038;h=300" alt="Blick auf die spitz zulaufenden Wälle und Bastionen" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf die spitz zulaufenden Wälle und Bastionen</p></div>
<p>Dummerweise war es drinnen so klamm und feucht, dass diese Wachsoldaten im zehn-Tage-Rhythmus ausgetauscht werden mussten. Die Militärschule zog später auch lieber in trockene Quartiere nach Bückeburg.</p>
<p>Der Graf war an allerlei militärtechnischen Errungenschaften interessiert. 1762 legte ihm der Kriegsschullehrer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Chrysostomus_Praetorius">Jakob Chrysostomus Praetorius</a> den Plan vor, ein wie ein Hecht geformtes, hölzernes Tauchboot (mit Segeln) zu bauen, was Wilhelm aber zunächst ablehnte. Die Idee trieb bekanntlich schon Leonardo da Vinci um, der 1515 ein Ein-Mann-U-Boot entworfen hatte. Irgendwie muss der Einfall den Herrscher aber doch fasziniert haben, denn im November 1771 bestellte der Wilhelmstein-Kommandant Major d&#8217;Etienne <a href="http://www.steinhuder-meer.de/f5-edit/?domain=www.steinhuder-meer.de&amp;fuseaction=artikel&amp;ebene=1374&amp;artgruppe=590">einen eichenen Kiel für den &#8222;Steinhuder Fisch&#8220;</a> .</p>
<p>Zunächst gab es wohl einen kleineren Prototypen mit Kanone, 1775 wurde ein weiteres Modell gebaut. Im heutigen Inselmuseum erfährt man, dass das erste Tauchboot 1772 angeblich <a href="http://www.heimatbund-niedersachsen.de/Naturpark_Steinhuder_Meer_1.pdf">zwölf Minuten unter Wasser geblieben</a> sein und die Insel einmal umrundet haben soll. Das ist zwar nicht belegt, aber es wäre überraschend, wenn der Graf zwei Modelle hätte bauen lassen, ohne dass eines davon zumindest einigermaßen vielversprechende Ergebnisse erzielt hätte.</p>
<div id="attachment_2738" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2738" title="wilhelmstein7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/02/wilhelmstein7.jpg?w=300&#038;h=224" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Modell des </p></div>
<p>Auch der Zweck des Bootes ist umstritten. Es gibt zwei Theorien: Die einen nehmen an, dass das Tauchboot nur als Nachrichtenüberbringer für den Fall einer Belagerung des Wilhelmsteins gedacht war. Allerdings dürften seine Segel auf dem überschaubaren See nicht wirklich unauffällig gewirkt haben. Eine andere Erklärung nimmt an, dass Wilhelm gehofft haben könnte, per Tauchboot geheime Botschaften mit Portugal austauschen zu können. Das erste (und einzige) U-Boot im Heiligen Römischen Reich hat auch einen eigenen Wikipedia-Eintrag: &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhuder_Hecht">Steinhuder Hecht</a>&#8222;. Im Inselmuseum kann man ein Modell des Bootes und allerlei andere Experimentalwaffen aus der gräflichen Sammlung sehen.</p>
<p>Nach dem Tod des Grafen 1777 haben Wilhelms Nachfolger die submarinen Pläne nicht weiter verfolgt und die horrenden Militärausgaben heruntergeschraubt. Der Bau der Festung machte sich dann zehn Jahre später aber doch bezahlt, als hessische Truppen Schaumburg-Lippe besetzten &#8211; bis auf den Wilhelmstein. 2800 Hessen schafften es trotz längerer Belagerung nicht, die 150 Schaumburgischen Soldaten zur Übergabe zu bewegen. Im morastigen Seeuferboden konnten sie ihre Kanonen nicht nahe genug an die Festung heranbringen, um diese sturmreif zu schießen. Außerdem wurde die Insel vom Hannoverschen Nordufer aus mit Lebensmitteln versorgt.</p>
<div id="attachment_2740" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein8.jpg"><img class="size-medium wp-image-2740" title="wilhelmstein8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein8.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Blick vom Wilhelmstein aufs Steinhuder Meer" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Blick vom Wilhelmstein aufs Steinhuder Meer</p></div>
<p>Das Weiterexistieren des hartnäckigen Widerstandsnests trug letztlich dazu bei, dass Preußen und Hannover die Hessen zur Herausgabe des Mini-Staats bewegen konnten. Damit war dann aber auch die Zeit der Festung abgelaufen. Der Wilhelmstein wurde nun 80 Jahre lang (noch bis 1867) als Gefängnis genutzt.</p>
<p>Danach begann die Insel zum beliebten Touristenziel zu werden. Die Insel befindet sich heute immer noch im Besitz der Familie zu Schaumburg-Lippe, die die Inselgebäude 2005 bis 2009 für rund eine Million Euro sanieren ließ. Die Arbeiten werden allerdings auch <a href="http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Calenberger-Land/Wunstorf/Festung-Sanierung-wird-teuer">in den nächsten Jahren weitergehen</a>. Insofern hilft der Besucher-Eintritt beim Erhalt der Anlage.</p>
<p>Man sollte vor dem Buchen der so genannten Auswanderer -Bötchen nur schauen, ob gerade eine Regenfront im Anmarsch ist. Sonst kann es auch auf dem kleinen Steinhuder Meer unangenehm werden.</p>
<p><strong>Öffnungszeiten:</strong><br />
Die Festung ist vom 1. April bis 15. Oktober täglich zwischen 9.30 und 17.30 Uhr geöffnet.</p>
<p><strong>Link: </strong><a href="http://www.wilhelmstein.de/page/page_ID/6?PHPSESSID=66b5444caa40a6dd58bc879f01c05282">Webseite der Festung</a></p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein10jjpg.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2742 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="wilhelmstein10,jjpg" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein10jjpg.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein9.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2743 alignnone" style="border:0 none;margin-top:2px;margin-bottom:2px;" title="wilhelmstein9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein9.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2744" style="border:0 none;margin:2px;" title="wilhelmstein11" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2011/03/wilhelmstein11.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine, bzw. Wikipedia (1)</p>
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