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	<title>Burgerbe-Blog</title>
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	<description>Nachrichten, Bilder und Geschichten von Burgen &#38; Schlössern</description>
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		<title>Burgerbe-Blog</title>
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		<title>Bischofsburg Wittstock: Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 22:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?
Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2323&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2324" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2324" title="burg_Wittstock1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="burg_Wittstock1" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Im Turm der Burg Wittstock befindet sich das Museum des Dreißigjährigen Krieges</p></div>
<p>Warum waren die Schweden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts so überlegene Gegner, die kaiserliche Armeen reihenweise in die Flucht schlugen? Was hat ein Floh mit einer Belagerung zu tun? Und wie viel verdient eigentlich der Soldat, der im Tross das Hurenwesen organisiert?</p>
<p>Wer Antworten auf diese Fragen sucht, findet im brandenburgischen Wittstock an der Dosse das einzige Museum Deutschlands, das sich ganz dem Dreißigjährigen Krieg widmet (das <a href="http://www.muenster.de/stadt/tourismus/pdf/friedenssaalflyer.pdf">Rathaus des Westfälischen Friedens</a> in Münster jetzt mal außen vorgelassen).</p>
<p>Die Ausstellung auf den sieben Ebenen des 32 Meter hohen Turms ist klar strukturiert und nicht mit Infos überfrachtet. Ich finde sogar, die Auswahl ist ein wenig arg ausgedünnt, ein paar Exponate mehr hätten sicher nicht geschadet. Die Bischofsburg ist eines der wenigen Museen, das man wahrscheinlich auch mit quengelnden Kindern besuchen kann &#8211; sofern diese nichts gegen Treppensteigen haben.</p>
<div id="attachment_2404" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2404" title="burg_Wittstock3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="burg_Wittstock3" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Ausstellungsebenen: Wenige Exponate, dazwischen einige Infotafeln</p></div>
<p><strong>Die Gliederung:</strong><br />
<strong>Ebene 1</strong> Mythen und Wahrheiten<br />
<strong>Ebene 2</strong> Ursachen des Krieges<br />
<strong>Ebene 3</strong> Lebensfreude und Lebensnot<br />
<strong>Ebene 4</strong> Das Leben in der Armee<br />
<strong>Ebene 5</strong> Technik und Mensch im Krieg<br />
<strong>Ebene 6</strong> Die Schlacht<br />
<strong>Ebene 7</strong> Der langersehnte Frieden</p>
<p>Besonders interessant fand ich die Schlachten-Dioramen mit hunderten Zinnsoldaten, in denen die Taktiken der Kontrahenten erklärt wurden. Dort erklärten sich auch die dauernden Erfolge der beweglichen und feuerstarken, weniger tief gestaffelten Schweden über die träge operierenden, dicht zusammenstehenden kaiserlichen Gevierte.</p>
<div id="attachment_2405" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2405" title="burg_Wittstock4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock4.jpg?w=300&#038;h=225" alt="burg_Wittstock4" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Mini-Soldaten schlagen die Schlacht bei Wittstock</p></div>
<p>Unter einem Mikroskop wartet hier auch ein &#8220;Pestfloh&#8221; auf neugierige Betrachter. Ein Hinweis darauf, dass letztlich mehr Menschen an Seuchen und Krankheiten starben als durch die direkten Kriegseinwirkungen.</p>
<p>Unter den zeitgenössischen Quellen (Briefe, Flugblätter), die gezeigt werden, sticht besonders eine Lohnliste hervor, die transparent macht, was einfache Soldaten und Spezialisten so berdienen konnten. Während Obristen auf 80 bis 200 Reichstaler pro Woche kamen, musste sich der einfach Soldat mit 3/4 bis einem Taler zufrieden geben.</p>
<p>Der &#8220;Hurenwäbel&#8221;, der im Tross unter den Prostituierten der jeweiligen Kompanie für Ordnung zu sorgen hatte, verdiente nur unwesentlich mehr: 1 1/4 Taler. Fachkräfte wie Wagen- und Proviantmeister waren dagegen mit vier Talern dabei.</p>
<p>Die Soldzahlen stammen von einem Flugblatt zut Anwerbung von Söldnern und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Ob der versprochene Sold dann auch in klingender Münze ausgezahlt wurde, steht auf einem anderen Blatt&#8230;</p>
<div id="attachment_2406" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2406" title="burg_Wittstock5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="burg_Wittstock5" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Restaurierte Türme mit Burgmauer</p></div>
<p>An medizinischen Gerät ist das wichtigste Utensil der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feldscher">Feldscher</a> ausgestellt: die Knochensäge. Ohne Antibiotika mussten schwer verletzte Gliedmaßen allzu häufig amputiert werden, wenn man nicht an einer Infektion zu Grunde gehen wollte. Gruselig!</p>
<p>Die Burg selbst entstand ab 1244 auf den Fundamenten einer slawischen Ringwallburg (bei der Ostkolonisation nahm man eben, was man kriegen konnte). Sie sollte dem Schutz der wachsenden Siedlung dienen, die sich aus einem ehemals slawischen Dorf entwickelt hatte. Die Grenze zu den Slawen verlief praktisch direkt vor der Burgmauer.</p>
<p>1271 ließen sich die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Havelberg">Bischöfe von Havelberg</a> auf der Burg nieder und blieben 270 Jahre (daher auch der Name Alte Bischofsburg). Entsprechend prächtig muss auch dien Burgkapelle gewesen sein. Wittstock war die lokale Metropole. Die Festung galt als uneinnehmbar. Sie bestand aus zwei Teilen, der Oberburg zum Wohnen und der Unterburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Mit der Reformation fiel der Bischofssitz an das Fürstentum Brandenburg und wurde 1596 aufgehoben. Bereits die Brandernburger hatten kein Interesse mehr am teuren Erhalt der Burg.</p>
<div id="attachment_2407" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2407" title="burg_Wittstock6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="burg_Wittstock6" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick vom Burgturm auf Wittstock</p></div>
<p>Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage schwer zerstört. Vor der Stadt tobte am 4. Oktober 1636 die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Wittstock">Schlacht bei Wittstock</a>. Dabei siegten 16.000 Schweden gegen 22.000 Kaiserliche und schossen sich so den Weg in die Mitte Deutschlands frei. Bei der Schlacht starben etwa 6000 Menschen, noch 2007 entdeckte man ein Massengrab mit den Überresten <a href="http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,497461,00.html">von rund hundert Soldaten</a>.</p>
<p>Nach dem Krieg sind noch mehrere Hochzeiten in der Burgkapelle nachgewiesen, doch während eines Sturms zur Jahreswende 1703/04 stürzten wesentliche Teile der Burg ein. Im 19. Jahrhundert wurden die Reste der Ruine zum Teil abgebrochen. 1930 enstand neben dem Burgturm ein Fachwerkbau.</p>
<p>Zur DDR-Zeit wurde im Turm ab 1957 eine Schau des Kreisheimatmuseums gezeigt. Auch als Jugenherberge wurde die Burg genutzt. 1995 bis 1998 wurde die Burganlage im Rahmen eines EU-Förderprojekts restauriert und schließlich 1998 das Museum des Dreißigjährigen Krieges eröffnet. Außerdem beherbergt die Anlage noch das heimatkundliche Ostprignitz-Museum.</p>
<p><strong>Lage: </strong>Amtshof 1-5<br />
16909 Wittstock/Dosse<br />
(an der A24/A19 Hamburg-, bzw. Rostock-Berlin)</p>
<p><strong>Links: </strong><a href="http://www.mdk-wittstock.de/">Museumsseite</a>, Wikipedia-Eintrag über die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Bischofsburg">Alte Bischofsburg</a></p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock2.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2408" style="border:0 none;margin:2px;" title="burg_Wittstock2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock2.jpg?w=112&#038;h=150" alt="burg_Wittstock2" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2409" style="border:0 none;margin-top:2px;margin-bottom:2px;" title="burg_Wittstock7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/burg_wittstock7.jpg?w=112&#038;h=150" alt="burg_Wittstock7" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schildwittstock.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2411" style="border:0 none;margin:2px;" title="schildwittstock" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schildwittstock.jpg?w=150&#038;h=112" alt="schildwittstock" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos:</strong> Meine</p>
Posted in Berlin/Brandenburg  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2323/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2323/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2323/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2323&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Schweriner Schloss: Großherzoglicher Luxus mit Seeblick</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 21:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea&#8230;). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.
Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2348&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2351" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2351" title="schweriner schloss1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schweriner schloss1" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Schweriner Schloss mit seiner vergoldeten Kuppel</p></div>
<p>Besonders kleinere Potentaten haben ja in der Regel große Lust, ihre überschaubare Macht durch monströsen Luxus zu kompensieren (Irak, Nordkorea&#8230;). Im hervorragend sanierten Schweriner Schloss kann man das am historischen Beispiel der Großherzöge von Mecklenburg sehr schön sehen.</p>
<p>Seit mehr als tausend Jahren ist die Schlossinsel im Schweriner See befestigt. Einst stürmten hier Welfen und Sachsen  gegen die lokalen Obodriten-Clanchefs, heute tagt im Schloss der Landtag von &#8220;Meck-Pom&#8221;. Überrannt wird bestenfalls das benachbarte <a href="http://www.buga-2009.de/">Bundesgartenschau</a>-Gelände.</p>
<p>Der erste Hinweis auf eine Befestigung auf der Insel stammt kurioserweise von einem Touristen. Der durchreisende Diplomat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ibrahim_Ibn_Jakub">Abraham ben Jacov</a> schaute 965 beim Burgenbau zu und schrieb darüber in sein Reisetagebuch (leider sind von diesem einzigartigen Bericht nur Fragmente erhalten).</p>
<div id="attachment_2353" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2353" title="schweriner schloss2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss2.jpg?w=225&#038;h=300" alt="schweriner schloss2" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der letzte Obodriten-Fürst Niklot als Reiterstandbild in der Schweriner Schlossfassade</p></div>
<p>Das Sagen hatten rund um das heutige Schwerin zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als 200 Jahren die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abodriten">Obodriten</a>, ein slawischer Volksstamm, dessen Mitglieder bereits um 800 als heidnische Verbündete Karls des Großen gegen die Sachsen gekämpft hatten. Sie waren zwar zehn Jahre vor Abrahams Tour durch Kaiser Otto I. geschlagen, unterworfen und christianisiert worden, sannen aber gerade auf Rache. Dass sie da ihren Stützpunkt Schwerin massiv befestigten, ist da ziemlich logisch.</p>
<p>Die Revanche gegen die Franken sollte dann 983 im ersten großen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Slawenaufstand">Slawenaufstand</a> kommen. Die Obodriten schlossen sich dabei der Rebellion der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liutizen">Liuitzen</a> an und warfen kaierliche Beamte und Priester aus dem Land. Militärisch bestand ihre Beteiligung darin,983 Hamburg zu plündern. Der Aufstand war derart erfolgreich, dass die deutsche Ostsiedlung erstmal für 200 Jahre zum Stillstand kam und es sich auf der Schweriner Burg recht ungestört leben ließ.</p>
<p>Letzlich konnte sich das Obodriten-Fürstentum aber nicht gegen den mächtigen Sachsen-Herrscher Heinrich den Löwen halten. 1160 wurde der Clanchef <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niklot">Niklot</a> von Männern Heinrichs getötet. Im Schloss erzählt ein <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Niklots%20Tod.pdf">Monumentalgemälde</a> von seinem Tod im Hinterhalt. Angesichts ihrer aussichtslosen Lage brannten die Obodriten Burg Schwerin nieder. Heinrich fing neu an: Er gründete das Bistum Schwerin und begann den Neubau der Burg.</p>
<div id="attachment_2357" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss31.jpg"><img class="size-medium wp-image-2357" title="schweriner schloss3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss31.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schweriner schloss3" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Schlossfassade</p></div>
<p>Niklots Sohn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pribislaw_(Mecklenburg)">Pribislaw</a> gab seinen Widerstand bald auf, ließ sich taufen und wurde zu einem treuen Gefolgsmann Heinrichs des Löwen (der vorher noch schnell Pribislaws Bruder hinrichten ließ). Dafür erhielt der Niklot-Sohn große Teile des väterlichen Besitzes als Lehen (ohne Schwerin) und wurde Stammvater einer Dynastie, die erst 1918 von der Revolution hinweggefegt werden sollte. Standesgemäß verstarb er übrigens 1178 an einer Turnier-Verletzung.</p>
<p>Schwerin mit seiner Burg war derweil in den Händen der von Heinrich eingesetzten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Schwerin">Grafenfamilie</a> von Hagen &#8211; und blieb da auch. Erst 1358 kauften Pribislaws Nachkommen, seit zehn Jahren stolze Herzöge von Mecklenburg, schließlich ihren alten Stammsitz mitsamt Grafschaft zurück. Sie verlegten auch gleich ihre Residenz von Mikelenburg bei Wismar nach Schwerin. Sie bauten die wehrhafte Burg zum Schloss um, aus ihrer Zeit steht noch der Bischofsbau an der Seeseite.</p>
<div id="attachment_2358" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2358" title="schweriner schloss4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss4.jpg?w=225&#038;h=300" alt="schweriner schloss4" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">15 Türme nach französischem Vorbild</p></div>
<p>Herzog <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Albrecht_I._(Mecklenburg)">Johann Albrecht I.</a> ließ das Schloss dann 1553 bis 1555 im Renaissance-Stil umbauen und erweitern. Der Herzog schaute auf Luxus: Rote Terrakottaplatten schmückten nun die Fassade. Alabasterreliefs und Sandsteinportale kamen hinzu. Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg war dann ein Totalumbau im Stil der niederländischen Renaissance geplant, allerdings kam der Krieg dazwischen.</p>
<p>Kaiser Ferdinand II. waren die protestantischen Obodriten ein Dorn im Auge, und er &#8220;entließ&#8221; sie 1628 kurzerhand, um das Land an seinen Feldherrn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wallenstein">Wallenstein</a> zu übertragen. Bei den Kurfürsten sorgte diese Selbstherrlichkeit für erheblichen Unmut. Wenn der Kaiser die Mecklenburger Herzöge so einfach enteignet, was könnte er dann als nächstes tun? Auf Druck der Fürsten folgte Anfang 1630 die Entlassung Wallensteins und die Rücknahme der umstrittenen Mecklenburg-Entscheidung. Die folgenden Kriegsjahre überstand Schwerin  relativ glimpflich, das Schloss blieb trotz schwedischen Durchmarschs stehen.</p>
<p>Infolge einer Reichsexekution gegen Herzog <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Leopold_(Mecklenburg)">Karl Leopold</a> waren nach 1719 die Hannoveraner einige Jahre die Herren im Schloss. Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhundert wurde die Anlage um einen Fachwerkbau für die herzögliche Gemäldesammlung erweitert.</p>
<div id="attachment_2360" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2360" title="schweriner schloss5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schweriner schloss5" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick vom Schloss auf den Schweriner See</p></div>
<p>Unter dem Eindruck der Prachtentfaltung des französischen Hofs in den Jahrzehnten vor der Revolution zog der herzogliche Haushalt 1763 ins <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwigslust">Schloss Ludwigslust</a> um, auch als &#8220;mecklenburgisches Versailles&#8221; bekannt.  Herzog Friedrich Franz I. wurde 1806 von den französischen Besatzern zunächst entthront.</p>
<p>Doch die Fähigkeit der Familie, ihre Fahne immer wieder &#8211; wenn auch leicht verspätet &#8211; nach dem momentanen politischen Wind zu drehen, rettete ihn. Nach einem Treffen mit Napoleon setzte ihn der Korse 1807 wieder ein, und der Mecklenburger trat soglich dem französisch dominierten Rheinbund bei.</p>
<p>Als das Pendel umschwang, fand sich Friedrich Franz denn auch auf der &#8220;richtigen&#8221; Seite wieder und stellte sich nach dem Russland-Debakel der Grande Armee auf die Seite der Alliierten. Zum Dank durften er und seine Nachfolger sich seit 1815 Großherzöge nennen. Nach seinem Tod zog es Sohn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Friedrich_(Mecklenburg)">Paul Friedrich</a> 1837 aus Ludwigslust wieder zurück in die alte Hauptstadt Schwerin.</p>
<div id="attachment_2359" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schwerin_castle2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2359" title="Schwerin_castle2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schwerin_castle2.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Schwerin_castle2" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Prächtig: der Thronsaal (Foto: Wikipedia/Sky). Entstanden, als sich die Regierung auf die Drohung eines Eingreifens der preußischen Armee stützte.  </p></div>
<p>Paul Friedrich wollte das heruntergekommene Gemäuer umbauen und einen neuen Flügel errichten. Um die Pläne umzusetzen, stützte er sich auf Hofbaumeister <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Adolf_Demmler">Georg-Adolf Demmler</a>. Bevor jedoch allzuviel in die Tat umgesetzt war, starb der Großherzog 1842 im Alter von nur 41 Jahren an einer Erkältnung, die er sich beim Löschen eines Stadtbrands zugezogen hatte.</p>
<p>Auf den Thron kam sein erst 19-jähriger Sohn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Franz_II._(Mecklenburg)">Friedrich Franz II.</a>. Der wollte zunächst alles anders machen, und sah in den historischen Gebäuden in erster Linie alte Kästen, die seinen hochfliegenden Plänen im Weg standen. Demmler konnte dem jungen Monarchen jedoch die schlimmsten Ideen ausreden und seine eigenen Entwürfe durchsetzen.</p>
<p>Der Architekt orientierte sich am Renaissance-Loireschloss von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chambord">Chambord</a> (inzwischen Unesco-Welterbe). Elemente aus 16. und 17. Jahrhundert bezogen Demmler und sein Mitarbeiter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Willebrand">Hermann Willebrand</a> in das Ensemble ein. 1847 war als erstes prägendes Bauwerk der Hauptturm fertig. Dann kam die 1848er-Revolution. Noch 1849 erließ Friedrich Franz ein äußerst liberales Staatsgrundgesetz als  Verfassung für Mecklenburg-Schwerin¹), was seinen stockkonservativen Verwandten überhaupt nicht passte.</p>
<div id="attachment_2362" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2362" title="schweriner schloss6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schweriner schloss6" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Reich geschmückte Decke im Foyer des Schlossmuseums</p></div>
<p>Der Adel erzwang mit Hilfe der Preußen 1850 eine rigide Rolle rückwärts. Der so genannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freienwalder_Schiedsspruch">Freienwalder Schiedsspruch</a> erklärte die liberale Verfassung für ungültig und kehrte zum alten herzoglichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landesgrundgesetzlicher_Erbvergleich">Landesgrundgesetz</a> von 1755 zurück. Das gab die Macht in erster Linie in die Hände der im Landtag vertretenen Mecklenburgischen Ritterschaft.</p>
<p>Die mecklenburgischen Großherzogtümer (Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz) waren damit verfassungspolitisch die rückständigsten Gebiete Deutschlands.</p>
<p>Der harte Kurs gegen die Demokraten und &#8220;Arbeiterfreunde&#8221; schlug auch auf den Schloss-Umbau durch. Der liberale Baumeister Demmler, der es gewagt hatte, eine Kranken- und Unfallkasse für die Arbeiter einzurichten und sich für eine gerechte Entlohnung einzusetzen, wurde entlassen. Als seinen Nachfolger berief der Großherzog den Berliner Architekten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_St%C3%BCler">Friedrich August Stüler</a>, der sich bereits mit dem Wiederaufbau der schwäbischen <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2009/03/02/burg-hohenzollern-familienschloss-voller-preussen-nippes/">Vorzeige-Ritterburg Hohenzollern</a> einen Namen gemacht hatte.</p>
<div id="attachment_2365" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2365" title="schweriner schloss7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss7.jpg?w=225&#038;h=300" alt="schweriner schloss7" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Prachtvolle Türme und die goldene Kuppel </p></div>
<p>Er veränderte den Demmler-Entwurf stark, fügte das Niklot-Reiterstandbild und die goldene Prunkkuppel hinzu. Auf ihn geht auch der von völlig überzogenem Luxus nur so triefende Ausbau der Räume und der Thronsaal zurück (mehr zur Einrichtung der diversen Räume auf den <a href="http://www.landtag-mv.de/site/164_166/166.html">Seiten des Landtags</a>). Dabei griffen die Raumausstatter auch ganz gern auf Billig-Material zurück, um den pompösen Eindruck zu erreichen: Die reichlich vorhandenen Decken-Intarsien sind nicht aus Marmor, Gips und seltenen Tropenhölzern, sondern aus bemaltem, in Formen gepresstem Pappmaschee. Eine durchaus praktische Lösung.</p>
<p>Als das Schloss 1857 fertig war, galt es als Hauptwerk des romantischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Historismus">Historismus</a> und steht damit architekturgeschichtlich in einer Reihe mit der Drachenburg bei Königswinter und Schloss Neuschwanstein. Die Idee mit den leicht brennbaren Baumaterialen hatte nur einen Haken: Es konnte schnell zur Katastrophe kommen. Die trat dann auch 1913 ein. Ein Drittel des Schlosses brannte ab. Der Wiederaufbau dauerte während des Ersten Weltkriegs noch an.</p>
<p>Nach Abdankung des letzten Großherzogs im Zuge der Novemberrevolution ging das Schloss in Staatsbesitz über. Bereits 1921 eröffnete im Schloss ein Museum. Auch den Zweiten Weltkrieg überstand die Anlage weitgehend unbeschadet. Die DDR ließ im 1913 ausgebrannten Burgseeflügel ab 1948 einen Plenardsaal einrichten und nutzte das Schloss ansonsten zur <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Kigaschule.pdf">Ausbildung von Kindergärtnerinnen</a> und als Museum. Seit 1974 bemühte man sich sogar, die Innenräume zu erhalten (nicht unbedingt alltäglich, andere Schlösser <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2008/05/16/ddr-contra-burgen-schlosser-geschichtspolitik-mit-tnt-und-abrissbirne/">ließ das Regime sprengen</a>).</p>
<div id="attachment_2366" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss9.jpg"><img class="size-medium wp-image-2366" title="schweriner schloss9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss9.jpg?w=300&#038;h=240" alt="schweriner schloss9" width="300" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Das Schloss im Stadtbild</p></div>
<p>Nach der Einheit wurde das Schloss zum Sitz des Landtags des neuen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Seitdem müssen sich die Mecklenburger anhören, dass sie zwar den schönsten Parlamentssitz, aber den <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Plenarsaal.pdf">hässlichsten Plenarsaal</a> haben. Nunja.</p>
<p>Seit dem Mauerfall hat sich das Bundesland <a href="http://www.landtag-mv.de/site/164_171/171.html">Sanierung und Restaurierung</a> des Schlosses stolze 87 Millionen  Euro kosten lassen. Speziell die Fundamente, die sich jährlich um bis zu zwei Millimeter in den schlammigen Boden senken, machen Probleme. Eine der Maßnahmen war die <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Glockenturm.pdf">Sanierung des Glockenturms</a> mit seiner vergoldeten Kuppel (23,75 Karat). 2003 waren an dem Bauwerk, dessen Kern vermutlich aus dem Jahr 1555 stammt, erhebliche Schäden festgestellt worden. Auch alle anderen Türme (es sind insgesamt 15) und die Schlossfassade wurden saniert. Ganz fertig mit der Fassade wird man voraussichtlich 2011.</p>
<p>Jetzt können aber erstmal die Buga-Gäste kommen&#8230;</p>
<p><strong>Spuk<br />
</strong>Das Schweriner Schloss hat einen guten Geist, das <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Petermaennchen.pdf">Petermännchen</a>. Der Zwerg warnt vor Unheil. Auch vor dem Brand 1913 wurde er angeblich auf der Schlossbrücke gesehen. Aber man hörte nicht auf ihn.</p>
<p><strong>Lage<br />
</strong>Schloss Schwerin,<br />
Lennestraße 1,<br />
19053 Schwerin</p>
<p><strong>Links: </strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweriner_Schloss">Wikipedia-Eintrag</a>, <a href="http://www.schloss-schwerin.de/schwerin/schwerin.htm">Schlossmuseum Schwerin</a>, sehr detailliert sind auch die Infos auf der <a href="http://www.landtag-mv.de/site/164_278/1113.html">Schloss-Seite</a> des MVP-Landtags. Äuerst interessant ist übrigens auch die <a href="http://www.landtag-mv.de/files/original/galerie_vom_23.01.2006_17.28.47/Gattinnen.pdf">Geschichte der Herzoginnen</a>.</p>
<p>¹) 1701 hatte sich die Familie so über die Thronfolge zerstritten, dass für die zu kurz gekommenen neben Mecklenburg-Schwerin ein eigenes Herzogtum (ab 1815 Großherzogtum) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mecklenburg-Strelitz">Mecklenburg-Strelitz</a> aus der Taufe gehoben wurde, das bis 1918 erhalten blieb und für das die liberale 1848er-Verfassung nicht galt. Die beiden Mecklenburgs bildeten zusammen einen &#8220;Gesamtstaat&#8221;.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss92.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2367 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="schweriner schloss92" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss92.jpg?w=112&#038;h=150" alt="schweriner schloss92" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schwerin1.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2368" style="border:0 none;margin:2px;" title="schwerin1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schwerin1.jpg?w=150&#038;h=112" alt="schwerin1" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss91.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2369" style="border:0 none;margin:2px;" title="schweriner schloss91" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/schweriner-schloss91.jpg?w=150&#038;h=112" alt="schweriner schloss91" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Fotos: </strong>Meine, falls nichts anderes dabeisteht</p>
Posted in Mecklenburg-Vorpommern  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2348/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2348/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2348/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2348&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Die Gräfin&#8221;: Gedreht auf sächsischen Burgen</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 12:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2334" class="wp-caption alignright" style="width: 223px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/alzbeta_bathory.jpg"><img class="size-medium wp-image-2334" title="Alžbeta_Bathory" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/alzbeta_bathory.jpg?w=213&#038;h=300" alt="Alžbeta_Bathory" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gräfin Bathory - Bild: Wikipedia/Prskavka</p></div>
<p>Am 25. Juni 2009 ist &#8220;Die Gräfin&#8221; (&#8221;The Countess&#8221;) in die deutschen Kinos gekommen. Erzählt wird die Geschichte der steinreichen aber leider äußerst blutrünstigen und gewissenlosen ungarischen Gräfin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erzs%C3%A9bet_B%C3%A1thory">Erzsébet Báthory</a> (1560-1614), die &#8211; der Legende nach &#8211; zum Erhalt ihrer Schönheit im warmen Blut ihrer jungen, unschuldigen Opfer gebadet hat.</p>
<p>Das ist natürlich ein Stoff, der sich prima für die große Leinwand umsetzen lässt. Der Streifen mit reichlich Kunstblut spielt zu großen Teilen auf sächsischen Burgen und Schlössern. So drehten die Hauptdarsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julie_Delpy">Julie Delpy</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Br%C3%BChl">Daniel Brühl</a> unter anderem auf <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2008/01/04/tv-beitrag-stoppt-brucken-wahn-vor-burg-kriebstein/">Burg Kriebstein</a>, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albrechtsburg">Albrechtsburg</a> in Meißen und im Albrechtsdom.</p>
<p><span id="more-2333"></span></p>
<p>In Wirklichkeit lebte die &#8220;Blutgräfin&#8221; auf der heute slowakischen Burg <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_%C4%8Cachtice">Cachtice</a> in den Karpaten, wo sie in einem Raum mit zugemauerten Fenstern starb &#8211; ohne für irgendeine ihrer Taten verurteilt worden zu sein (bestraft wurde lediglich die Dienerschaft).</p>
<p>Hier ist mal der Trailer:<br />
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://burgerbe.wordpress.com/2009/06/06/die-grafin-gedreht-auf-sachsischen-burgen/"><img src="http://img.youtube.com/vi/4pOkxvFHFzI/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> So, hab den Film mittlerweile gesehen. Gut, er hat Lääängen und die Handlung ist reichlich überzogen, aber die Aufnahmen von Burg Kriebstein sind doch sehr nett geworden. Wer sich nicht für Burgen oder das Duo Brühl/Delphy interessiert muss da aber eigentlich nicht reingehen&#8230;</p>
Posted in Sachsen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2333/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2333&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der blutige Bruderzwist von Burg Wendelstein</title>
		<link>http://burgerbe.wordpress.com/2009/06/03/der-blutige-bruderzwist-von-burg-wendelstein/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 14:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die Himmelsscheibe von Nebra. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.
Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2301&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2303" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2303" title="wendelstein1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein1.jpg?w=300&#038;h=220" alt="wendelstein1" width="300" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Prima Fotomotiv: Die Ruine von Burg Wendelstein thront auf einem Felsen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt</p></div>
<p>Das sumpfig-fruchtbare Land zwischen Unstrut und Saale ist seit Jahrtausenden besiedelt. Von der Kultur der Bewohner zeugt die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Himmelsscheibe">Himmelsscheibe von Nebra</a>. Am Ufer der Unstrut, nahe Memleben, erhebt sich ein markanter, 30 Meter hoher Gipsfelsen, der Wendelstein.  Zur Entstehnungszeit der Himmelsscheibe (ca. 1600 v. Chr.) war er wohl schon bewohnt.</p>
<p>Funde von Tongefäßen deuten darauf hin, dass auch die Germanen den Felsen als Festung und Kultstätte genutzt haben (sie wären blöde gewesen, wenn sie sich nicht dort oben festgesetzt hätten).</p>
<p>Im Frühmittelalter sicherte offenbar sächsische Stämme den Wendelstein, um die Grenze ihres Reichs gegenüber dem Herrschaftgebiet der Franken abzustecken. Die frühe Geschichte der Anlage liegt allerdings im Dunkeln.</p>
<div id="attachment_2305" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2305" title="wendelstein6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wendelstein6" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Oberburg: Sanierte Gebäude und Ruine grenzen aneinander</p></div>
<p>Erst 1312 wird eine Burg aktenkundig. Die Grafen von Rabenswalde hatten sie an die Brüder Hermann und Friedrich von Orlamünde vererbt, die sie weiter ausbauen. Die Orlamünder machen allerdings den Fehler, beim <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Grafenkrieg">Thüringer Grafenkrieg</a> in die Koalition gegen den Landgrafen Friedrich einzusteigen.</p>
<p>Die antigräfliche Koalition konnte sich nicht halten und musste hohe Entschädigungen an Friedrich zahlen, die ehemals unabhängigen Orlamünder Grafen gehen pleite und finden sich als Lehnsmannen des Landgrafen wieder. Aus latenter Geldnot verkaufen sie den Wendeltstein schließlich 1355 an den Hofrichter des Landgrafen, Christian von Witzleben.</p>
<p>Dessen Nachkommen bauen die Burg zur Festung aus. Um 1440 ist der Wendelstein je zur Hälfte im Besitz der Brüder Kerstan und Friedrich von Witzleben. Die ehrgeizigen Burggrafen sind heillos zerstritten und würden die Besitzfrage am liebsten mit der Waffe lösen.</p>
<div id="attachment_2306" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein7.jpg"><img class="size-medium wp-image-2306" title="wendelstein7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein7.jpg?w=225&#038;h=300" alt="wendelstein7" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Einsturzgefahr: Risse durchziehen die schiefen, von der 1640er Sprengung gezeichneten Mauern. </p></div>
<p>Die Möglichkeit dazu bietet sich im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsischer_Bruderkrieg">Sächsischen Bruderkrieg</a>. Kerstan stellt sich auf die Seite des sächsischen Kurfürsten Friedrich, sein Bruder Friedrich unterstützt Herzog Wilhelm. Die Witzlebens fechten nun ihren eigenen Bruderzwist innerhalb der landesweiten Familienauseinandersetzung der Wettiner aus, die große Teile des Landes zwischen Unstrut und Saale verwüstet.</p>
<p>Der Wendelstein wird belagert und fällt 1445 mit Hilfe von Kerstan an den Kurfürsten, der ihn nun in gänze an Kerstan überträgt. Nach dem Frieden 1451 muss er die ursupierte Hälfte allerdings wieder herausrücken. Die ganze blutige Angelegenheit war also letzlich völlig sinnlos.</p>
<p>Die Stimmung in der Familien dürfte nach dem Krieg reichlich desaströs gewesen sein. Friedrich Sohn Christoph hat dann auch 1471 keine Lust mehr auf die hälftige Verwaltung und tauscht seinen Anteil mit Bruno von Querfurt gegen Schloss Burgscheidungen.</p>
<p>Erst Anfang des 16. Jahrhunderts schaffen es die Witzlebens wieder, in den Besitz des gesamten Wendelsteins zu kommen. Der soll nun zeitgemäß ausgebaut werden. Da die Familien mal wieder heillos zerstritten ist, dauern die Bauarbeiten knapp 30 Jahre.</p>
<div id="attachment_2307" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein8.jpg"><img class="size-medium wp-image-2307" title="wendelstein8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein8.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wendelstein8" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Ruinen wachsen zu</p></div>
<p>Zusammengeschweißt werden die Adligen nur durch äußere Ereignisse. Als die Bauernmassen vor den Toren stehen und einige Vorschläge in Sachen Soziale Gerechtigkeit, Wochenarbeitszeit etc. recht deutlich vorbringen, verbarrikdieren sich die v. Witzlebens und andere Adelsfamilien in der Burg und sitzen den Bauernkrieg aus. Von oben sehen sie ihre umliegenden Besitzungen brennen. Nach der Niederlage der Bauern 1525 in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Frankenhausen">Schlacht bei Frankenhausen</a> (gut 30 Kilometer vom Wendelstein) nimmt der Adel blutige Rache.</p>
<p>Auch im Schmalkaldischen Krieg wird die Burg nicht erobert &#8211; sondern an die Truppen von Kurfürst Johann Friedrich übergeben (und hinterher geplündert). Für den Wendelstein beginnt danach die wohl eindrucksvollste Zeit seiner Geschichte.</p>
<p>Die Witzlebens werfen das Geld ihrer Untertanen mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Heinrich und sein Sohn Wolf veranstalten Jagden, Feiern und bauen die Gemäuer großzügig aus. Der Wendelstein wird zum weithin bekannten Treffpunkt der adligen Gesellschaft. Heinrich wird wegen seines Gestüts und seiner Kenntnisse in der Falknerei von Kurfürst August von Sachsen geschätzt und ist ständig im Land unterwegs.</p>
<div id="attachment_2308" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2308" title="wendelstein5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wendelstein5" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Schloss ist wieder bewohnt</p></div>
<p>Wahrscheinlich hätte es aber nicht einmal das prassende Adelsgechlecht mit seinem aufwendigen Lebensstil geschafft, das reiche Land zu ruinieren. Aber Heinrich hatte eine verhängnisvolle Schwäche: Der Burggraf war spielsüchtig. 1547 soll er beim Landtag in Chemnitz mal eben 3100 Taler gegen einen einzigen Spielpartner verloren haben.</p>
<p>Nach seinem Tod 1561 setze der eher kulturell interessierte Wolf den spendablen Kurs fort. Kredite bedient er mit neuen, immer höheren  Krediten (man kennt das ja) und ließ 1596 sogar noch das Neue Schloss, den heutigen Ostflügel, der Burg errichten. Doch irgendwann riss auch bei den Gläubigern der Geduldsfaden.</p>
<p>1616, kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Kriegs sind die Witzlebens dann ihre Burg nach gut 260 Jahren wieder los. Kurfürs Johann Georg von Sachsen ist jetzt der neue starke Mann auf der Burg.</p>
<div id="attachment_2309" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9.jpg"><img class="size-medium wp-image-2309" title="wendelstein9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wendelstein9" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Aussicht über Wendelsteiner Schleuse und die Unstrut-Niederung Richtung Thüringen</p></div>
<p>Erfreut über ihre strategisch gümstige Lage, lässt er sie weiter befestigen. Doch es hilft nichts. Für die durchziehenden Herhaufen mit ihrer weit tragenden Artillerie sind die Mauern auf der 30-Meter-Erhebung kein ernsthaftes Hindernis. Der Wendelstein fällt 1632, 1636 und 1639/40. Einmal durch die Truppen des Generals Pappenheim, zweimal durch die Schweden.</p>
<p>Die letzte, viertägige Belagerung, durch die Truppen der Generäle Wrangel und Königsmark, erweist sich als ruinös. Bergleute unterminieren die zwei Meter dicken Mauern im Auftrag der Schweden. Am 12. Dezember 1640 gehen die Sprengladungen in den Stollen hoch. Wälle stürzen ein, die kursächsische Besatzung ergibt sich. Die Schweden, verärgert, dass sie hier zum zweiten Mal kämpfenm müssen, schleifen die Befestigungen. Die aufwendig verzierten Räume der Witzlebens brennen aus, die Türme werden gesprengt.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein31.jpg"><img class="size-medium wp-image-2310 alignright" title="wendelstein3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein31.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wendelstein3" width="300" height="225" /></a>Nur einige einfache Fachwerkhäuser werden anschließend wieder aufgebaut. Der Wendelstein wird nach Ende des Krieges zum Gestüt unter kursächsischer Leitung. Bis zu den napoleonischen Kriegen genießen die Pferde vom Stein einen hervorragenden Ruf. 1813 überrennt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCtzower_J%C3%A4ger">Lützowsche Freikorps</a> unter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_K%C3%B6rner_(Schriftsteller)">Theodor Körner</a> die Besatzung und erbeutet sämtliche Pferde. Auch das Kapitel Gestüt Wendelstein ist damit beendet. Der Wendelstein und die dazugehörigen Güter fallen 1815 an Preußen.</p>
<p>Bis in die 1950er Jahre gab es Wohnungen im Schloss, die allerdings selbst für DDR-Verhältnisse bald unbenutzbar waren. In den 1980er Jahren wurden dann doch einige Räume saniert und erneut Wohnungen eingerichtet. Seit 2004 gehört der Wendelstein einem Berliner Architekten.</p>
<p>Die Ruine in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen ist öffentlich zugänglich (Vorsicht: Einsturzgefahr). Man kann über einen Treppenturm auf eine Plattform steigen und den Blick über Unstrut und das weite Umland schweifen lassen.</p>
<p><strong>Links:</strong> Die ausführliche Geschichte des Wendelstein bei <a href="http://www.unstrut-web.de/wendelstein_02.html">Unstrut-Web</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wendelstein_(Memleben)">Wikipedia-Eintrag</a>. Eine Chronik gibt&#8217;s u.a. bei <a href="http://www.blaues-band.de/unstrut/index.htm?wendelst.htm">Blaues-Band.de</a>.</p>
<p><strong>Lage: </strong><span dir="ltr">Theodor-Körner-Straße, </span><span dir="ltr">06642 Memleben</span></p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2311 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="wendelstein2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein2.jpg?w=112&#038;h=150" alt="wendelstein2" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9a.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2312" style="border:0 none;margin:2px;" title="wendelstein9a" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9a.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wendelstein9a" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9b1.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2313" style="border:0 none;margin:2px;" title="wendelstein9b" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9b1.jpg?w=112&#038;h=150" alt="wendelstein9b" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9c.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2315" style="border:0 none;margin:2px;" title="wendelstein9c" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein9c.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wendelstein9c" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein4.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2314" style="border:0 none;margin:2px;" title="wendelstein4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/wendelstein4.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wendelstein4" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder: </strong>Meine</p>
Posted in Sachsen-Anhalt, Thüringen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2301/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2301/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2301/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2301&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Eitler Burgenbau-Boom in verschuldeten Städten</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 13:38:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologisches Landesmuseum Herne]]></category>
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		<description><![CDATA[Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich &#8220;auch eine Burg haben&#8221;. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2293&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2296" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/800px-castle_neuschwanstein.jpg"><img class="size-medium wp-image-2296" title="800px-Castle_Neuschwanstein" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/06/800px-castle_neuschwanstein.jpg?w=300&#038;h=196" alt="800px-Castle_Neuschwanstein" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Schloss Neuschwanstein hätten vielen Städte gern (Foto:Wikipedia/Softeis)</p></div>
<p>Burgen bringen Geld, Image und Touristen. Und was im Mittelrheintal und in Neuschwanstein klappt, muss doch auch anderswo funktionieren, sagen sich immer mehr findige Bürgermeister und PR-affine Heimatfreunde. Zurzeit erleben Burgen-Nachbauten einen wahren Boom. Diverse Städte wollen plötzlich &#8220;auch eine Burg haben&#8221;. Politiker sehen das leuchtende Beispiel Guédelon in Frankreich, wittern das Riesengeschäft (und die Wiederwahl der Bürgermeisters).</p>
<p><span id="more-2293"></span></p>
<p>Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich finde es klasse, wenn Mittelalter-Initiativen wie <a href="http://www.die-neue-burg.de/">Die neue Burg</a> oder der <a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:630G62slXKsJ:www.ov-online.de/index.php%3Foption%3Dcom_content%26task%3Dview%26id%3D213796+Burg+soll+im+Zitadellenpark+entstehen&amp;cd=1&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;gl=de">Verein Mittelalter-Zentrum</a> (Vechta) solche Mega-Projekte planen. Wogegen ich etwas habe, ist, wenn  profilierungssüchtige Polit- und Museums-Funktionäre prompt nach Steuergeld krähen, um sich selbst ein Denkmal zu setzen. Gerade <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/herne/2008/3/30/news-34010190/detail.html">meldet &#8220;Der Westen&#8221;</a>, dass das <a href="http://www.lwl.org/LWL/Kultur/WMfA_Herne/">Archäologische Landesmuseum Herne</a> in Westfalen bis 2010 eine Turmhügelburg bauen möchte.</p>
<p>Herne, ausgerechnet in Herne hat man Geld für solch ein Experiment? Eine Stadt, in der laut <a href="http://www.insm-regionalranking.de/2009_k_kreisfreie-stadt-herne.html">INSM-Regioranking</a> 15 Prozent der Erwachsenen überschuldet sind, deren Lehrstellen-Angebot weit unter dem Bundesdurchschnitt dümpelt (Bundesweit: Platz 384) und deren eigene Schulden, 1163 Euro pro Einwohner ausmachen. Aber, wenn das Ruhrgebiet sich 2010 als Kulturhauptstadt Europas präsentiert, ist plötzlich Geld für Extravaganzen da.</p>
<p>Wie viele Steuergroschen hier offenbar <span style="text-decoration:line-through;">verprasst</span> investiert werden sollen, wird bislang ebensowenig verraten,  wie der Plan der hölzernen Anlage &#8211; und was damit nach Ablauf des Kulturjahres passiert (Abriss?). Vielleicht könnten ja ein paar der 9554 arbeitslosen Herner (Quote im Januar 2009: 13 Prozent) als 1-Euro-Jobber zum Burgbau zwangsverpflichtet werden. Auf den mittelalterlichen Baustellen lief es damals ja genauso ab&#8230;</p>
<p>Österreichische Burgenbauer hoffen in solchen Fällen ja auf <a href="http://burgerbe.wordpress.com/2009/03/16/burgenbau-in-friesach-beginnt-im-mai-2009/">Europamittel</a>, damit auch andere Länder ihren Spleen mitbezahlen dürfen.</p>
<p>Leute, baut eure Burge wo ihr wollt, aber verlangt nicht, dass in erster Linie der Steuerzahler dafür geradesteht! Wenn ihr nicht in der Lage seid, private Sponsoren zu finden, dann lasst es. Sorgt lieber für den Erhalt der existierenden Gemäuer, sie haben es bitter nötig.</p>
Posted in Nordrhein-Westfalen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2293/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2293&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Schloss Sigmaringen &#8211; letzte Zuflucht des Vichy-Regimes</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 19:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hätte man Harry Potters Abenteuer in Hogwarts nicht in der Kathedrale von Durham verfilmt &#8211; das schwäbische Schloss Sigmaringen wäre eine hervorragende Alternative gewesen. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das turm- und erkerreiche Schloss auf seiner Felsklippe über der Donau habe thronen sehen.
Was für eine Konstruktion, welche eine Kulisse! So etwas kann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=1293&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_1294" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2008/11/sigmaringen1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1294" title="sigmaringen1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2008/11/sigmaringen1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="sigmaringen1" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Dunkle Woken über Schloss Sigmaringen</p></div>
<p>Hätte man Harry Potters Abenteuer in Hogwarts nicht in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Durham_Cathedral">Kathedrale von Durham</a> verfilmt &#8211; das schwäbische Schloss Sigmaringen wäre eine hervorragende Alternative gewesen. Das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das turm- und erkerreiche Schloss auf seiner Felsklippe über der Donau habe thronen sehen.</p>
<p>Was für eine Konstruktion, welche eine Kulisse! So etwas kann nur entstehen, wenn Generationen einer Familie Zeit, Muße und genügend den Untertanen abgepresstes Kleingeld haben, um grandiose Baupläne zu verwirklichen &#8211; und niemand auf die Arbeiten der Ahnen irgendwelche Rücksicht nimmt.</p>
<p><span id="more-1293"></span></p>
<p>Als richtig spaßig erwies sich die folgende Schlossführung, bei der man &#8211; leider &#8211; nicht fotografieren durfte.</p>
<div id="attachment_2236" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2236" title="sigmaringen2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen2.jpg?w=225&#038;h=300" alt="sigmaringen2" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text"> Schlossportal mit Wächterhäuschen</p></div>
<p>Das direkt an der Donau liegende, 35 Meter Meter hohe Kalksteinplateau ist wie geschaffen für eine Befestigung.  1077 wird hier erstmals eine Burg erwähnt, und gleich in kriegerischem Zusammenhang. Rudolf von Schwaben versuchte in diesem Jahr dem Salierkaiser Heinrich IV. (dem &#8220;Canossa&#8221;-Heinrich) die Burg abzujagen. Aber die Belagerung scheiterte. Ihren ersten Komplett-Umbau erfuhr die Anlage um 1200 durch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grafen_von_Helfenstein">Grafen von Helfenstein</a>, die eine große Vorliebe für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buckelquader">Buckelquader</a> hatten.</p>
<p>Die Burg wechselte in den folgenden 300 Jahren mehrfach den Besitzer und landete schließlich 1535 als Lehen bei den Hohenzollern. Graf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._(Hohenzollern)">Karl I. von Hohenzollern</a> musste aber erstmal reichlich sanieren, denn der Vorbesitzer hatte (so erzählt es  eine Chronik) beim Baden mit seiner Mätresse nicht auf das Feuer geachtet (die Frau war wohl interessanter), was einen Brand zur Folge hatte&#8230; 1539 brannte es dann gleich nochmal.</p>
<p>Karls Sohn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._von_Hohenzollern-Sigmaringen">Karl II.</a> machte sich in der Schlossgeschichte ab 1576 durch allerlei Umbauten einen Namen. Er ließ auch die Schlosskirche errichten und passte beim Spiel mit dem Feuer besser auf als die vorhergehenden Generationen.</p>
<div id="attachment_2239" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2239" title="sigmaringen3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="sigmaringen3" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick von der Stadtseite</p></div>
<p>Den Schweden, die das Schloss 1632 besetzten, gefiel es hier recht gut. Sie wurden jedoch ein Jahr später bereits wieder von kaiserlichen Truppen verjagt. Bei der Rückeroberung gingen die Kaiserlichen recht brachial zu Werke und der östliche Teil des Schlosses brannte ab. Für die Familie hatte das nach Kriegsende den Vorteil, dass sie 1658/59 mal wieder zu Auf- und Umbauarbeiten schreiten konnte.</p>
<p>Da sich der Zeitgeschmack schnell änderte, ließ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Franz_Ernst_(Hohenzollern-Sigmaringen)">Joseph Franz Ernst von Hohenzollern-Sigmaringen</a> das Schloss 1736 modernisieren und machte aus dem alten Rittersaal einen Ahnensaal zu Ehren der Familie.</p>
<div id="attachment_2282" class="wp-caption alignright" style="width: 175px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/amalie_zephyrine_von_salm-kyrburg.jpg"><img class="size-full wp-image-2282" title="Amalie_Zephyrine_von_Salm-Kyrburg" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/amalie_zephyrine_von_salm-kyrburg.jpg?w=165&#038;h=208" alt="Amalie_Zephyrine_von_Salm-Kyrburg" width="165" height="208" /></a><p class="wp-caption-text">Fürstin Amalie Zephyrine (Bild: Wikipedia)</p></div>
<p><strong>Eine Liebhaberin rettet das Fürstentum</strong><br />
Unter Napoleon drohte dem Mini-Fürstentum die Auflösung zwecks Arrondierung von Württemberg oder Baden. Dass es doch nicht soweit kam, verdanken die Sigmaringer ihrer &#8220;roten Fürstin&#8221; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amalie_Zephyrine_von_Salm-Kyrburg">Amalie Zephyrine</a> von Salm-Kyrburg, der Ehefrau des Thronfolgers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Aloys_(Hohenzollern-Sigmaringen)">Anton Aloys</a>. Sie empfand das Leben in der schwäbischen Provinz als &#8220;unerträglich einengend&#8221; und zog 1785, nach drei Jahren Ehe, nach Paris. Dort tobte das gesellschaftliche Leben bald im wahrsten Sinne des Wortes.</p>
<p>Es waren revolutionäre Zeiten, und die Fürstin wurde mitgerissen. Sie erkor den Präsidenten der Nationalversammlung, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandre_de_Beauharnais">Alexandre de Beauharnais</a>, zu ihrem Liebhaber, verlor ihn aber bald durch die Guillotine. Sie überlebte den Terror, und &#8211; Glückstreffer der Geschichte &#8211; die Witwe ihres Geliebten, Josephine de Beauharnais, heiratete den künftigen Kaiser Napoleon.</p>
<p>Da die beiden Frauen offenbar durch die gemeinsame Trauer verbunden waren, hatte Amalie Zephyrine beste Kontakte an den Pariser Hof und konnte die Integrität von Hohenzollern-Sigmaringen erhalten. 1822 kehrte sie, hochgeachtet, ins &#8220;enge&#8221; Sigmaringen zurück, wo sie ihren Lebensabend verbrachte.</p>
<div id="attachment_2244" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2244" title="sigmaringen5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="sigmaringen5" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Der Uhrenturm</p></div>
<p>Auch beim Wiener Kongress konnte sich das Territorium halten. Im Schloss gab es weitere Umbauten unter Fürst Anton-Aloys, bei denen 1815 bis 1817 der fünfstöckige Wilhelmsbau entstand.</p>
<p>Die Hohenzollern-Sigmaringer standen Mitte des 19. Jahrhunderts im Ruf eher liberal zu sein. 1833 gaben sie ihrem Fürstentum eine Verfassung und schafften die Leibeigenschaft ab. Im Revolutionsjahr 1848 trat Fürst Karl zugunsten seines liberalen Sohns Karl-Anton zurück.</p>
<p>Die durchgreifendste Änderung erfuhr das Schloss nach einem Großbrand 1893. Im Stil des Historismus entstand der Gebäudekomplex aus den Überresten neu, in etwa so, wie man ihn heute sieht. 1902 kam nur noch die Portugiesische Galerie hinzu, die den Innenhof zur Stadt hin abgrenzt. In dieser Zeit baute man im Schloss auch das erste Badezimmer ein, das bei der Schlosstour besichtigt und als besonders fortschrittlich vorgestellt wird.</p>
<div id="attachment_2276" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2276" title="sigmaringen4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen4.jpg?w=225&#038;h=300" alt="sigmaringen4" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der Innenhof</p></div>
<p>Das Schloss war auf eigenartige Weise mit der Weltpolitik verknüpft.<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._(Rum%C3%A4nien)"> Fürst Karl Eitel Friedrich</a> kam 1866 in Rumänien nach einer Volksabstimmung(!) auf den Thron und blieb dort als Carol I. bis zu seinem Tod 1914.</p>
<p><strong>Die Sache mit der Emser Depesche</strong><br />
Das hatte so gut geklappt, dass die Hohenzollern-Sigmaringer gleich noch einen ihrer langbärtigen fürstlichen Vertreter als König exportieren wollten: ihren regierenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Hohenzollern-Sigmaringen">Fürsten Leopold</a>, Schlossherr von 1885 bis 1905. Gerade war nämlich der spanische Thron freigeworden. Bismark unterstützte das Anliegen zunächst, jedoch mit dem Hintergedanken, damit einen deutschen Einheitskrieg gegen Frankreich auszulösen (wir erinnern uns, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emser_Depesche">Emser Depesche</a> und so&#8230;).</p>
<p>Leopold wurde also nicht König von Spanien, sein Berliner Verwandter Wilhelm dafür Deutscher Kaiser. Leopolds Töchter heirateten zum Trost ins belgische und portugiesische Königshaus ein.</p>
<p>Die Revolution von 1918 fegte das Haus Hohenzollern-Sigmaringen vom Thron, die Republik ließ das Schloss allerdings in den Händen der Adeligen. Nicht so die Nationalsozialisten, die die fürstliche Familie in der Spätphase des Krieges ausquartierten und auf Schloss Wilfingen internierten. Schloss Sigmaringen wurde nämlich als repräsentatives Ausweichquartier für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vichy-Regime">Regierung von Vichy-Frankreich</a> benötigt, nachdem die Alliierten 1944 große Teile von deren Territorium erobert hatten.</p>
<div id="attachment_2277" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2277" title="sigmaringen6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen6.jpg?w=225&#038;h=300" alt="sigmaringen6" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Schloss und Donau</p></div>
<p><strong>&#8220;Hauptstadt&#8221; von Frankreich</strong><br />
Seit dem 8. September flatterte die französische Fahne über dem Bau. Das einander herzlich verhasste Duo aus Staatschef <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Philippe_P%C3%A9tain">Philippe Petain</a> (89!) und Ministerpräsident <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Laval">Pierre Laval</a> &#8220;regierte&#8221; nun mitsamt einer Verwaltung von 2000 Leuten ihr stetig schrumpfendes Einflussgebiet in Frankreich. Deutschland, Italien und Japan richten Botschaften im Ort ein.</p>
<p>200 Franzosen kümmerten sich allein um das Erscheinen der täglichen Zeitung &#8220;La France&#8221; (zu haben für 20 Pfennige). Beim Schlossrundgang wird der Raum von Marschall Petain natürlich gezeigt, und die Hauptstadt-von-Frankreich-Episode ausgiebig gewürdigt (mehr dazu in einem interessanten <a href="http://www.welt.de/welt_print/article855650/Fuenf_Lebensmittelkarten_fuer_Marschall_Petain.html">Welt-Artikel</a>).</p>
<p>Die Exil-Franzosen waren offenbar in erster Linie mit Intrigern untereinander und dem gegenseitigen Anschwärzen bei der Gestapo beschäftigt. Am 21. April 1945 endete der Exilregierungs-Spuk. Petain und Laval wurden später zum Tode verurteilt. An Laval wurde das Urteil vollstreckt, Petain starb 1951 in der Verbannung.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen8.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2278" style="border:0 none;margin:2px 5px;" title="sigmaringen8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen8.jpg?w=225&#038;h=300" alt="sigmaringen8" width="225" height="300" /></a>Das Schloss befindet sich heute immer noch im Besitz des Fürstenhauses. Es kann besichtigt werden. Fotos der Innenräume hat die Familie leider verboten, wie auf so vielen Schlössern. Besucher sollten auf den schwarzen Salon achten: Eine Art luxuriösen Clubraum mit schwarzen Wänden und schwarzer Decke. Die Herren pflegten hier eingenebelt vom Rauch dicker Zigarren zusammenzusitzen. Da passte man die Farbe der Inneneinrichtung weitsichtigerweise gleich an. Außerdem beherbergt das Schloss eine der <a href="http://www.hohenzollern.com/schloss-sigmaringen/besichtigung/ueberblick-3.php">größten privaten Waffensammlungen Europas</a> (wieder: keine Fotos), und die netten Führer erklären sehr anschaulich, wie Piken, Hellebarden, usw. funktionieren&#8230;</p>
<p>Was verganene Grausamkeiten angeht, ist man eh sehr offen. Zitat der Homepage: &#8220;<em>In einer der vielen Themenführungen bieten wir ihnen sogar einen Einblick in die Folterinstrumentensammlung und weihen Sie in die Foltermethoden des Mittelalters ein</em>&#8220;. Aha.</p>
<p>Das Schloss an der Donau ist auf jeden Fall einen Besuch wert.</p>
<p><strong>Lage:</strong> Schloss Sigmaringen, 72488 Sigmaringen</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sigmaringen">Wikipedia-Eintrag</a>, <a href="http://www.hohenzollern.com/schloss-sigmaringen/">Schloss-Sigmaringen-Seite</a> auf Hohenzollern.com</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2279" style="border:0 none;margin:2px;" title="sigmaringen7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen7.jpg?w=112&#038;h=150" alt="sigmaringen7" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen9a.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2280" style="border:0 none;margin:2px;" title="sigmaringen9a" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen9a.jpg?w=112&#038;h=150" alt="sigmaringen9a" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2281" style="border:0 none;margin:2px;" title="sigmaringen9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/sigmaringen9.jpg?w=150&#038;h=112" alt="sigmaringen9" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder:</strong> Meine (sofern nichts anderes dabeisteht)</p>
Posted in Baden-Württemberg  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/1293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/1293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/1293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/1293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/1293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/1293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/1293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/1293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/1293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/1293/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=1293&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Per Paddeltour zur Ruine von Burg Wachtendonk</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 21:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Erreichbarkeit von Burganlagen ist höchst unterschiedlich. Einige klammern sich an sturmumtoste Bergspitzen und sind nur nach beschwerlichem Aufstieg zu erklimmen, andere liegen bequem in Innenstädten und haben sogar Straßenbahnanschluss. Wer die traurigen Überreste von Burg Wachtendonk sehen will, kommt besonders gut per Paddelboot hin. Direkt davor lockt nämlich eine eigene Anlegestelle.

Das Flüsschen Niers ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2247&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2248" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2248" title="wachtendonk5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="wachtendonk5" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Überreste von Burg Wachtendonk an der Niers (Foto: meins)</p></div>
<p>Die Erreichbarkeit von Burganlagen ist höchst unterschiedlich. Einige klammern sich an sturmumtoste Bergspitzen und sind nur nach beschwerlichem Aufstieg zu erklimmen, andere liegen bequem in Innenstädten und haben sogar Straßenbahnanschluss. Wer die traurigen Überreste von Burg Wachtendonk sehen will, kommt <a href="http://www.nierstouren.de/page.php?page=49&amp;PHPSESSID=jgv703nvn26alia0e9887rql73">besonders gut per Paddelboot hin</a>. Direkt davor lockt nämlich eine eigene Anlegestelle.</p>
<p><span id="more-2247"></span></p>
<p>Das Flüsschen Niers ist in diesem Teil des Niederrheins hervorragend für Paddeltouren geeignet, Bootsverleihe bieten für kleines Geld Kajaks und Schlauchboote an. Mein aufblasbares Kajak passt glücklicherweise in den Kofferraum und musste bei der Tour natürlich mit&#8230;</p>
<div id="attachment_2250" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2250" title="wachtendonk1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk1.jpg?w=225&#038;h=300" alt="wachtendonk1" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Unverzichtbares Hilfsmittel bei der Burg-Bootstour: das Paddel</p></div>
<p>Die einstige Wasserburg war ein Bauwerk des Erzbistums Köln, das die Niederung zwischen Niers und Nette im 12. Jahrhundert in Besitz genommen hatte und sie nun absichern wollte. Sie war umgeben von der Niers und Grachten. Aus dem Namen dieser Vogtendonk genannten Burg ergab sich der spätere Name der Stadt.</p>
<p>In der Burg wurde eifrig gekocht, gebacken und getrunken. Für 1379 sind Brauhaus, Bierkeller, Backhaus und Küche nachgewiesen.  Der Burgherr wollte es sich schließlich gutgehen lassen. Ende des Jahrhunderts stand bereits der Bergfried. Die Burg gehörte dann abwechselnd den Herren von Geldern und Kleve.</p>
<p>Dem Herzog von Geldern gelang es nicht, sich aus dem Konflikt zwischen Generalstaaten und Habsburgern herauszuhalten, der im 16. Jahrhundert ausbrach und als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtzigj%C3%A4hriger_Krieg">Achtzigjähriger Krieg</a> in die Geschichte einging. Der Niederrhein wurde zum Durchmarschgebiet diverser Heere, Wachtendonk einer der am stärksten umkämpften Punkte der Region. 1578 nahmen die Niederländer Stadt und Burg ein und befestigen sie gegen den zu erwartenden Ansturm der Spanier.</p>
<div id="attachment_2253" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/800px-wachtendonck_atlas_van_loon.jpg"><img class="size-medium wp-image-2253" title="800px-Wachtendonck_(Atlas_van_Loon)" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/800px-wachtendonck_atlas_van_loon.jpg?w=300&#038;h=205" alt="800px-Wachtendonck_(Atlas_van_Loon)" width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">Wachtendonk mit seiner Burg (links unten) während des Niederländischen Aufstands (Bild: Wikipedia/Atlas van Loon)</p></div>
<p>Wachtendonk diente nun als die südlichste Festung der aufständischen Niederlande &#8211; wobei die Festung als kleine Insel der größeren, von der Stadt gebildeten Insel vorgelagert und mit mit dieser über eine Brücke verbunden war. Die Spanier konnte die Befestigung nicht aufhalten, sie nahmen Wachtendonk nach einer schweren Belagerung 1588. Im Jahr 1600 waren aber wieder die Generalstaaten am Drücker.</p>
<p>In den Zeiten immer stärkerer und immer zahlreicher auftretender Kanonen waren Burgtürme zwar schön anzuschauen, aber nicht mehr zeitgemäß. Ein angreifendes Söldnerheer konnte sie in wenigen Stunden pulverisieren. 1605 wurde die Burg daher niedergelegt, und die restlichen &#8211; niedrigeren, massiveren Werke des Festungsgürtels entstanden.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk6.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2254" style="border:0 none;margin:2px 5px;" title="wachtendonk6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk6.jpg?w=225&#038;h=300" alt="wachtendonk6" width="225" height="300" /></a>Es nützte nichts, die Spanier nahmen die Stadt doch erneut ein und schleiften die Werke 1608. Von der Burg blieben letztlich nur Grundmauern übrig. Wachtendonk hatte seine militärische Bedeutung verlören und konnte danach neutral bleiben.</p>
<p>1713 fiel das Gebiet an Preußen, unter Napoleon an Frankreich, danach wieder an Preußen. Der Krieg hat das kleine Wachtendonk als eine von ganz wenigen Örten am Niederrhein verschont. Das hat zur Folge, dass sehr viele Baudenkmäler erhalten wurden (und glücklicherweise auch die ersten, betonbauwütigen Jahre der Bundesrepublik überstanden). Jedes zweite Haus im 7700-Einwohner Ort ist ein Denkmal!</p>
<p>Das Interesse der Wachtendonker an ihrer Burg erwacht spät. Erst zwischen 1967 und 1978 kam es zu Ausgrabungen des Rheinischen Amts für Denkmalpflege, die die Grundmauern der Burg freilegten. Die Reste der Burg befinden sich heute in einem Park an der Niers. Ein Modell von Burg und Stadt kann man sich im Rathaus anschauen.</p>
<p><strong>Wiederaufbau?</strong><strong><br />
</strong>Nachtrag:<strong> </strong>Kurz vor der Kommunalwahl 2009 hat der Bürgermeister eine <a href="http://tinyurl.com/lq794f">Initiative zum Neubau der Burg</a> gestartet. Als Vorbild wird (natürlich) Guèdelon in Frankreich genannt, wo mit mittelalterlichen Werkzeugen eine Ritterburg innerhalb von 30 Jahren neu entsteht und jährlich tausende Touristen anzieht. Von so etwas träumt auch der Bürgermeister in der niederrheinischen Provinz.</p>
<p>Es ist zu hoffen, dass ihm der örtliche Denkmalschützer den Kopf gerade rückt und darauf hinweist, dass es keinerlei Sinn macht, bröckelnde historische Ruinen in der Art von Kaiser Wilhelm II. mit historisierenden Türmchen und Zinnen zu überbauen (auf Kosten des Steuerzahlers, natürlich), damit sich ein paar Stadtobere als Burgen-Bauherren aufführen können.</p>
<p><strong>Lage</strong>: Burgweg, 47669 Wachtendonk</p>
<p><strong>Links: </strong>Wachtendonker <a href="http://www.hoeckmann.de/geschichte/gemeinden/wachtendonk.htm">Chronik</a>, Wikipedia-Eintrag zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wachtendonk">Wachtendonk</a>. Ein kurzer Rundgang durch Wachtendonk findet sich bei <a href="http://www.rp-online.de/public/article/geldern/567944/Wachtendonk-entdecken.html">RP Online</a>, Fotos der Stadt gibt&#8217;s u.a. bei <a href="http://www.niederrhein-nord.de/wachtendonk/index.htm">Niederrhein-nord.de</a> zu sehen.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk3.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2255 alignnone" style="border:0 none;margin:2px;" title="wachtendonk3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk3.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wachtendonk3" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk2.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2256" style="border:0 none;margin:2px;" title="wachtendonk2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk2.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wachtendonk2" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk41.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2258" style="border:0 none;margin:2px;" title="wachtendonk4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/wachtendonk41.jpg?w=150&#038;h=112" alt="wachtendonk4" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder: </strong>Meine, sofern nichts anderes dabeisteht.</p>
Posted in Nordrhein-Westfalen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2247/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2247/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2247/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2247&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Künstliches Mini-Erdbeben auf der Nürburg</title>
		<link>http://burgerbe.wordpress.com/2009/05/17/kunstliches-erdbeben-auf-der-nuerburg/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 11:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Burgen in der Eifel]]></category>
		<category><![CDATA[Eifel]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Mega-Festival Rock am Ring ist einmal auch in den Dienst der Forschung getreten. Wissenschaftler vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) wollten zusammen mit dem Team der  der WDR-Sendung Quarks &#38; Co. herausfinden, ob tausende Menschen, die gleichzeitig hüpfen, ein Erdbeben erzeugen können, das sich noch einen Kilometer entfernt messen lässt. Und gerade in der richtigen Distanz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2202&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2203" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2203" title="nuerburg1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="nuerburg1" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nürburg über dem gleichnamigen Ort am Nürburgring (Foto: meins)</p></div>
<p>Das Mega-Festival <a href="http://www.rock-am-ring.com/">Rock am Ring</a> ist einmal auch in den Dienst der Forschung getreten. Wissenschaftler vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) wollten zusammen mit dem Team der  der WDR-Sendung Quarks &amp; Co. herausfinden, ob tausende Menschen, die gleichzeitig hüpfen, ein Erdbeben erzeugen können, das sich noch einen Kilometer entfernt messen lässt. Und gerade in der richtigen Distanz vom Ring befindet sich die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrburg_(Burg)">Nürburg</a>.</p>
<p>Als Testobjekte stellten sich im Sommer 2007 netterweise 50.000 Rock-am-Ring-Besucher und die Gruppe <a href="http://www.wirsindhelden.de/">Wir sind Helden</a> zur Verfügung. Motto: &#8220;science meets pop&#8221;.</p>
<p><span id="more-2202"></span></p>
<div id="attachment_2209" class="wp-caption alignleft" style="width: 194px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/judith_holofernes.jpg"><img class="size-medium wp-image-2209" title="Judith_holofernes" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/judith_holofernes.jpg?w=184&#038;h=175" alt="Judith_holofernes" width="184" height="175" /></a><p class="wp-caption-text">Judith Holofernes rockte Ring und Nürburg (Foto: Wikipedia/Megafutzi)</p></div>
<p>Judith Holofernes rockte also was das Zeug hielt, die Meute hüpfte und die vier empfindlichen Seismografen auf der Burg lauschten auf Schwingungen. Das Schwierigste an der Sache sei gewesen, das Hüpfen der Zehntausenden zu synchronisieren, sagt Quarks-&amp;-Co-Autor Ulrich Grünewald. Man schaffte es dadurch, dass der Schlagzeuger einen Rhythmus vorgab, und die Menge bei jedem dritten Schlag springen sollte. Das sah dann auch ganz eindrucksvoll aus. Zumindest die Bühne zitterte ganz schön.</p>
<p>Gebannt saßen die Wissenschaftler vor den Zeigern. Schließlich ging es  letztlich um die Bestätigung der eigenwilligen These, ob 1,3 Milliarden Chinesen durch gleichzeitiges Springen deutliche Veränderungen auf dem Planeten hervorrufen und vielleicht sogar die Erde in eine klimatisch günstigere Umlaufbahn drücken könnten. Von dieser kruden Theorie gingen zumindest die Initiatoren des kultigen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_Jump_Day">World Jump Day</a> aus (der sich im Nachhinein als Gag entpuppte).</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg5.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2211" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg5.jpg?w=300&#038;h=225" alt="nuerburg5" width="300" height="225" /></a>Die Messgeräte schlugen beim Wir-sind-Helden-Gig tatsächlich aus. Um 1/20 Millimeter hob und senkte sich der Boden des Festivalgeländes vier Mal pro Sekunde. Und auch im Burghof waren die Schwingungen noch Messbar. Für Menschen war das Mini-Beben da längst nicht mehr fühlbar, aber die Seismografen protokollierten einen Hauch von Zittern.</p>
<p>Die Forscher hatten jedoch mehr erwartet: &#8220;<em>Das Signal war ein bisschen enttäuschend, dafür dass so viele Menschen gesprungen sind</em>&#8220;, sagte Birger Lühr vom GFZ der Presse. Offenbar war es einfah nicht möglich, die Masse zehntelsenkundengenau zu koordinieren. Der Bass-Sound der riesigen Boxen hinterließ bei den Messgeräten letzlich mehr Eindruck als die hüpfende Meute.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2215" style="border:0 none;margin:2px 5px;" title="nuerburg2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="nuerburg2" width="300" height="225" /></a>Wissenschaftlich lässt sich die Chinesen-Frage nach den Ergebnissen des Nürnburg-Experiments so beantworten, dass auch ein koordiniert hüpfendes Milliardenfolg gerade mal ein Erdstößchen von Stärke 1 hinbekommen würde. Und so etwas gibt es in sowieso fast täglich, ganz ohne gleichzeitiges Springkommando. Wird wohl nix aus der Klimarettung dank neuer Umlaufbahn&#8230;</p>
<p>Mehr Infos über das Erdbeben-Versuchs zum Beispiel bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/92/373902/text/">Süddeutsche-Online</a> und <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,486519,00.html">Spiegel-Online</a>.</p>
<p><strong>Geschichte der Nürburg</strong></p>
<p>Der Burgberg beherbergte wahrscheinlich bereits zur Römerzeit eine Signalstation am Handelsweg durch die Urwälder der Eifel. Fundamente wurden bislang nicht entdeckt, aber Münzfunde deuten auf die Anwesenheit der Römer.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2216 alignright" style="border:0 none;margin:2px 5px;" title="nuerburg3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="nuerburg3" width="300" height="225" /></a>Eine erste Fluchtburg errichtet Graf Dietrich der erste von  Are. Sein Sohn Ulrich baute diese zwischen 1150 und 1160 zu einer großzügigen Burg mit mächtigen Mauern und vielen Wehrtürmen aus. Der Bergfried mit seinem Spitzdach beherrschte das Land. Die von Ares waren Gefolgsleute der Kölner Erzbischöfe, von denen sie das Gebiet auch als Lehen erhalten hatten. Nach Aussterben der Familie fiel die Burg 1290 an Kurköln zurück und wurde fortan von einem Amtmann verwaltet.</p>
<p>Die Kölner bauten ihre Eifel-Bastion im 14. Jahrhundert mit einem zweiten und im 15. mit einem dritten Mauerring aus &#8211; und verpfändeten sie mehrfach. Die Anlage neigte bereits im 16. Jahrhundert zum Verfall und musste 1530 bis 1545 aufwändig saniert werden. Das weitere Schicksal der Burg ist charakteristisch für  westdeutsche Wehrbauten: 1633 nehmen die vorrückenden Schweden die Anlage ein und plündern sie aus.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg6.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2217" style="border:0 none;margin:2px 5px;" title="nuerburg6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="nuerburg6" width="300" height="225" /></a>1672 verwüsten Franzosen und Holländer die Burg. 1674 machten sich kaiserliche Truppen in den Gemäuern breit. Die Truppen des Sonnenkönigs zertörten die verbliebenen Häuser und Mauern dann im Rahmen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%A4lzer_Erbfolgekrieg">Pfälzer Erbfolgekrieges</a> 1689 nach einer Belagerung so gründlich, dass später nur noch der Bergfried weiter genutzt werden konnte (als Gefägnis). Die Bewohner der umliegenden Orte bedienten sich in der Ruine mit Baumaterial. Nach Schließung des Gefägnisses 1752 wurde die Nürburg zusehends zum Trümmerfeld.</p>
<p>Die Preußen, die hier nach dem Wiener Kongress das Sagen hatten, nutzten den Bergfried als willkommenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trigonometrischer_Punkt">trigonometrischen Punkt</a> bei der Landvermessung. Damit man den Turm besser sehen kann, rissen die neuen Herren gleich die Reste der Vorburg ab.</p>
<p>Seit 1949 gehört die Ruine dem Landesamt für Denkmalpflege Rheinland Pfalz. Die letzten Sanierungs- und Ausgrbungsarbeiten fanden 1988/89 statt. Die Anlage kann besichtigt werden, auch das Erklettern des Bergfrieds ist möglich &#8211; mit einer phänomenalen Sicht auf Eifel und <a href="http://www.nuerburgring.de/">Nürburgring</a>.</p>
<p><strong>Link: </strong>Magerer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrburg_(Burg)">Nürburg-Eintrag</a> bei Wikipedia</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg4.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2218" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg4.jpg?w=150&#038;h=112" alt="nuerburg4" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2219" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg7.jpg?w=112&#038;h=150" alt="nuerburg7" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg81.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2221" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg81.jpg?w=115&#038;h=150" alt="nuerburg8" width="115" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2222" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9.jpg?w=112&#038;h=150" alt="nuerburg9" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9b.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2226" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg9b" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9b.jpg?w=112&#038;h=150" alt="nuerburg9b" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9a.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2223" style="border:0 none;margin:2px;" title="nuerburg9a" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/nuerburg9a.jpg?w=150&#038;h=112" alt="nuerburg9a" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder:</strong> Meine (falls nichts anderes dabeisteht)</p>
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		<title>Schloss Heessen: Pauken beim Rauschen der Lippe</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 08:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein nobles Internat, das etwas auf sich hält, gehört auf eine zugige Ritterburg oder ein standesgemäßes Schloss. Zehntausende haben schließlich in den 80ern Oliver Hassencamps Abenteuer der Schüler auf Burg Schreckenstein verschlungen. Und welcher Personalchef wird schon angehende Führungskräfte abweisen, die ihr Abi auf Schloss Salem gebaut haben? Der 1988 verstorbene Erfolgsautor Hassencamp zählte übrigens [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2179&subd=burgerbe&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2180" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen.jpg"><img class="size-medium wp-image-2180" title="schlossheessen" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schlossheessen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Landschulheim und Privatgymnasium Schloss Heessen in Hamm (Foto: Meins)</p></div>
<p>Ein nobles Internat, das etwas auf sich hält, gehört auf eine zugige Ritterburg oder ein standesgemäßes Schloss. Zehntausende haben schließlich in den 80ern <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Hassencamp">Oliver Hassencamps</a> Abenteuer der Schüler auf <a href="http://www.schreckenstein.de">Burg Schreckenstein</a> verschlungen. Und welcher Personalchef wird schon angehende Führungskräfte abweisen, die ihr Abi auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_Schloss_Salem">Schloss Salem</a> gebaut haben? Der 1988 verstorbene Erfolgsautor Hassencamp zählte übrigens dazu, womit zumindest klar ist, woher viele seiner ritterlichen Ideen stammten&#8230;</p>
<p><span id="more-2179"></span></p>
<p>In Westfalen gibt es ja allerlei Burgen und zahlungskräftige Eltern (zumindest im weiteren Umkreis), da lag es irgenwie nahe auch mal ein Gemäuer als Internat umzubauen. Seit 1954 ist das neugotische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Heessen">Schloss Heessen</a> in Hamm ein privates Gymnasium, seit den 60er Jahren auch ein Landschulheim, d.h. ein Internat für Schüler von Klasse 5 bis 13. Bis zu 380 Schüler pauken hier &#8220;in kleinen Klassen&#8221;, wie die Schule betont (Handyverbot zwischen 8 und 15.40 Uhr).</p>
<div id="attachment_2183" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2183" title="schlossheessen2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="schlossheessen2" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Vorburg stammt von 1590 - 1600.</p></div>
<p>Der Platz am Flüsschen Lippe, an der alten Handelsstraße zwischen Soest und Münster ist seit über tausend Jahren besiedelt. Eine Urkunde aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende erwähnt dort einen Hof, der zum Bistum Münster gehörte.</p>
<p>Um in der sumpfigen Niederung allerdings feste Steingebäude zu errichten, war ein Fundament aus tausenden Eichenpfählen nötig.  Die Stämme wurden im 14. Jahrhundert in den Grund gerammt und erfüllen ihre Aufgabe noch heute. Die Haltbarkeit liegt daran, dass sie noch unter dem Grundwasserspiegel liegen. Es entstand eine Burg, die von verschiedenen Adelsgeschlechtern (von Isenberg-Limburg, von Volmarstein, von der Recke) bewohnt wurde.</p>
<p>Die Bewohner des Ortes Heessen werden vor dem Anwesen reichlich Respekt gehabt haben, schließlich befand sich direkt davor der Hinrichtungsplatz (das Richtschwert ist erhalten). Die Gegend war ansonsten eher langweilig, und die Besitzer daher, wenn gerade keine interessanten Enthauptungen anstanden, ständig mit Umbauten beschäftigt. Die heutige Vorburg entstand in den Jahren 1590 bis 1600.</p>
<div id="attachment_2185" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2185" title="schlossheessen3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen3.jpg?w=225&#038;h=300" alt="schlossheessen3" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der spielerisch verzierte Turm ist gut 30 Meter hoch</p></div>
<p>1774 fiel der Besitz an die Familie von Boeselager, der er noch heute gehört. Das ist schon eine Leistung. Auch den Durchmarsch plündernder Soldateska überstand man 1813 einigermaßen. Das Schloss war  Mittelpunkt eines großen land- und forstwirtschaftlichen Gutes, das in der ersten Hälfte des  19. Jahrhunderts durch weiteren Landkauf stetig anwuchs. 1837 kamen auch Ziegelei und Schlossbrauerei hinzu. Man ging mit dem Fortschritt und baute 1847 im Schloss sogar eine neumodische Erfindung namens &#8220;Waterclosett&#8221; ein.</p>
<p>In den Jahrzehnten nach dem Wieder Kongress war die Dichterin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_von_Droste-H%C3%BClshoff">Annette von Droste-Hülshoff</a> oft auf dem Schloss zu Besuch. Zum Beispiel am 18. September 1826 als bei der Hochzeit ihrer Freundin Adolfine von Wolff-Metternich mit Schlossbesitzer Carl von Boeselager groß gefeiert wurde. Die frisch verheirateten legten einen Park und nannten ihn die Liebesinsel. Rechtzeitig zur Hochzeit war das alte, vierflüglige Schloss auch renoviert und mit Öfen statt Kaminen ausgestattet worden.</p>
<p>Sein heutiges Aussehen mit vielen Zinnen und Türmchen (Anklängen an den englischen Tudor-Stil) bekamen die Gebäude beim großen Um- mund Neubau 1905 bis 1908. Der Burgturm ist nun 30 Meter hoch und schon von weitem zu sehen.</p>
<div id="attachment_2190" class="wp-caption alignleft" style="width: 243px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2190" title="schlossheessen4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen4.jpg?w=233&#038;h=300" alt="schlossheessen4" width="233" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Brücke und Tor zum Schulgelände</p></div>
<p>Die Anlage steht auf einer künstlichen Insel zwischen der Lippe und einem so genannte Lippestauarm. Direkt hinter der Schule ist ein rauschendes Wehr. Ehemalige Schüler berichten, dass sie das Geräusch des Wassers ungemein beruhigend empfunden haben. &#8220;Nach meinem Auszug aus dem Flussseitigen Zimmer hatte ich lange Zeit Probleme ohne das Wehr einzuschlafen&#8221;, schreibt &#8220;Lino aus Hamburg&#8221; bei <a href="http://www.qype.com/place/172807-Landschulheim-Schloss-Heessen-Hamm">Qype.com</a>.</p>
<p>Besichtigen kann man das Schloss nur im Rahmen von Stadtführungen. Oder wenn man darüber nachdenkt, seinen Nachwuchs dort lernen zu lassen. Die Jahresgebühren betragen zwischen 15.700 und 18.000 Euro, damit sind die Westfalen knapp <a href="http://www.salem-net.de/de/aufnahme/kosten.html">halb so teuer wie Schloss Salem</a> (29.200 bis 32.000 Euro, plus Nebenkosten und Aufnahmebeitrag).</p>
<p>2008 diente das Schloss als Kulisse für den dritten Teil der &#8220;Wilden Hühner&#8221;-Kinoverfilmung (&#8221;<a href="http://www.wildehuehner.de/index.php?id=23">Die wilden Hühner und das Leben</a>&#8220;). Es geht dabei um einen Klassenausflug. Auch Veronica Ferres und Benno Fürmann schlenderten dabei übers Schlossgelände. Beim Hamm-TV gibt&#8217;s dazu einen <a href="http://www.hammtv.de/Drehort-Schloss-Heessen----Die-wilden-Huehner-in-Hamm_00004397.html">kurzen Video-Beitrag</a>.</p>
<p><strong>Lage:</strong> Schlossstraße 1, 59073 Hamm</p>
<p><strong>Link:</strong> Den ausführlichsten Beitrag zur Geschichte von Schloss Heessen habe ich bei <a href="http://www.hammwiki.de/wiki/Schlo%C3%9F_Heessen">Hamm-Wiki</a> gefunden.</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen5.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2192" style="border:0 none;margin:2px;" title="schlossheessen5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen5.jpg?w=112&#038;h=150" alt="schlossheessen5" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2191" style="border:0 none;margin:2px;" title="schlossheessen7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen7.jpg?w=150&#038;h=112" alt="schlossheessen7" width="150" height="112" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen6.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2193" style="border:0 none;margin:2px;" title="schlossheessen6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/schlossheessen6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="schlossheessen6" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder: </strong>Meine</p>
Posted in Nordrhein-Westfalen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/burgerbe.wordpress.com/2179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/burgerbe.wordpress.com/2179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/burgerbe.wordpress.com/2179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/burgerbe.wordpress.com/2179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/burgerbe.wordpress.com/2179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/burgerbe.wordpress.com/2179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/burgerbe.wordpress.com/2179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/burgerbe.wordpress.com/2179/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/burgerbe.wordpress.com/2179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/burgerbe.wordpress.com/2179/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=burgerbe.wordpress.com&blog=1861487&post=2179&subd=burgerbe&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Hollands Nationalheld Wilhelm von Oranien plante auf Schloss Dillenburg</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 19:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass die Vereinigten Provinzen der Niederlande gegen die übermächtigen Habsburger schließlich ihre Unabhängigkeit erkämpften, hat viel mit einem eher wortkargen Fürsten aus dem hessischen Dillenburg zu tun. Wilhelm von Oranien (1533-1584) kam im Dillenburger Schloss zur Welt.
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div id="attachment_2139" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg1.jpg"><img class="size-medium wp-image-2139" title="dillenburg1" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg1.jpg?w=225&#038;h=300" alt="dillenburg1" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der Wilhelmsturm über den Kasematten von Schloss Dillenburg (Foto: Meins)</p></div>
<p>Dass die Vereinigten Provinzen der Niederlande gegen die übermächtigen Habsburger schließlich ihre Unabhängigkeit erkämpften, hat viel mit einem eher wortkargen Fürsten aus dem hessischen Dillenburg zu tun. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Oranien-Nassau)">Wilhelm von Oranien</a> (1533-1584) kam im Dillenburger Schloss zur Welt.</p>
<p>Der elfjährige Wilgelm von Nassau-Dillenburg wurde durch den Kriegstod eines Onkels zu dessen Erben und somit zu einem der reichsten Adeligen der Niederlande. Kaiser Karl V. holte ihn aus dem engen Dill-Tal an seinen Hof nach Brüssel, zwecks <span style="text-decoration:line-through;">Indoktrinierung</span> Erziehung.</p>
<p>Später wird der junge Mann Statthalter in Holland, Zeeland und Utrecht und in dieser Position 1564 in den Beginn des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Achtzigj%C3%A4hriger_Krieg">80-jährigen Krieges</a> um die Freiheit der Niederlande hineingezogen. Im niederländischen Staatsrat führte Wilhelm die Reihen derjenigen an, die gegen die Inquisition protestierten. Er übernahm auch den Befel über aufständische Truppen.</p>
<p><span id="more-2138"></span></p>
<div id="attachment_2143" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg5.jpg"><img class="size-medium wp-image-2143" title="dillenburg5" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg5.jpg?w=225&#038;h=300" alt="dillenburg5" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Wilhelm-von-Oranien-Denkmal auf dem Gelände von Schloss Dillenburg</p></div>
<p>Doch die Verbindung mit Dillenburg riss nicht ab. Als es für ihn ziemlich schlecht lief, flüchtete Wilgelm 1567 zurück auf Schloss Dillenburg und koordinierte von hier aus den Widerstand gegen die Spanier. Der Kaiser zog daraufhin seine Güter ein.</p>
<p>Angesichts der tubulenten Zustände an der Nordseeküste hielt es den Prinzen von Oranien nur fünf Jahre in Hessen. 1572 verlegte &#8220;Wilhelm der Schweiger&#8221; seine Residenz dann ins befestigte Delft. 1581 proklamierten die sieben Provinzen ihre Unabhängigkeit, und der Dillenburger &#8211; inzwischen Calvinist &#8211; wurde ihr erster Statthalter. Drei Jahre später gelang der katholischen Gegenseite ein erfolgreicher Mordanschlag in Delft.</p>
<p>Die Niederländer haben den Hessen den Export ihres Fürsten und den Einsatz von Schloss Dillenburg als Widerstands-Hauptquartier nicht vergessen. Dass auf dem ehemaligen oberen Schlosshof von 1872 bis 1875 der imposante <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelmsturm_(Dillenburg)">Wilhelmsturm</a> errichtet werden konnte, ist in erster Linie einer Finanzspritze der Prinzessin Marianne der Niederlande zu verdanken.</p>
<div id="attachment_2149" class="wp-caption alignright" style="width: 359px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/800px-dillenburg_de_merian_hassiae.jpg"><img class="size-medium wp-image-2149" title="800px-dillenburg_de_merian_hassiae" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/800px-dillenburg_de_merian_hassiae.jpg?w=349&#038;h=148" alt="800px-dillenburg_de_merian_hassiae" width="349" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Schloss Dillenburg 1655 (Bild: Wikipedia/Merian)</p></div>
<p>Davor steht heute eine Statue des Freiheitshelden mitsamt Hund, im Jahr 2000 von Königin Beatrix enthüllt &#8211; ein beliebtes Reiseziel für Niederländer. Jeder vierte der rund 20.000 jährlichen Besucher des Wilhelmsturms soll übrigens aus den Niederlanden stammen.</p>
<p>Wenn man schon mal da ist, sollte man das <a href="http://www.dillenburg.de/pages/freizeit/museen.php">Museum im Wilhelmsturm</a> (Objekte zur Geschichte von Nassau und Oranien-Nassau) und eine Führung durch die ausgedehnten Katakomben nicht verpassen. Im Museum findet sich auch eine <a href="http://www.archaeologie-online.de/de/magazin/nachrichten/view/virtuelles_schloss_dillenburg/">Multimedia-Installation</a>, die zeigen soll, wie das Schloss einmal ausgesehen hat.</p>
<div id="attachment_2157" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg2.jpg"><img class="size-medium wp-image-2157" title="dillenburg2" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="dillenburg2" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Der Wilhelmsturm von der Seite</p></div>
<p>Eine erste Burg wurde Ende des 13. Jahrhunderts (in der Literatur ist auch von 1130 die Rede) durch den oranischen Zweig des Hauses Nassau auf dem Schlossberg gebaut. Sie war allerdings komplett aus Holz und ging bei der knapp hundert Jahre dauernden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dernbacher_Fehde">Dernbacher Fehde</a> in Flammen auf (kein Wunder&#8230;)</p>
<p>Das Schloss entstand neu und wurde später eine prächtige Renaissance-Festung. Bilder lassen ein Ähnlichkeit zum Marburger Schloss vermuten. Wilhelm von Oranien logierte also durchaus standesgemäß.</p>
<p>Hätten die Habsburger versucht, ihn da zu erwischen, hätte er einfach abtauchen können. Die Kasematten sind die weitläufigsten Anlagen dieser Art Westdeutschlands aus dem 15. Jahrhundert.  Das System aus weitverzweigten unterirdischen Bollwerken machte die Dillenburg für einen frontal angreifenden Gegner praktisch uneinehmbar. Bis zu 2000 Soldaten konnten dort Unterschlupf finden.</p>
<div id="attachment_2158" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg3.jpg"><img class="size-medium wp-image-2158" title="dillenburg3" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg3.jpg?w=300&#038;h=225" alt="dillenburg3" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick von der Stadt auf den Wilhelmsturm</p></div>
<p>Nachdem das Gebäude den Dreißigjährigen Krieg überstanden hatte, wurde es dann im Juli 1760 im Siebenjährigen Krieg von vorbeiziehenden französischen Truppen durch Beschuss mit glühenden Kanonenkugeln teilweise zerstört. Zu diesem Zeitpunkt lagen gerade englisch-hannoversche Truppen unter Herzog <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel">Ferdinand von Braunschweig</a> auf der Festung.</p>
<p>Um keine weitere desaströse Belagerung durch eine der umgebenden Mächte zu riskieren, entschloss sich die nassauische Landesregierung nach Kriegsende, die beschädigte Festung besser zu schleifen. Die Verteidigungsanlagen wurden gesprengt und abgetragen, Gräben und Kasemattengänge mit Schutt und Erde verfüllt.</p>
<p>Ein Großteil der anfallenden Steine wanderte  als Baumaterial in die am Fuß des Burgbergs liegende Stadt Dillenburg, vor allem in die Häuser der heutigen Wilhelmstraße. Vom Schloss blieben nur Ruinen und das Stockhaus, das ehemalige Gefängnis.</p>
<div id="attachment_2159" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg6.jpg"><img class="size-medium wp-image-2159" title="dillenburg6" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg6.jpg?w=300&#038;h=225" alt="dillenburg6" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick vom Schlossberg auf Dillenburg</p></div>
<p>Die Nachgiebigkeit gegenüber den Großmächten half den Nassauern auch nicht weiter. Unter der napoleonischen Besetzung wurde das Land dem neugegründeten Großherzogtum Berg zugeschlagen. Das nach dem Wiener Kongress neugegründete, größere Herzogtum Nassau fällt 1866 nach dem Deutschen Krieg an Preußen. Dort wird Dillenburg Teil der Provinz Hessen-Nassau. Die verfüllten Kasematten werden dann in den 1930er und 1960er Jahren zu etwa einem Drittel wieder geräumt. Der Rest wartet noch auf Ausgräber&#8230;</p>
<p>Heute kümmert sich die im Herbst 2006 gegründete <a href="http://www.bauhuette-schlossberg.de/">Schlossberg-Bauhütte</a>, eine Projektgruppe des <a href="http://www.museumsverein-dillenburg.de">Dillenburger Museumsvereins</a>, um Erforschung, Erhalt und weitere Freilegung der Anlagen. Letztes auf der Homepage erwähntes Projekt war die <a href="http://www.bauhuette-schlossberg.de/10.html">Freilegung einer Schießscharte</a> im Bollwerk &#8220;Jägergemach&#8221;.</p>
<div id="attachment_2162" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg4.jpg"><img class="size-medium wp-image-2162" title="dillenburg4" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg4.jpg?w=225&#038;h=300" alt="dillenburg4" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Wilhelmsturm - Rückseite</p></div>
<p>Im Rahmen des Museumsvereins gibt es sogar eine <a href="http://www.schloss-dillenburg.de/index.html">Reenactment-Gruppe</a>, die sich auf das 18. Jahrhundert spezialisiert hat.</p>
<p><strong>Kasematten-Führung</strong><br />
Die Führung durch den freigelegten Teil der Dillenburger Kasematten dauert etwa 45 Minuten. Höhepunkt und Abschluss ist der Besuch der „Löwengrube“, des 62 Meter tiefen Brunnen und des „Rubensgefängnisse“ (Jan Rubens, der Vater des Malers Peter Paul Rubens, saß dort ein).</p>
<p>Der Museumsverein bemüht sich, weitere Teile der Verteidigungswerke zu erschließen, etwa das so genannte Heimliche Gericht, ein Raum der als Gerichtsstätte oder vielleicht auch Folterkammer gedient haben mag.</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dillenburg">Wikipedia-Eintrag</a> zu Dillenburg. Sehr interessant ist auch die Seite der Dillenburger <a href="http://www.bauhuette-schlossberg.de">Schlossberg-Bauhütte</a>. Ein recht informativer Beitrag steht auf der <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sonntagsspaziergang/901815/">Online-Seite des Deutschlandfunks</a>.</p>
<p><strong>Lage: </strong>Schlossberg, 35683 Dillenburg</p>
<p><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2163" style="border:0 none;margin:2px;" title="dillenburg7" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg7.jpg?w=112&#038;h=150" alt="dillenburg7" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg8.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2164" style="border:0 none;margin:2px;" title="dillenburg8" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg8.jpg?w=112&#038;h=150" alt="dillenburg8" width="112" height="150" /></a><a href="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2168" style="border:0 none;margin:2px;" title="dillenburg9" src="http://burgerbe.files.wordpress.com/2009/05/dillenburg9.jpg?w=150&#038;h=112" alt="dillenburg9" width="150" height="112" /></a></p>
<p><strong>Bilder:</strong> Meine, falls nichts anderes dabeisteht (Anklicken zum Vergrößern)</p>
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